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Die Begutachtung einer Berufskrankheit der Kategorie 2104 ist durchaus anspruchsvoll, da es einige Krankheitsbilder gibt, deren Symptome zwar ähnlich ausfallen, welche jedoch nicht als Berufskrankheit anerkannt sind. Deshalb ist für die Abgrenzung im Rahmen einer speziellen Differenzialdiagnostik unbedingt ein angiologischer Spezialist gefordert.
Eine solche abzugrenzende Erkrankung chronischer Art ist zum Beispiel das sekundäre Raynaud-Phänomen. Dieses wird durch Nikotin oder andere Intoxikationen ausgelöst oder ist auf neurologische beziehungsweise vegetative Störungen zurückzuführen. Genauso kann es infolge von Dysproteinämien, hämatologischen Erkrankungen sowie Kollagenosen auftreten.
Darüber hinaus müssen primäre Gefäßerkrankungen, die stets progredient verlaufen, ausgeschlossen werden. Hierzu zählen neben Morbus Raynaud und der Thrombangitis obliterans auch die Arteriosklerose sowie diverse Formen einer Mikroangiopathie, wie beispielsweise Diabetes.

Gibt es bei einer Person den Verdacht, dass eine durch die berufliche Tätigkeit ausgelöste Krankheit vorliegt, so muss der Versicherte selbst oder der Betrieb, ein Arzt oder die Krankenkasse hierzu eine Anzeige erstatten. Im Anschluss daran erfolgt zunächst eine Überprüfung der Berufskrankheit durch den Technischen Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaft hinsichtlich der arbeitstechnischen Voraussetzungen. Dabei werden Ausmaß und Art der Einwirkung, die den Schaden verursacht haben könnte, untersucht. Danach wird von Fachärzten geprüft und anhand eines Gutachtens sowie einer Stellungnahme dokumentiert, ob aus arbeitsmedizinischer Sicht die Voraussetzungen für die entsprechende Berufskrankheit erfüllt sind. Nachdem schließlich der Gewerbearzt eine Aussage dazu getroffen hat, ob eine solche berufsbedingte Krankheit vorliegt, entscheidet die Berufsgenossenschaft darüber, ob diese letztendlich anerkannt wird oder zunächst nur präventive Leistungen gewährt werden. Liegt also bei einer Person eine gesundheitliche Einschränkung vor, die nicht den bereits genannten Kriterien entspricht, werden - je nach Bedarf - folgende vorbeugende Maßnahmen getroffen: Um das Entstehen beziehungsweise die Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern, wird gegebenenfalls der Arbeitsplatz modifiziert und gefährdende Tätigkeiten müssen vom Arbeitnehmer unterlassen werden. Darüber hinaus werden Heilbehandlungen übernommen und bei Bedarf Berufshilfe sowie eine Übergangszahlung bei notwendigem Jobwechsel geleistet.

Es gibt verschiedene Kriterien, die im Einzelfall als Hilfestellung bei der Entscheidung dienen, ob eine Berufskrankheit der Kategorie 2108 vorliegt oder nicht.
Im Allgemeinen lässt sich zum Beispiel sagen, dass es eher für einen sogenannten Ursachenzusammenhang spricht, wenn Bandscheibenschäden vor allem an den unteren drei Lendenwirbelsäulen-Segmenten auftritt. Ist entweder die Hals- oder die Brustwirbelsäule betroffen oder sind beide befallen, geht man hingegen davon aus, dass wahrscheinlich kein Ursachenzusammenhang vorliegt. Beim Vergleich der Lendenwirbelsäule mit den oberhalb davon befindlichen Abschnitten der Wirbelsäule müssen allerdings unbedingt vorausgegangene Vorfälle und Chondrosen berücksichtigt werden. Sind die unteren beiden Segmente der Lendenwirbelsäule nicht betroffen, spricht dies normalerweise nicht für eine Ursache beruflicher Art.

Um das Maß der verminderten Erwerbsfähigkeit zu definieren und die daraus resultierenden Leistungen der Versicherung festzulegen, wird die durch entstandene Beeinträchtigungen hervorgerufene eingeschränkte Arbeitsmöglichkeit genauer betrachtet. Dabei dreht sich konkret alles um die geistigen und körperlichen Defizite, die das Leistungsvermögen im Erwerbsleben auf negative Art und Weise beeinflussen. Funktionelle Defizite werden in diesem Zug nach typisierten Erfahrungswerten bewertet, die sogenannte ideale Verhältnisse betreffen, in der Gesetzlichen Unfallversicherung bereits als anerkannt gelten und üblicherweise lediglich Schmerzen im normalen Umfang enthalten. Liegen spezielle, stärker ausgeprägte Schmerzen vor, so kann sich der Grad der Minderung um höchstens zehn Prozent erhöhen. Keinerlei Anwendung finden in diesem Zusammenhang dagegen Werte aus Tabellen der versorgungsmedizinischen Grundsätze. Generell ist stets der Vergleich des Idealfalls mit dem konkreten Einzelfall notwendig, um festzustellen, welcher Zustand von beiden der schlechtere oder bessere ist.

Die Bedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden durch den Deutschen Bundestag festgelegt. Neben dem Bund selbst und der jeweiligen Selbstverwaltungskörperschaften der einzelnen Bundesländer fungieren die  Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sowie die Knappschaft Bahn See als Träger.
Das Leistungssystem der gesetzlichen Rentenversicherung ist folgendermaßen aufgeteilt: Unter dem Begriff „Leistungen zur Teilhabe“ werden Übergangsgeld, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sowie zur Teilhabe am Arbeitsleben, ergänzende Leistungen wie beispielsweise für eine Haushaltshilfe, Reisekosten oder Reha-Sport und sonstige Leistungen wie zum Beispiel für Nach- und Festigungskuren oder die Eingliederung in das Erwerbsleben erbracht. Von Renten wird gesprochen, wenn es sich um Leistungen aufgrund von Alter, Tod oder wegen verminderter Erwerbsfähigkeit handelt. Bei letzterem wird weitergehend unterschieden zwischen Versicherungsfällen mit voller oder teilweiser Erwerbsminderung oder teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit.

Der Gutachter fungiert als sachverständiger Berater eines Entscheidungsträgers wie z.B. einer Versicherung und trifft in seiner Tätigkeit als solcher keinerlei rechtswirksame Entscheidungen.

Er muss das Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen aus objektiver Sicht, aber mit der nötigen Empathie erstellen und vertritt dabei somit weder die Interessen des Probanden noch des Auftraggebers bzw. Anspruchsschuldners.

Gemäß dem sogenannten Amtsermittlungsgrundsatz besteht eine generelle Verpflichtung von Behörden oder Gerichten, Sachverhalte genauestens zu prüfen, bevor eine Entscheidung bezüglich der Entstehung und dem Vorliegen einer Berufskrankheit getroffen wird. Dabei gilt der Unfallversicherungsträger als Herr des Verfahrens und ist alleinig für die Ermittlung und den Einbezug aller relevanten Tatsachen zuständig.
Im Zuge einer Arbeitsanamnese werden unter anderem Messberichte sowie die Ergebnisse und Sicherheitsdatenblätter von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen eingeholt. Um schicksalsbedingte Gesundheitsstörungen weitestgehend abgrenzen zu können, erfolgt üblicherweise eine Beratung durch Gutachter mit umfangreicher Berufserfahrung und Fachärzten auf diesem Gebiet. Auch die Entwicklung eines Verzeichnisses, in dem mögliche Gefährdungen aufgeführt sind, hilft häufig bei der Klärung des Sachverhalts. Zudem werden hin und wieder spezifische Forschungsaufträge erteilt. Im gesamten Prozess ist jedoch von Vorteil, wenn übergreifend eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unfallversicherungsträgern erfolgt. Darüber hinaus bieten diverse Einrichtungen ihre Unterstützung an, zum Beispiel die Institute für Arbeitsschutz, Gefahrstoff-Forschung oder Prävention und Arbeitsmedizin.

Bei der Erstellung eines Gutachtens muss der jeweilige Sachverständige völlig unparteiisch, unabhängig und unvoreingenommen handeln. Die Tätigkeit erfolgt in völliger Eigenverantwortung unter Einbezug seiner persönlichen Kompetenzen. Zudem müssen die entsprechenden Rechtsgrundlagen beachtet und sämtliche Sachverhalte im Gutachten erfasst werden. Hierbei liegt der Fokus auf klaren, nachvollziehbaren und zuverlässigen Darstellungen und Beurteilungen, die sich ausschließlich an Fakten und gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.

Bei der Diagnostizierung von Unfallschäden wird folgendermaßen vorgegangen. Laut Bundessozialgericht müssen jegliche Diagnosen in die bekannten Klassifikationssysteme eingeordnet werden. Hierzu zählen die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme beziehungsweise die International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (kurz ICD) sowie das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, ein Klassifikationssystem für psychische Störungen, welches abgekürzt als DSM bezeichnet wird. Zu diesem Zweck muss vorab geprüft ob die für das jeweilige Klassifikationssystem relevanten Voraussetzungen erfüllt sind. Ist dies nicht der Fall, wird zunächst hinterfragt, ob das entsprechende System eventuell veraltet ist. Zudem muss herausgefunden werden, auf welche neueren Erkenntnisse der Wissenschaft die vorliegende Abweichung gestützt sein kann. Aufbauend auf dieser detaillierten Überprüfung und Einordnung der Diagnose kann dann die genaue Beurteilung des Schadens erfolgen sowie die Einschätzung, ob es sich um einen Vor-, Erst- oder Folgeschaden oder eine Kombination von Schäden psychischer oder physischer Natur handelt.

Bei der Beauftragung eines Gutachtens im Rahmen eines Versicherungsfalls der Gesetzlichen Unfallversicherung sollte stets ein besonderer Augenmerk darauf liegen, den bestmöglich geeigneten Gutachter für die Erstellung desselbigen auszuwählen. Wichtige Kriterien sind beispielsweise, dass die Person über das notwendige medizinische Wissen verfügt und sich aufgrund ihrer Persönlichkeit für die Aufgabe eignet. Zudem sollte der Gutachter grundlegende Kenntnisse im Bereich des GUV-Rechts haben und auf deren Basis über die relevanten Beweismaßstäbe Bescheid wissen. Von Vorteil ist außerdem, wenn er sowohl die Begutachtung selbst als auch die anschließende Abfassung möglichst zeitnah durchführen kann. Dieses Ziel ist leichter zu erreichen, wenn der ausgewählte Gutachter sich nicht zu weit von der Versicherten Person entfernt befindet. Aufgrund der Tatsache, dass in vielen Regionen ein Mangel an fachkundigen Gutachtern herrscht, muss allerdings häufig eine Person für die Erstellung des Gutachtens beauftragt werden, die nicht unbedingt einem Großteil der genannten Kriterien entspricht. Um die am besten geeignete Person zu finden, kann ein Blick in die Gutachterliste helfen. Diese ist über die Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erhältlich. Grundsätzlich gilt für die Gutachtenauswahl, dass durch die Berufsgenossenschaft drei in Frage kommende Personen vorgeschlagen werden und dem Versicherten schließlich die finale Auswahl überlassen wird.

An der Aufgabenstellung eines von der Gesetzlichen Unfallversicherung beauftragten Gutachters lässt sich deutlich erkennen, dass bei der Erstellung eines Gutachtens inhaltlich zahlreiche relativ eng gesteckte Rahmenbedingungen zu beachten sind. So kann zum Beispiel kein herkömmlicher ärztlicher Bericht mit Informationen zu Befunden und Behandlungen oder mit einer Dokumentation zur Entlassung aus einer stationären Heilbehandlung als Gutachten fungieren. Vielmehr muss eine fachliche Fragestellung, die sich auf einen konkreten Fall bezieht, von einem Sachverständigen umfassend bearbeitet und in diesem Zuge wissenschaftlich belegt werden. Darüber hinaus werden Tatsachen, die verfahrensrechtlich relevant sind, in einem eigenständigen Prozess bewertet. Auch mit der beratungsärztlichen Stellungnahme darf ein Gutachten keinesfalls gleichgestellt werden. Sie beschränkt sich in der Regel darauf, vorhandene Gutachten auf deren Schlüssigkeit zu überprüfen und in diesem Zusammenhang eventuelle Mängel aufzudecken. Gegebenenfalls hält der stellungsnehmende Arzt dann Rücksprache mit dem zuständigen Gutachter oder fordert ein neues Gutachten an. Dabei ist es generell nicht erlaubt, die Stellungnahme eines beratenden Arztes im Bescheid zu erwähnen.

Damit eine bandscheibenbedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule als Berufskrankheit der Kategorie 2108 anerkannt wird, müssen sämtliche Befundkriterien als erfüllt gelten. Dabei wird zwischen dem morphologischen und dem klinischen Befund unterschieden.
Für den morphologischen Befund sind Veränderungen relevant, die bildtechnisch nachweisbar sind. Diese müssen vom Ausmaß her deutlich über dem liegen, was im jeweiligen Alter durchschnittlich zu erwarten wäre. Außerdem muss eine entsprechende Korrelation zum Ort der vermeintlichen Belastungseinwirkung feststellbar sein.
Der klinische Befund sollte dagegen folgende Gegebenheiten beinhalten: Neben dem erhöhten Muskeltonus und der Entfaltungsstörung an der Lendenwirbelsäule muss der typische Segmentschmerz genauso wie der obligatorische Bewegungsschmerz provozierbar sein. In diesem Zusammenhang wird auch von Palpation und Rotation gesprochen. Zudem ist ausschlaggebend, dass im gleichen Segment eine Schädigung beziehungsweise Nervenwurzelreizung vorliegt.

Sobald bei einer Person ein Krankheitsbild vorliegt, das prinzipiell als Berufskrankheit der Kategorie 2108 anerkannt werden kann, ist es die Aufgabe des Technischen Aufsichtsdienstes, gemäß dem Mainz-Dortmunder-Dosismodell die individuellen Belastungsdaten zu ermitteln. Die Berechnung erfolgt dabei über die lineare Gewichtung der entsprechenden Zeitdauer sowie die quadratische Gewichtung der jeweiligen Druckkraft.

Hinsichtlich Heben und Tragen gilt für Frauen ein Schwellenwert von mindestens 2.500 N, bei Männern ein Wert von 3.200 N. Bezüglich längerer Tätigkeiten in einer extrem rumpfgebeugten Haltung geht man für beide Geschlechter von 1.700 N oder mehr aus. Was die gesamte Tagesschichtdosis beträgt, liegt der Schwellenwert für Frauen bei 3.5 kNh, bei Männern dagegen bei 5,5 kNh. Nimmt man ein Heben mit beiden Händen als Beispiel, so wird bei einem Gewicht von etwa 10 kg eine Druckkraft von 2.500 N erreicht, bei ungefähr 20 kg sind es dagegen 3.200 N.

Mit der Einführung des besagten Dosismodells im Jahre 1999 wurde zur Anerkennung der Berufskrankheit eine kumulierte Langzeit-Belastungsdosis über das gesamte Erwerbsleben von mindestens 25 MNh bei Männern sowie 17 MNh bei Frauen notwendig, die zwischenzeitlich um 50 % auf 12,5 MNh beziehungsweise 8,5 MNh herabgesetzt wurde. In diesem Zuge wurde außerdem die Mindestdruckkraft bei Männern auf 2,7 kN reduziert und die Tagesdosis komplett gestrichen.

Unter die Bezeichnung Berufskrankheit Nummer 2102 fallen üblicherweise alle Schäden, die am Meniskus auftreten. Diese müssen durch Tätigkeiten entstehen, die zum einen überdurchschnittlich belastend sind sowie über mehrere Jahre hinweg oder mit einer Vielzahl an Wiederholungen auf die Kniegelenke einwirken. Dabei ist die Mindestdauer der Belastung genau definiert: Über ein Drittel der Arbeitsschicht oder mehr muss die Einwirkung stattfinden beziehungsweise stattgefunden haben. Dagegen gibt es zu der Vorgabe bezüglich einer mehrjährigen Belastung keine genauen Angaben. Während häufig bereits eine zweijährige Tätigkeit solche Beschwerden auslösen kann, dauert es allerdings in den meisten eher mehr als drei und teilweise sogar über 20 Jahre oder länger. Besonders gefährdet sind Personen, die im Bergbau, als Ofenmaurer, Fliesen- oder Bodenleger sowie Gärtner oder Pflasterer arbeiten. Aber auch Profifußballer oder Rangierarbeiter sind vermehrt davon betroffen. Dabei sind vor allem Zwangshaltungen in der Hocke oder auf den Fersen sitzend, bei denen möglicherweise auch noch Unter- und Oberschenkel verdreht werden, besonders schädlich. Was bei einer solch rauen Bewegungsbeanspruchung passiert, ist, dass Druck und Zugspannung im Übermaß auf die Menisken einwirken, wodurch eine Ernährungsstörung derselbigen entsteht. Da der Innenmeniskus weniger Möglichkeiten hat, einer Fixierung an der Gelenkkapsel auszuweichen, ist dieser im Übrigen deutlich häufiger betroffen als der Außenmeniskus.

Wird eine Berufskrankheit der Kategorie 2106 diagnostiziert, können fast alle Nerven davon betroffen sein. Gemäß der Erfahrung von Gutachtern werden bestimmte Areale allerdings besonders häufig geschädigt.
Während zum Beispiel Uhrmacher, Diamantenschleifer und Feinmechaniker meist unter einer Erkrankung des Nervus ulnaris (Ellennerv) leiden, wird bei Metallprägern vor allem der Nervus axillaris (Achselnerv) in Mitleidenschaft gezogen. Beim Tragen von Lasten auf den Schultern kann es dagegen zur sogenannten Tornisterlähmung kommen. In diesem Fall wird in erster Linie der Nervus thoracicus longus (langer Brustkorbnerv) stark beeinträchtigt. Lastenträger im Allgemeinen leiden allerdings auch häufig an einer Schädigung des Nervus accessorius (elfter Hirnnerv). Ferienarbeiter, die den Arm ungewohnt belasten, ziehen sich dagegen oft ein Leiden am Nervus radiales raus profundus (Speichennerv) zu. Bei Arbeiten, die mit einem extrem gebeugten Kniegelenk einhergehen, ist wiederum nicht selten der Nervus peroneus (Wadenbeinnerv) von einer derartigen Erkrankung betroffen.
Krankheitsbilder, die als BK 2106 nicht infrage kommen, sind beispielsweise Nervenschäden akuter traumatischer Art oder solche, die durch bandscheibenbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule entstehen. Genauso sind das Carpaltunnel-Syndrom sowie Schädigungen der Nerven, die durch toxische Substanzen verursacht werden, generell ausgeschlossen.

Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit können nicht nur in physischer Form vorliegen, sondern auch mit psychischen Störungen zusammenhängen. Muss das Vorhandensein und die Ursache einer solchen Störung überprüft werden, gelten folgenden Kriterien: Nur durch einen Vollbeweis erfolgt die Anerkennung des vorliegenden Schadens als Folge eines bestimmten Unfalls. Es muss genau festgestellt werden, durch welche Einwirkung und wie die Störung verursacht wurde. Darüber hinaus dienen für die Untersuchung der Ursache-Wirkung-Beziehung aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage, anhand derer schließlich auch die Bewertung des jeweiligen Einzelfalls erfolgt.
Muss in diesem Zusammenhang ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden, sollte bei der Befunderhebung wie folgt vorgegangen werden: Zunächst müssen durch eine umfangreiche Exploration eventuelle Einflüsse auf die vorliegende Störung ermittelt werden. Dabei wird genauestens überprüft, ob die Anamnese und der zum Versicherungsfall gehörige Akteninhalt übereinstimmen. Zudem wird hinterfragt, ob die vorgetragenen Beeinträchtigungen mit dem psychopathologischen Befund zusammenpassen. Befunde, die funktionell relevant sind, werden objektiviert und die Mitarbeit bezüglich davon abhängiger Befunde überprüft. Mithilfe der zuletzt genannten Maßnahme soll ein suboptimales Leistungsverhalten gegebenenfalls durch einen Test zur Symptomvalidierung ausgeschlossen werden.

Häufig wird die Frage gestellt, wodurch eigentlich die sogenannten Abrissbrüche an den Wirbelfortsätzen entstehen, wie sie bei einer Berufskrankheit aus der Kategorie 2108 auftreten. Die Biomechanik liefert hierzu detailliertere Informationen.

Trägt man nämlich schwere Gegenstände in aufrechter Körperhaltung, so sind die Kräfte der Kompression an sämtlichen lumbalen Bandscheiben in etwa von derselben Intension. Befindet sich die Person beim Tragen dagegen in der Rumpfbeuge, entsteht unweigerlich eine Hebelwirkung, sodass die Kompressionskräfte entsprechend höher ausfallen. Dies hat wiederum zur Folge, dass die untere Lendenwirbelsäule verhältnismäßig stärker belastet wird als die obere und mittlere Lendenwirbelsäule. Um diesen Effekt zumindest teilweise auszugleichen, nimmt der Querschnitt der Bandscheiben an der Lendenwirbelsäule nach unten hin zu. Im Zuge dessen kann außerdem die Scherbelastung an den oben befindlichen Segmenten höher sein und somit gegebenenfalls ein Belastungsprofil aufweisen, das dem entgegengesetzt ist.

Was die Gefährdung hinsichtlich der Entstehung einer Berufskrankheit der Kategorie 2103 angeht, gibt es derzeit kein gültiges Dosis-Modell. Auch wenn feststeht, dass die Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder ähnlichen Maschinen derartige Erkrankungen auslösen kann, gilt sie grundsätzlich als zur Ausübung geeignet. Die Werte der gegebenenfalls vorliegenden Exposition werden dabei einzig und allein aus der Arbeitsschutzverordnung zur Prävention abgeleitet. Zwei Jahre Arbeitszeit gelten hier aus rechtlicher Sicht allerdings keinesfalls als verbindlich. Zudem kann der jeweilige Erfahrungswert in einzelnen Fällen durchaus widerlegt werden.
Betrachtet man epidemiologische Untersuchungen zu diesem Thema, so erkranken tatsächlich nur wenige gefährdete Arbeiter an einer derartigen Krankheit. Während innerhalb des Bergbaus ungefähr 1 % davon betroffen ist, spricht man außerhalb der Branche sogar nur von etwa 0,2 %. Da aber selbst in solchen Fällen kein Beweis vorliegt, der belegt, dass zwischen der Belastung und der Erkrankung ein direkter Zusammenhang besteht, kann es sich dabei genauso gut um eine Fehlbeschaffenheit handeln, die aufgrund einer individuellen Veranlagung auftritt.

Die Ansichten und Definitionen der pathologischen Physiologie bezüglich der Entstehung von Berufskrankheiten und deren Ausprägung decken sich nicht immer mit der politischen beziehungsweise juristischen Betrachtungsweise. So hat Alois Laarmann, damals Chefarzt und Autor einiger Fachbücher, im Jahr 1977 ein Modell ins Leben gerufen, nach welchem eine Berufskrankheit als Anpassungsstörung eingestuft wird. Seiner Ansicht nach könnte sich das jeweils beanspruchte Gewebe an quasi jede körperliche Betätigung gewöhnen und entsprechend anpassen. Einzige Voraussetzung dafür wäre, dass dessen physiologische Belastungsgrenze dabei berücksichtigt werde. Somit entsteht eine Erkrankung im Beruf nicht durch eine übermäßige oder falsche Belastung, sondern weil die erforderliche Anpassung fehlt oder zu gering ausfällt. Zudem wirke sich jegliche Tätigkeit in irgendeiner Form auf das Gewebe aus, indem zum Beispiel die Durchblutung zunimmt, mehr Energie verbraucht wird oder Knochen, Muskeln und Schwielen wachsen. Darüber hinaus wird der Stoffwechsel angeregt und es kommt zu Ermüdungserscheinungen, was an sich völlig normal und auch keinesfalls ungesund ist. Grundsätzlich gilt es nach Laarmann zu beachten, dass Tätigkeiten als physiologisch bezeichnet werden können, wenn die Arbeitsweise ergonomisch ist, die Ausübung trainiert wird und die Anpassung des Gewebes langsam erfolgt. Von einer unphysiologischen Tätigkeit spricht man hingegen, wenn das Verhältnis zwischen dem individuellen Leistungsvermögen und der Tätigkeit unausgewogen oder gestört ist. Aber auch wenn eine Beanspruchung ungewohnt ist oder diese ohne notwendige Anpassungen geändert wird, gilt der Arbeitsablauf als unphysiologisch. Dies ist beispielsweise bei feinmotorischen, hochfrequenten Tätigkeiten sowie Arbeitsverrichtungen in ungewohnter Haltung, verbunden mit einem verhältnismäßig hohen Kraftaufwand, der Fall. Somit erkrankt generell immer eher der Anfänger, nicht der Langzeitanwender.

Die Gewährung einer Rente erfolgt grundsätzlich auf eine bestimmte Zeit. In der Regel spricht man hier von höchstens drei Jahren, wobei eine Wiederholung selbstverständlich möglich ist. In Ausnahmefällen wird die Rente sofort dauerhaft genehmigt, zum Beispiel wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die vorliegende Erwerbsminderung beheben lässt. Auch eine Befristung nach neun Jahren ist möglich, falls der Rentenanspruch nicht arbeitsmarktbedingt ist.
Die Beendigung der Rentenzahlung erfolgt in den meisten Fällen durch den Tod der oder des Versicherten oder weil die Befristung des Anspruchs abläuft. Eine weitere Möglichkeit ist, dass einer Person die Rente entzogen wird, weil sich die tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse geändert haben. Auch rückwirkend kann der Anspruch für nichtig erklärt werden, wenn die Gewährung durch einen rechtswidrigen Verwaltungsakt erfolgte. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn der oder die Versicherte nicht schutzwürdig ist oder sich schlichtweg grob fahrlässig verhalten hat.
Ist eine Befristung abgelaufen und ein Antrag auf Verlängerung wird gestellt, müssen die Voraussetzungen für den Anspruch aus aktueller Sicht erneut erfüllt werden. Ob die vorherige Bewilligung rechtmäßig war, spielt dabei keine Rolle.

Unter den Begriff Berufskrankheit fällt grundsätzlich eine gesundheitliche Einschränkung, verursacht durch spezielle Einwirkungen, die auf den ausgeübten Beruf einer Person zurückzuführen sind. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Versicherte während seiner beruflichen Tätigkeit eben diesen Einwirkungen in stärkerem Grad ausgesetzt ist als andere Menschen. Damit die Erkrankung anerkannt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die bezüglich des entsprechenden Tatbestandes in der Anlage zur BKV (Berufskrankheitenverordnung) aufgeführt sind. Hierzu zählt beispielsweise, dass der Versicherte die Ausübung der Tätigkeit aufgeben muss, die ihn gefährdet. Dadurch soll zum einen die Anerkennung von leichteren Fällen und zum anderen eine Verschlimmerung der Beschwerden vermieden werden. Bezeichnungen für Berufskrankheiten werden im Rahmen einer Rechtsverordnung durch Zustimmung des Bundesrats von der Bundesregierung vergeben. Neben der konkreten Bezeichnung der Erkrankungen sind in der sogenannten Berufskrankheitenliste auch die dazugehörigen Ursachen aufgeführt, sofern diese eindeutig zuzuordnen sind. Teilweise sind hier sogar Mengenangaben nachzulesen, zum Beispiel wie lange oder in welcher Dosis eine Einwirkung durchgängig erfolgen muss, damit schließlich die jeweilige gesundheitliche Einschränkung folgt. Probleme bei der Abgrenzung gibt es vorwiegend im Falle von Krankheiten, die relativ weit verbreitet sind, da das berufliche Risiko dann häufig sehr schwer einschätzbar ist.

Damit die Auszahlung einer Rente wegen Berufsunfähigkeit überhaupt in Betracht kommt, müssen zunächst die nachfolgenden Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss bei dem Antragsteller natürlich zweifellos irgendeine Form der Berufsunfähigkeit vorliegen. Darüber hinaus muss er vor dem 02. Januar 1961 geboren sein. Außerdem müssen die aus versicherungsrechtlicher Sicht grundlegenden Voraussetzungen zur 3/5-Belegung sowie zur allgemeinen Wartezeit gegeben sein.
Der Begriff der Berufsunfähigkeit wird im Allgemeinen so definiert: Es handelt sich hierbei um Versicherte, deren potentielle Erwerbsfähigkeit wegen Behinderung oder Krankheit auf ein mögliches Pensum von weniger als sechs Stunden gesunken ist. Zum direkten Vergleich wird die Erwerbsfähigkeit von geistig, seelisch und körperlich gesunden Menschen mit gleichwertigen Fähigkeiten und Kenntnissen sowie einer ähnlichen Ausbildung gegenübergestellt. Maßgeblich für eine derartige Beurteilung sind alle Tätigkeiten gemäß der jeweiligen Fähigkeiten und der individuellen körperlichen Kräfte, welche unter Rücksicht auf die speziellen Anforderungen der bis dahin vorliegenden Berufsunfähigkeit sowie in Bezug auf Umfang und Dauer des bisherigen Berufs zumutbar sind. Wurde ein Versicherter erfolgreich umgeschult beziehungsweise ausgebildet, kann ihm die entsprechend passende Tätigkeit auch zugemutet werden. Ist er in der Lage, dieser Beschäftigung pro Tag mindestens sechs Stunden nachzugehen, gilt er nicht als berufsunfähig. Die Lage des Arbeitsmarktes spielt dabei keine Rolle.

Oft ist es schwierig, die konkrete Ursache für eine psychische Schädigung zu finden. Nicht selten beeinflussen sich verschiedene Faktoren gegenseitig, wobei auch persönliche Aspekte eine große Rolle bei der Entstehung und Ausprägung spielen. Um den Ursachenzusammenhang zu diagnostizieren, muss verschiedenen Fragestellungen nachgegangen werden. Zunächst ist relevant, welche Belastungen oder Einwirkungen nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen überhaupt dafür in Frage kommen, die vorliegende seelische Störung ausgelöst zu haben. Dann wird untersucht, welche davon bei der jeweiligen Person festgestellt werden können. Außerdem muss hinterfragt werden, welche individuellen Eigenschaften möglicherweise mitverantwortlich für die festgestellte psychische Störung sind. In diesem Zusammenhang wird schließlich auch abgewogen, in welchem Ausmaß Unfalleinwirkung und Persönlichkeit an der Entstehung mitgewirkt haben und wie relevant sie jeweils für das Erreichen des endgültigen Zustandes waren. Nicht vergessen werden dürfen seelische Belastungen, die jeder von uns im Alltag erlebt und die das Auftreten einer psychischen Störung ebenfalls hervorrufen oder fördern können. Hierzu zählen beispielsweise Konflikte mit oder Verluste von nahestehenden Personen, finanzielle Probleme sowie eine mögliche Unzufriedenheit bezüglich der individuellen privaten oder beruflichen Situation.

Als Erstschaden gilt der Schaden, der am Unfalltag selbst durch einen Arzt festgestellt wird. Die in diesem Zusammenhang durch den beauftragten Mediziner erstellte Dokumentation dient der Sicherung von Beweisen. Es geht dabei vor allem um die Befunde, die direkt im Anschluss an den Unfall vorliegen, weshalb diese möglichst zeitnah zum Ereignis gesichtet werden müssen. Hierbei werden zunächst alle Befunde mit eingeschlossen, bei denen nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden kann, dass diese in Zusammenhang mit dem Unfall stehen. Ob es sich bei einer Beschwerde um einen Erstschaden handelt oder nicht, wird in erster Linie dann hinterfragt, wenn diese erst einige Zeit nach dem Ereignis auftritt. Schließlich könnte in der Zwischenzeit ein weiterer Vorfall geschehen sein, der für ihr Auftreten verantwortlich ist.
Darüber hinaus kann auch eine sogenannte Vorschädigung relevant sein. In diesem Fall müssen bereits vor dem jeweiligen Ereignis bestandene Befunde in die Diagnose mit einbezogen werden. Damit eine genaue Abgrenzung möglich ist, sind hier konkrete Dokumentationen von alten und neuen Störungen der Struktur unabdingbar, um beispielsweise Begleitverletzungen aufzudecken. Zusammenfassend gilt allerdings in jedem Fall, dass ein Erstschaden nur dann als solcher anerkannt wird, wenn eindeutige Beweise dafür vorliegen. Allein anhand eines aktuellen Befundes kann keinesfalls auf einen früheren Unfall geschlossen werden, was gleichermaßen für den Erstbefund gilt, falls diesem weder Torschädigung noch Unfall eindeutig zuzuordnen ist.

Wird ein Gutachter mit der Beurteilung einer möglicherweise berufsbedingten Erkrankung, die rein theoretisch in die Kategorie 2103 fallen würde, beauftragt, gibt es bei der Vorgehensweise einige Punkte zu beachten. Zunächst muss eine gesicherte Diagnose des Krankheitsbildes erstellt werden. Dies geschieht durch das Röntgen von beiden Armen inklusive der Schultern, der Schultereckgelenke, der Ellenbogen- und Handgelenke sowie der Hände. Liegt ein Verdacht auf Polyarthrose vor, müssen zusätzlich Aufnahmen von den Knie- und Hüftgelenken erstellt werden. Bilder von der Wirbelsäule sind im Regelfall nicht erforderlich.
Was hier normalerweise deutlich zu erkennen ist, ist, dass das Schadensbild belastungskonform auftritt. So erkranken die Gelenke im Andruckarm zuerst beziehungsweise deutlich stärker und andere nachrangig, also zu einem späteren Zeitpunkt. Dies gilt allerdings nicht für Tätigkeiten mit beidseitig gleichmäßiger Belastung, wie sie beispielsweise bei der Nutzung eines Aufbruchhammers vorliegt. In einem solchen Fall treten die Veränderungen nämlich üblicherweise in beiden Extremitäten gleich stark auf.

Beim Vorliegen einer Berufskrankheit der Kategorie 2103 tritt üblicherweise ein belastungskonformer Verlauf auf. Laut Laarmann bedeutet dies, dass mindestens zwei Jahre Einwirkung notwendig sind, um einen entsprechenden Abnutzungsschaden zu erwirken. Äußern sich Beeinträchtigungen bereits vor Ablauf dieser Zeit, hat dies allerdings nicht automatisch einen Ausschluss zur Folge. Die Umstände müssen jedoch kritisch geprüft werden. Eine besondere Schwierigkeit stellt die Kausalitätsprüfung beim Auftreten der Krankheit nach länger zurückliegender Beendigung der dafür verantwortlichenTätigkeit dar. Derartige Abnutzungsschäden können nämlich auch erst nach jahrelangem Pausieren in Erscheinung treten.
Das Schadensbild einer Berufskrankheit der Kategorie 2103 fällt dagegen nicht unbedingt belastungskonform aus. So liegt beispielsweise meist keine derartig einzustufende Erkrankung vor, wenn lediglich das Hand- oder Schulter-Eck-Gelenk isoliert ist, der Ellenbogen sich im Gegensatz dazu kaum verändert hat, Beeinträchtigungen im Andruckarm schwächer ausgeprägt sind als im Haltearm oder eine Polyarthrose oder gar Omarthrose vorliegt.

Soll beurteilt werden, ob eine Berufskrankheit der Kategorie 2108 vorliegt, so können hierfür diverse Kriterien herangezogen werden. Diese wiederum lassen sich in zwei Gruppen einteilen und zwar zum einen in die Sorte von Kriterien mit positiver Indizwirkung sowie zum anderen in die mit einer negativen Indizwirkung.
Im ersten Fall sprechen die Indizien also für das Vorliegen einer Berufskrankheit der Kategorie 2108. Diese Situation liegt beispielsweise dann vor, wenn an der Lendenwirbelsäule mehrsegmentale, also mindestens drei Segmente betreffende Bandscheibenschäden diagnostiziert werden, die nach unten hin zunehmen. Ein weiteres eindeutiges Indiz pro BK 2108 ist das Vorliegen einer sogenannten Begleitspondylose.
Genauso gibt es auch mehrere negative Indizien, anhand derer die besagte Berufskrankheit ausgeschlossen werden kann. Hierzu zählt zum Beispiel die Situation, wenn wesentliche Ursachenfaktoren in Konkurrenz zueinander stehen. Deutliche Contra-Zeichen sind außerdem Bandscheibenschäden an der Hals- und / oder Brustwirbelsäule, die stärker oder gleich stark ausgeprägt sind sowie eine Aussparung der unteren Lendenwirbelsäule.

Sobald ein Gutachten fertiggestellt und bei den Verwaltungsangestellten der Gesetzlichen Unfallversicherung eingereicht wurde, erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung der zuständigen Personen mit dem vorliegenden Schriftstück. In diesem Zuge muss zunächst hinterfragt werden, ob der Sachverhalt, von dem hierbei ausgegangen wurde, korrekt ist und ob tatsächlich alle gesundheitlichen Beschwerden, über die der Versicherte geklagt hat, berücksichtigt wurden. Darüber hinaus wird geprüft, ob die Beurteilung der Kausalität schlüssig erscheint und sämtliche Fragen in vollem Maße beantwortet wurden. Vor allem die im Gutachten auftauchenden Kernaussagen sowie etwaige Schlussfolgerungen werden genauestens unter die Lupe genommen. Sofern das Gutachten zudem in sich logisch nachvollziehbar ist, stellt sich zu guter Letzt noch die einfache, aber durchaus entscheidende Frage, ob die Erstellung innerhalb einer Laufzeit erfolgte, die als akzeptabel gilt.
Wirkt das erstellte Gutachten dagegen unschlüssig oder weist einige nicht lösbare Widersprüche auf, so weicht die Verwaltung vom selbigen ab. Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn dessen Anfertigung eindeutig ein falscher Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. So kann beispielsweise eine Diagnose unzutreffend ausgefallen sein oder es liegt eine falsche Schilderung von der Exposition oder dem Unfallhergang vor. Genauso kann der Inhalt des Gutachtens gegen medizinische Grundlagen verstoßen, die in Rechtsprechung und Literatur bereits bestätigt wurden und somit allgemein anerkannt sind.

Um den Ursachenzusammenhang auf Tatsachenbasis zu bewerten, muss zunächst festgestellt werden, welche Einwirkung den vorliegenden Schaden verursacht hat. Dies kann beispielsweise ein Unfallereignis oder ein Behandlungsfehler sein. Genauso kann es sich dabei allerdings um eine Therapiemaßnahme oder gar um eine Degeneration handeln. Nach Klärung der Ursache muss der gesundheitliche Schaden beziehungsweise Erstschaden sowie gegebenenfalls der Folgeschaden oder auch die Unfallfolge festgestellt werden.
Anschließend folgt in der ersten Stufe der Prüfung das Hinterfragen der Kausalität, wie bereits bekannt unter Einbezug des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes sowie anhand einer Einschätzung der Ursacheneignung und Konkretisierung in Bezug auf den jeweiligen Einzelfall. In der zweiten Stufe dreht sich dann alles um die „Wesentlichkeit“. Diesbezüglich muss das Gutachten eine Begründung enthalten, weshalb eine wesentliche Einwirkung oder Ursache vorliegt und in diesem Zusammenhang durch den Unfall bedingte und unabhängige Faktoren gegeneinander abwägen. Wichtigstes Kriterium, um Ursachen als versichert oder unversichert zu definieren, ist die sogenannte Austauschbarkeit. Dies bedeutet, dass erwiesen werden muss, dass beispielsweise dieser Unfall genau diesen Schaden hervorgerufen hat und nicht nur irgendein alltägliches Ereignis.

Wird eine Berufskrankheit der Kategorie 2105 diagnostiziert, so ist damit eine chronisch auftretende Erkrankung von Schleimbeuteln gemeint, die durch permanenten Druck verursacht wird. Dabei kann diese Art der Entzündung an drei verschiedenen Regionen des Körpers auftreten, nämlich an den Knien, den Ellenbogen oder den Schultern. Der medizinische Fachbegriff für diese Krankheit orientiert sich an der jeweiligen Lokalisation. So spricht man bei den Schultern von der sogenannten „Bursa subserrata“, bei den Ellenbogen von der „Bursa olecrani“ und bei den Knien von der „Bursa infra- und praepatellaris“. Tritt ein derartiges Krankheitsbild auf, besteht laut Verordnung kein Unterlassungszwang.
Es gibt besonders gefährdete Berufsgruppen, bei denen die BK 2105 vermehrt vorkommt. Im Falle der Schulter sind vorwiegend Dachdecker und Zimmerleute, Straßenbauer und Bauarbeiter beziehungsweise Lastenträger und Schwerarbeiter betroffen. Allerdings ist durch die Maschinisierung diese Art der Erkrankung mittlerweile fast ausgestorben. Auch die Belastung der Knie fällt heutzutage, dank effektiver Knieschützer, deutlich geringer aus, so dass eine Erkrankung derselbigen in der Regel nicht mehr auftritt. Früher waren davon vor allem Fußbodenreiniger, Boden-, Fliesen- und Estrichleger sowie Pflasterer und Bergleute betroffen. Stein- und Glasschleifer sowie Feinmechaniker oder Uhrmacher haben dagegen auch heute noch häufig Probleme mit entzündeten Schleimbeuteln an den Ellenbogen. Zusätzlich ist im Falle einer solchen Erkrankung diese fast immer mit der Entstehung eines Olecranonsporns verknüpft.

Bei einer Berufskrankheit, die in die Kategorie 2106 fällt, handelt es sich schlichtweg um eine Drucklähmung beziehungsweise Druckschädigung bestimmter Nerven. Dabei kann fast jeder Nerv von einer derartigen Einschränkung betroffen sein, weshalb die Erkrankung in vielen verschiedenen Berufsgruppen vorkommt. Besonders gefährdet sind allerdings Bodenreiniger, Schleifer und Kassiererinnen, Berufsmusiker, Tiefkühlkost-Hersteller und Metzger sowie einige Profisportler wie zum Beispiel Golfer, Jockeys oder Akrobaten.
Eine BK 2106 kann durch unterschiedliche Ursachen entstehen. Häufige Gründe für eine Erkrankung sind beispielsweise das ständige Greifen mit hohem Kraftaufwand, direkte, von außen kommende Zug- oder Druckbelastungen sowie die wiederholte Einwirkung von Reibungs- oder Schlagkräften. Genauso können Traktions- und Dehnungswirkungen mit einer indirekten Einwirkung auf den Nerv oder eine übermäßige Beanspruchung der Muskeln, verbunden mit einer darauffolgenden Druckeinwirkung auf einen Nerv für die Entstehung verantwortlich sein. Häufig ist die Ursache aber auch eine Tätigkeit in überwiegend gleicher Position, bei der zusätzlich  Zwangshaltungen wie ein permanentes Aufstützen des Ellenbogens oder des Handgelenks eingenommen werden müssen. Generell ist allerdings nahezu jede Person gefährdet, die einer Art mechanischen Überbelastung in Form von gleichartigen, repetitiven Bewegungen ausgesetzt ist.

Bei einer Berufskrankheit der Kategorie 2107 handelt es sich um Abrissbrüche der Wirbelfortsätze, die auch unter dem Begriff Schipperkrankheit bekannt sind. Zum ersten Mal dokumentiert wurde diese Art der Erkrankung in den Jahren 1887 bis 1895 und zwar während dem Bau des Nordostseekanals. Später trat sie beispielsweise auch im Jahr 1916 bei Armierungsbataillonen oder 1939 beim Bau der Reichsautobahn auf.

Als typische Belastungen, die diese Krankheit auslösen können, gelten in erster Linie Schaufelarbeiten, die mit überweiten und / oder überhohen Würfen verbunden sind, wie sie beim Straßen- oder Tiefbau üblicherweise ausgeübt werden. Darüber hinaus können genauso ungewöhnliche Bewegungsbelastungen eine Gefährdung darstellen, die zum Beispiel beim Aufheben von Lasten durchgeführt werden. Aber auch im Hochleistungssport sind derartige Abrissbrüche keine Seltenheit und treten vor allem bei Gewichthebern, Ringern sowie Hammer- und Diskus-Werfern auf. In den meisten Fällen ist allerdings lediglich ein Dornfortsatz betroffen und nur äußerst selten tritt die Erkrankung an mehreren gleichzeitig auf.

Wird eine Berufskrankheit der Kategorie 2108 diagnostiziert, leidet der oder die Betroffene an einer bandscheibenbedingten Beeinträchtigung der Lendenwirbelsäule. Diese entsteht vor allem durch das Tragen oder Heben von schweren Lasten. Genauso tritt sie aber auch durch Tätigkeiten in stark rumpfgebeugter Haltung auf, die zehn Jahre oder länger häufig und regelmäßig im Großteil der Arbeitsschichten ausgeübt wurden. Eine extreme Rumpfbeugehaltung wird beispielsweise bei Tätigkeiten in niedrigen Arbeitsräumen mit einer Höhe bis zu einem Meter eingenommen. Ebenso kann eine Beugung aus dem Stand um mehr als neunzig Grad die Bandscheiben schädigen.
Dabei zwingen die Beschwerden die erkrankten Personen dazu, eben diese Arbeiten zu unterlassen, welche als Ursache für das Entstehen, Verschlimmern oder ein Wiederaufleben der Krankheit gelten. Somit gilt im Falle einer Erkrankung absoluter Unterlassungszwang.

Als besonders gefährdete Berufsgruppen gelten zum Beispiel Stahlbetonbauer, Steinsetzer, Maurer und Schauerleute, Landwirte, Waldarbeiter und Fischer sowie Kohlen-, Möbel- und Fleischträger. Aber auch im Bereich Bergbau tätige Personen sowie Alten-, Kranken- und Behindertenpfleger sind verhältnismäßig häufig von der Berufskrankheit Nr. 2108 betroffen.

Bei einer Berufskrankheit der Kategorie 2108 stellt sich die Pathogenese im Normalfall folgendermaßen dar:
Aufgrund des lange andauernden, erhöhten Drucks sowie der konstant falschen Haltung, wie man sie zum Beispiel beim Arbeiten mit vorgebeugtem Rumpf einnimmt, erleiden die Bandscheiben zunächst eine primäre Ernährungsstörung. Durch die Summation der Mikrofrakturierungen am subchondralen Knochen entsteht wiederum eine Sklerosierung der Wirbelkörper-Abschlussplatten, die genauso unter dem Begriff Osteose bekannt ist. Darüber hinaus kommt es an den Bandscheiben auch noch zu einer sekundären Ernährungsstörung. Weil die biologische Regenerationskapazität im Zuge dessen überschritten wird, tritt an den Bandscheiben außerdem eine sogenannte Materialermüdung auf. Durch die Spitzenbelastungen erfolgt zudem eine Summation an Mikrotraumatisierungen im Bereich der Bandscheiben.

Neben der Tatsache, dass bestimmte Einwirkungen eine Berufskrankheit auslösen können, ist darüber hinaus meist auch noch die Frage zu klären, in welcher Dosis eben solche auftreten müssen, damit dies passiert. Im Falle der BK 2103 wurde diese Dosis früher nach den Vorgaben von Dr. Heinrich Dupuis errechnet. Laut Dupuis waren zum einen stark angekoppelte Hände verantwortlich, zum anderen war es aber auch eine Schwingung, die sich vorwiegend in Richtung Unterarm auswirkte. Außerdem legte er fest, dass mehr als drei Viertel der gesamten Einwirkung bei niedrigen Frequenzen zwischen 8 und 50 Hz zu liegen haben. Darüber hinaus müsste der Betroffene mindestens zwei Jahre lang dieser Tätigkeit nachgegangen sein, und zwar in 240 Arbeitsschichten über fünf Arbeitsstunden pro Tag. Die Gesamtdosis wurde dann unter Berücksichtigung der Schwingstärke errechnet. Heute erfolgt die Berechnung auf eine andere Art und Weise. Grundlage hierfür ist die EG-Richtlinie zum Thema Vibrationen. Laut dieser muss der Arbeitgeber ab einem bestimmten Auslesewert spezielle Angebotsuntersuchungen anbieten. Zudem sind ab einem festgelegten Grenzwert gewisse Untersuchungen Pflicht. Was die neue von der alten Berechnung unterscheidet, ist, dass bei der Messung der Vibration sowohl die Intensität, als auch die Frequenz mit einbezogen wird. Außerdem werden die Beschleunigungen der Schwingung in allen drei Achsen überprüft sowie die Expositionszeit und der Vibrationsgesamtwert in einem entsprechenden Tageswert zusammengefasst.

Nachdem in einer späteren Version der Verordnung für Berufskrankheiten aus dem Jahr 1961 noch generell von der zwingenden Aufgabe einer beruflichen Tätigkeit durch Erkrankung die Rede war, wurde auch im Jahr 1963 bezüglich der Auslöser lediglich allgemein von ungewohnten Arbeiten gesprochen, bei denen die notwendige Anpassung fehlt oder gestört ist. Dabei gab es weiterhin keinerlei konkrete Angaben zu möglichen Ursachen oder besonders gefährdeten Personen. In der Fassung von 1977 erfolgte immerhin eine Ausweitung der zu unterlassenden Erwerbstätigkeit auf grundsätzlich alle Tätigkeiten, die die Berufskrankheit entstehen lassen, verschlimmern oder wiederaufleben lassen könnten beziehungsweise dies eindeutig zu verantworten haben. Versichert war unter dieser Verordnung lediglich der passive Bewegungsapparat, zu welchem beispielsweise die Sehnenscheiden sowie die Ansätze und Hüllen der Muskeln und Sehnen gehören. Der aktive Bewegungsapparat war dabei nicht abgedeckt, wozu in diesem Beispiel die Muskeln und Sehnen selbst zählen. Eine besonders häufig auftretende und dadurch sehr bekannte Erkrankung, die aufgrund beruflicher Überbeanspruchung entstand, war damals die sogenannte Sehnenscheidenentzündung, die auch heute noch relativ stark verbreitet ist.

Anhand der Feststellung einer sogenannten haftungsausfüllenden Kausalität wird untersucht, ob zwischen Erst- und eventuellem Folgeschaden ein konkreter Zusammenhang besteht und beide Folgen desselben Unfalls sein können. Bei Verletzungen organischer Art ist es weniger häufig problematisch, zu einem klaren Ergebnis zu kommen als bei psychischen Krankheitsbildern, die als eine Reaktion auf psychische Beeinträchtigungen auftreten. Geprüft wird dies anhand der haftungsbegründenden Kausalität beziehungsweise genauer gesagt hinsichtlich der Theorie der wesentlichen Bedingung. Ist also der Unfall an sich als wesentliche Ursache für den zuerst festgestellten Schaden zu betrachten, werden alle weiteren gesundheitlichen Schäden, die als Folge des Erstschadens einzustufen sind, ebenfalls als Verletzungsfolgen anerkannt und entsprechend entschädigt.

Liegt von einer Berufskrankheit aus der Kategorie 2103 eine Sonderform vor, müssen die dadurch auftretenden Abnutzungserscheinungen im Rahmen einer Kausalitätsprüfung genauestens unter die Lupe genommen werden. Zu den relevanten Sonderformen gehören in diesem Fall die sogenannte Osteochondrosis dissecans, auch unter der Abkürzung OD bekannt, die Kahnbein-Pseudarthrose sowie die Mondbein-Nekrose oder Lunatummalazie.
Im Falle einer Begutachtung werden diese Krankheitsbilder also einer individuellen Einzelfallprüfung unterzogen. Dabei ist die Untersuchung der Umstände und Symptome häufig problematisch, da gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse hierzu in der Regel nicht vorliegen. Zudem sind die Indizien, aus denen ein möglicher Zusammenhang geschlossen werden könnte, meist lediglich sehr schwach ausprägt und der Konsens ist insgesamt eher historisch zu betrachten. Üblicherweise ist deshalb vor allem ein enges zeitliches Zusammentreffen von der Exposition und der letztendlichen Erkrankung entscheidend. Bei der Beurteilung, inwiefern sich die Beeinträchtigungen auf den Grad der Minderung der Erwerbstätigkeit auswirken, fließen im Idealfall schriftlich dokumentierte Erfahrungswerte mit ein.

Laut Berufskrankheitenverordnung zählt ein Meniskusschaden offiziell zu den anerkannten Berufskrankheiten, die auch auf eben dieser Liste vermerkt sind. Dies gilt allerdings nur für die primäre, nicht aber für die sekundäre Meniskopathie. Grundsätzlich werden jegliche krankhafte beziehungsweise verschleißbedingte Veränderungen am Meniskus unter dem Begriff Meniskopathien zusammengefasst. Dabei handelt es sich bei der primären Art nicht nur um Störungen der Textur, sondern auch um Zerrüttungen. Diese sind vor allem für die Mechanik des Gelenks relevant und können zu einem sogenannten Reizknie führen. Zudem geht die primäre Meniskopathie zwar häufig ohne eine primäre, dafür aber mit einer sekundären Arthrose einher. Für die Anerkennung als Berufskrankheit muss die Matrixtextur allerdings in so fortgeschrittenem Maße gestört sein, dass damit das alterstypische Ausmaß eindeutig überschritten wird. Selbst kleine Spaltbildungen machen den Schaden insgesamt noch nicht zur Berufskrankheit, wenn der restliche Meniskus arthroskopisch gesehen offensichtlich intakt ist.

Der Facharzt, der in der Gesetzlichen Unfallversicherung eine beratende Rolle gegenüber dem Unfallversicherungsträger einnimmt, handelt in der Regel völlig unabhängig von der Berufsgenossenschaft und darf somit kein Angestellter derselbigen sein. Er verfügt über einen Dienstvertrag ohne jegliches Weisungsrecht und handelt dabei in einer Funktionseinheit mit der Berufsgenossenschaft. Darüber hinaus ist er dazu verpflichtet, bestimmte Vorgaben zum Thema Datenschutz zu erfüllen und die entsprechenden Regeln einzuhalten.
Zu seinen Aufgaben gehören zum einen natürlich die Klärung der Diagnose sowie eine Beantwortung der Fragen zur Heilverfahrenssteuerung. Zum anderen verfasst er gemäß Aktenlage eigene Stellungnahmen, überprüft vorliegende Gutachten auf deren Schlüssigkeit und führt mit Sachbearbeitern in der Verwaltung Beratungsgespräche. Auch im Falle einer Einführung von neuen Leitlinien oder Konzepten ist er beratend tätig und übernimmt bei Bedarf sogar komplette Schulungen von Mitarbeitern. Darüber hinaus kümmert er sich gegebenenfalls um die Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln, beantwortet Fragen zur sozialen und beruflichen Teilhabe und legt letztendlich die voraussichtliche Dauer der diagnostizierten Arbeitsunfähigkeit fest.

Wird für einen Versicherungsfall der Gesetzlichen Unfallversicherung ein Gutachten in Auftrag gegeben, bildet dies oft das Kernstück des Feststellungsverfahrens. Der beauftragte Gutachter ist dabei nicht als behandelnder Arzt der versicherten Person tätig, sondern nimmt quasi die Rolle eines Gehilfen der Verwaltung ein. Seine Aufgaben sind unter anderem, im Rahmen der Gutachtenerstellung abzuklären, ob die bereits festgestellten medizinischen Befunde den Tatsachen entsprechen und welche Zusammenhangsfragen es bezüglich der gesundheitlichen Schäden zu beantworten gilt. Darüber hinaus soll er den Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit einschätzen, mögliche Therapieansätze abklären, die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten überprüfen und bestätigen sowie hinterfragen, ob und welche Arbeitstätigkeiten demjenigen zukünftig noch zumutbar sind und welche nicht.

Im Gegensatz zur primären Meniskopathie steht die sekundäre Meniskopathie nicht auf der Liste der anerkannten Berufskrankheiten und ist somit auch nicht versichert. Sie tritt häufig nachfolgend zur primären Arthrose auf und infolge von neuromuskulären oder groben statischen Störungen. Genauso kann sie die Folge von entzündlichen Erkrankungen wie etwa einem Infekt, Gicht oder Rheuma sein. In wieder anderen Fällen tritt sie im Anschluss an eine Chondrokalzinose in Erscheinung. Außerdem ist es möglich, dass sie durch Instabilität wie beispielsweise bei einem Kreuzbandverlust oder eine Verletzung wie zum Beispiel eine Tibiakopffraktur hervorgerufen wird. Deshalb kommt die sekundäre Meniskopathie für eine offizielle Anerkennung als Berufskrankheit generell nicht in Betracht, selbst wenn die beruflichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

Nach erfolgter Einschätzung des Ausmaßes der geminderten Erwerbsfähigkeit wird die Art beziehungsweise der Umfang der Versicherungsleistungen festgelegt. Je nach Situation wird eine vorläufige Entschädigung über die Zahlung eine Rente getroffen oder die Höhe der Rente wird bereits für unbestimmte Zeit festgelegt. Die Erfahrungswerte der Gesetzlichen Unfallversicherung beziehen sich dabei immer auf die Dauerrente. Zeichnet sich in der Phase der vorläufigen Entschädigung ab, dass die versicherte Person sich nicht an die Einschränkung gewöhnen wird oder kann, so ist eine geringe Erhöhung der Rente durchaus noch möglich. Auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit spielt eine ausschlaggebende Rolle. So ist nach 78 Wochen oder später in der Regel keine Besserung oder Anpassung mehr zu erwarten. Die Höhe der Dauerrente muss grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach dem Unfallereignis festgesetzt werden. Für die Bewertung der Minderung, abweichend von der vorläufig festgelegten Rente, bedarf es dabei keiner wesentlichen Veränderung. Als solche gelten positive oder negative Veränderungen bereits anerkannter Unfallfolgen, die drei Monate oder länger bestehen und einer Änderung der Einstufung um mindestens fünf Prozent bedeuten würden. Auch das Auftreten einer weiteren, neuen Unfallfolge zählt dabei zur Kategorie „negative Veränderung“. Für die Berechnung der Gesamtminderung dürfen einzelne Defizite nicht einfach addiert werden. Die stärkste Beeinträchtigung zählt als Maßstab, auf dessen Basis eventuelle Erhöhungen durch weitere Schäden für jeden Einzelfall geprüft werden müssen.

Um die Symptome einer Berufskrankheit der Kategorie in bestimmte Stadien einzustufen, wird gemäß der Stockholm-Klassifikation aus dem Jahr 1985 zunächst zwischen vaskulären und sensorischen Symptomen entschieden. Während mit „vaskulär“ all das gemeint ist, was die Blutgefäße oder die Gefäße im Allgemeinen betrifft, bezieht „sensorisch“ sich auf die Sinnesorgane beziehungsweise der damit erfolgenden Aufnahme von Sinnesempfindungen.
Bei den vaskulären Symptomen wird zwischen fünf Ausprägungen unterschieden: „0 V“ bedeutet, dass keine Anfälle auftreten. Im Falle von „1 V“ dagegen liegt ein milder Grad vor, der mit gelegentlichen Anfällen an den Fingerspitzen eines bis mehrerer Finger einhergeht. Ein mäßiger Grad bei „2 V“ liegt vor, wenn diese auch distale, mittlere und teilweise sogar proximale Fingerglieder betreffen. „3 V“ ist dagegen als schwer einzustufen, wenn die Anfälle häufig an allen Fingergliedern der meisten Finger auftreten. Vom Stadium „4 V“ und somit einer sehr schweren Ausprägung wird dagegen gesprochen, wenn zusätzlich tropische Hautveränderungen an den Fingerspitzen vorliegen.
Die sensorischen Symptome werden in vier Stadien von „0 SN“, ohne jegliche Symptome bei einer Vibrationsexposition, über „1 SN“ und „2 SN“ bis hin zu „3 SN“ eingeteilt. Während im zweiten Stadium eine gelegentliche Gefühllosigkeit auftritt, die teilweise von Kribbelparästhesien begleitet wird, fällt diese im dritten Stadium bereits intermittierend oder persistierend aus und geht mit reduzierten Sinneswahrnehmungen einher. Am ausgeprägtesten sind die Symptome allerdings dann, wenn zudem das Tastvermögen und / oder die Fingerfertigkeit reduziert ist.

Kommt es an den Schultern, Ellenbogen oder Knien durch chronisch-repetitive Druckeinwirkung zu einer Berufskrankheit der Kategorie 2105, führt dies normalerweise zunächst zu einer Reizung des dort befindlichen Schleimbeutels sowie zu einem entsprechenden Erguss, also zu einer lokalen Ansammlung von Flüssigkeit. Die in diesem Zusammenhang auftretende chronische Entzündung führt dann zu einer fibrinösen Wandverschwielung, welche wiederum ein „Hygrom“, eine Kammerung der Höhlung, zur Folge hat. Daraufhin bilden sich dort sogenannte „Reiskörner“, bei denen es sich um grießartige Fibrinkörper handelt. Eventuell kann darüber hinaus auch noch eine Infektion im Sinne einer Wandphlegmone auftreten, sodass das betroffene Areal unbedingt operativ saniert werden muss.
Das Schadensbild einer BK 2105 zeigt sich üblicherweise belastungskonform. So ist für eine chronische Bursitis ein langer Krankheitsverlauf überaus typisch, genauso wie die Bildung einer Hyperkeratose am Hautmantel der betroffenen Region. Letzteres wird auch „Apfelsinenschalen-Phänomen“ genannt, weil durch die ständige Druckeinwirkung ein eben derart aussehendes Hautbild entsteht. Nach einer Operation fällt der histologische Befund in der Regel eindeutig aus und auch Gerinnungsstörungen in Form von hämorrhagischen Einblutungen sind keine Seltenheit. Aufgrund dessen ist es meist relativ leicht, dieses Krankheitsbild gegenüber einer schicksalhaften Erkrankung oder einer traumatischen Genese abzugrenzen.

Wenn es um berufsbedingte Erkrankungen geht, die durch eine Art von physikalischer Einwirkung entstanden sind, dann spricht man auch von den sogenannten orthopädisch-chirurgischen Berufskrankheiten. Die älteste „chirurgische“ Listenkrankheit ist dabei die BK2103. Bereits im Jahr 1929 wurde diese eingeführt und in darauf folgenden Jahrzehnten im Rahmen von sechs Verordnungen immer wieder leicht abgeändert beziehungsweise erweitert. Nachdem bereits in der Reichsregierungsverordnung von 1913 festgelegt wurde, dass eine Ausdehnung der Unfallversicherung auf spezielle gewerbliche Berufskrankheiten zulässig ist, war in der BKVO von 1929 erstmalig von „Erkrankungen der Muskeln, Knochen und Gelenke durch Arbeiten mit Preßluftwerkzeugen“ die Rede. Nach den anschließenden Reformen lautete die Berufskrankheitenverordnung von 1976, die bis heute gilt, letztendlich folgendermaßen: „Erkrankungen durch Erschütterungen bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder gleichartig wirkenden Werkzeugen oder Maschinen“. Maschinen, die für diese Art der Einwirkungen infrage kommen, sind neben Kettensägen, Schleifschwingern und pressluftgetriebenen Werkzeugen beispielsweise auch Niethämmer und Nagler sowie Meißenhämmer, Bohr- und Abbauhämmer. Dabei besteht bei Auftreten der Erkrankung kein Zwang zur Unterlassung der jeweiligen Tätigkeit.

Liegt im Falle einer diagnostizierten psychischen Störung eine Minderung der Erwerbsfähigkeit vor, so ist vorgeschrieben, dass für deren konkrete Einschätzung die Werte für hochgradige Funktionseinschränkungen bei hirnorganischen Psychosyndromen zum Vergleich herangezogen werden. Hintergrund ist der, dass nur so eine gleichwertige Behandlung seelischer und körperlicher Unfallfolgen gewährleistet werden kann. Spricht man beispielsweise von einer stärkeren Anpassungsstörung, bei der die entsprechende Person sowohl psychisch-emotional, als auch sozial-kommunikativ beeinträchtigt ist, wird die Minderung mit einem Ausmaß von bis zu 20 Prozent eingestuft. Bei einem stark ausgeprägten Störungsbild dagegen reicht der Grad der Minderung bis 30 Prozent. Liegt dagegen eine dauerhafte Störung affektiver Art vor, die auch mit leicht ausgeprägten psychisch-emotionalen Beeinträchtigungen verbunden ist, beträgt die Minderung nicht mehr als zehn Prozent. Bei einem etwas stärker ausgeprägten depressiven Zustand, der für längere Zeit anhält und zusätzlich sozial-kommunikative Einbußen mit sich bringt, erfolgt eine Einstufung mit bis zu 30 Prozent. Im Falle von schwerwiegenden affektiven Störungen chronifizierter Art, die mit erheblich negativer Stimmung, schlechter Konzentrationsfähigkeit, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen einhergehen, werden bis zu 50 Prozent veranschlagt. Ähnlich verhält es sich bei posttraumatischen Belastungsstörungen. Erfolgt die Einstufung der geminderten Erwerbsfähigkeit bei einem nicht vollständig ausgeprägten Störungsbild nur bis höchstens 20 Prozent, so wird bei Verhaltensweisen, die stark von Emotionen und Ängsten geprägt sind, bereits bis zu 30 Prozent bewilligt. In schweren Fällen mit Angstzuständen, Erinnerungseinbrüchen und massiven Schlafstörungen kann der Satz dagegen bis auf 50 Prozent hochgestuft werden.

Das ethisch korrekte Verhalten eines medizinischen Gutachters erfordert nicht nur eine überdurchschnittliche Qualifikation, sondern auch ein entsprechendes Auftreten und Handeln.

Er muss stets vertrauenswürdig sein und die Grenzen der eigenen Kompetenz kennen, seine Rolle als Sachverständiger akzeptieren und beim Umgang mit dem Probanden neutral bleiben. Ist ein Problem sachlich oder fachlich nicht lösbar, muss er sich dies eingestehen können. Der Gutachter muss den Probanden zudem ausreichend über den Zweck, die Inhalte und Grenzen seiner Tätigkeit sowie über beiderseitige Rechte und Pflichten aufklären. Er geht methodisch einwandfrei vor, indem er den Probanden persönlich befragt oder untersucht, falls anamnestische Daten oder zu gewichtende Diagnosen und Befunde unklar sind.

Seine Bewertungen bzw. Beurteilungen müssen auch für Laien nachvollziehbar formuliert, also Schritt für Schritt erläutert, transparent und dadurch problemlos überprüfbar sein. Einwänden sollte er offen gegenüberstehen, diese sachlich prüfen und deren Plausibilität hinterfragen. War eine Kritik berechtigt, muss er zur Selbstkorrektur fähig sein. Eventuell vertretene Meinungen von Außenseitern oder Hypothesen bzw. theoretische Überlegungen mit maßgeblicher Gewichtung müssen im Gutachten entsprechend gekennzeichnet werden.

Bei der Prüfung des Zusammenhangs von Ursache und Schaden gibt es zwei Stufen. Die erste davon betrifft die natürliche Kausalität. Hier werden alle Bedingungen mit einbezogen, welche auf irgendeine Art und Weise zum Eintreten des Erfolges beigetragen haben. Man spricht dabei von der sogenannten Ursache-Wirkungsbeziehung, bei der die Einwirkung eine hinreichende oder notwendige Bedingung für den gesundheitlichen Schaden sein muss. Als Grundlage für die Beurteilung dient dabei der aktuelle Erkenntnisstand der Wissenschaft bezüglich potentieller Zusammenhänge zwischen bestimmten Ereignissen und Erkrankungen. Auf dessen Basis und unter Würdigung der einzelnen versicherten Person wird der konkrete Fall schließlich beurteilt. Standard- und Fachliteratur, aktuelle Veröffentlichungen sowie die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaften der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften dienen hierbei als Basis für die Feststellung des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes.
In drei Schritten erfolgt dann die Prüfung: Nachdem abstrakt hinterfragt wird, ob das entsprechende Ereignis für eine derartige Störung überhaupt verantwortlich sein kann, wird konkret nach der auslösenden Ursache geforscht, um schlussendlich die Relevanz der Faktoren einzuordnen und die Anteile von deren Mitwirkung zu bestimmen.

In der Neurologie basiert die Diagnostik prinzipiell auf zwei wichtigen Grundbausteinen: Dies ist zum einen die Anamnese und zum anderen die klinische Untersuchung. Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, sämtliche Symptome und eventuelle Kombinationen zu erfassen und zu analysieren sowie anhand dieser Erkenntnisse eine sogenannte Arbeitsdiagnose zu formulieren. Im Anschluss daran wird das Ergebnis durch nochmalige Untersuchungen und gegebenenfalls mithilfe einer zusätzlichen technischen oder laborgestützten Diagnostik überprüft und so die besagte Arbeitsdiagnose gesichert oder ausgeschlossen.

Bezüglich neurologischer Krankheiten lassen sich die Beschwerden und Symptome auf nur wenige Leitsymptome beziehungsweise Gruppen beschränken. Anstelle einer Einteilung nach bestimmten Arten von Erkrankungen bilden genau diese Leitsymptome die Struktur des vorliegenden Buches. Aus klinischer Sicht werden Symptome beschrieben, in Frage kommende Diagnosen hinterfragt und verglichen. Darüber hinaus werden Arbeitsdiagnosen generiert und zusätzliche Diagnostik-Verfahren vorgeschlagen. Insofern ist dieses Buch sowohl für Medizinstudenten interessant, um in die Thematik einzusteigen und sich ein solides Grundwissen anzueignen. Es ist aber genauso ein hilfreiches Nachschlagewerk für erfahrene Allgemeinmediziner zur Analyse und Definition von Symptomen. Auch Neurologen können das Werk nutzen, um sich beispielsweise hinsichtlich ihrer diagnostischen Vorgehensweise abzusichern.

Der Inhalt des Buches gliedert sich in 15 Kapitel, die wie folgt betitelt sind, wobei die hier verwendete Reihenfolge der tatsächlichen entspricht: „Lähmungen und Bewegungsstörungen von Gesichts- und Kopfmuskeln“, „Akut aufgetretene Doppelbilder“, „Akute Sehstörungen – Beeinträchtigung von Visus und Gesichtsfeld, „Schmerz“, „Halbseitenlähmung“, „Querschnittsyndrome“, „Gangstörungen“, „Generalisierte Muskelschwäche“, „Lokalisierte Lähmungen an Extremitäten“, „Sensibilitätsstörungen“, „Anfälle“, „Bewegungsstörungen“, „Bewusstseinsstörungen und Koma“, „Schwindel“ und „Kognitive Störungen“. Ergänzend folgen abschließend einige Literaturhinweise sowie ein praktisches Sachverzeichnis.

Durch seine übersichtliche Strukturierung und den systematischen Aufbau vermittelt das Buch „Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen“ selbst komplizierte Inhalte auf verständliche Art und Weise. Jedes Leitsymptom wird ausführlich beschrieben und anhand klinischer Untersuchungen thematisch vertieft. Dabei werden Überlappungen verschiedener Leitsymptome sowie ein mögliches Vorgehen bei der Diagnostik und eventuell notwendige zusätzliche Schritte besprochen. Zudem wird hinterfragt, in welchen Situationen ein Notfall vorliegt und welche klinischen Diagnosen und Ursachen für die Erkrankung in Frage kommen. Besonderes Augenmerk liegt außerdem darauf, wie der Weg zur richtigen Diagnose aussehen kann oder sollte.

Aufgrund der neuen Weiterbildungsordnung, die Ärzten seit kurzem ermöglicht, den Titel als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie zu erwerben, wird begleitend zur Ausbildung aktuelles Material als Lehrbuch benötigt. Das Buch „Orthopädie und Unfallchirurgie: Facharztwissen nach der neuen Weiterbildungsordnung“ liefert genau diese Inhalte. Deshalb eignet es sich auch genauso gut für bereits als Orthopäden oder Unfallchirurgen tätige Mediziner, welche die zusätzliche Bezeichnung als Facharzt erlangen möchten. Sämtliches Wissen, das laut dem aktuellen Lehrplan gefordert wird, ist in besagtem Werk in umfassender Form enthalten, so dass alle wesentlichen Erfordernisse für die Arbeit in Klinik und Praxis abgedeckt sind. Somit ist das vorliegende Buch nicht nur zum effektiven Aneignen von Fachwissen gedacht. Es eignet sich ebenso für weniger erfahrene Ärzte wie für bereits langjährig tätige Mediziner ideal als praktisches Nachschlagewerk im beruflichen Alltag. Dank einer speziellen Suchfunktion können relevante Textpassagen schneller und einfacher gefunden werden. Zudem haben die Autoren für viele zeitsparende Features gesorgt, zahlreiche Grafiken sowie Abbildungen in Farbe hinzugefügt und in der mittlerweile zweiten Auflage einige zusätzliche textliche Inhalte ergänzt.

Das übersichtlich gestaltete Lehrbuch ist systematisch aufgebaut und in drei übergeordnete Kapitel aufgeteilt. Im ersten Abschnitt geht es um die „Grundlagen zu chirurgischen Techniken und Materialien, Klassifikationen, Prinzipien der konservativen Therapie und der Begutachtung“. Dabei werden die nachfolgenden Themen detailliert behandelt: die Pathophysiologie von Haut, Muskeln und Weichteilgewebe, des Band- und Sehnengewebes, des Knorpels und des Knochens, Kallusdistraktion und Biomechanik, Implantate und Biomaterialien, die klinische Untersuchung von Haltungs- und Bewegungsorganen, bildgebende Diagnostik, Klassifikationen und Scores, die Prinzipien der konservativen Therapie, evidenzbasierte Medizin und die Grundlagen der Begutachtung und Rechtsfragen. Der zweite Abschnitt handelt von der „Diagnostik und Therapie systemischer Krankheitsbilder, Kindertraumatologie und -orthopädie sowie Management des Polytraumas“. Hierzu zählen die Kapitel mit folgenden Titeln: „Aseptische Knochennekrosen“, „Tumoren“ und „Knochen und Weichteilinfektionen“, „Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreis“, „Angeborene Erkrankungen“, „Kindertraumatologie (Grundprinzipien)“ und „Kinderorthopädie (Grundprinzipien)“, „Polytrauma (Scoring, Management, Algorithmus, keine op. Versorgung)“ sowie „Stoffwechsel-Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane. Im dritten und letzten Abschnitt geht es im Speziellen um „Verletzungen, Verletzungsfolgen und Erkrankungen“. Diese werden für jede Region detailliert dargestellt. Hierbei geht es um den Kopf, obere Extremitäten wie Schulter und Schultergürtel, Oberarm und Ellenbogengelenk sowie Unterarm, Hand und Finger. Darüber hinaus werden der Körperstamm beziehungsweise die Wirbelsäule behandelt und Informationen zum Thorax sowie zu Abdominalverletzungen vermittelt. Im Anschluss daran folgen Kapitel zu den unteren Extremitäten. Hierzu gehören neben Beckenring und Hüftgelenk auch Oberschenkel, Kniegelenk und Unterschenkel sowie das obere Sprunggelenk, der Fuß und die Zehen. In der aktuell zweiten Auflage wurden außerdem Kapitel zu Frakturen des proximalen und des distalen Humerus sowie über den proximalen und distalen Femur hinzugefügt.

Mit dem Werk „Orthopädisch-unfallchirurgische Begutachtung: Handbuch der klinischen Begutachtung“ liefern die Autoren in erster Linie für Allgemeinmediziner, Orthopäden, Unfallchirurgen und Ärzte in der Weiterbildung ein umfassendes und praktisches Nachschlagewerk. Neben aktuellem, rechtlichem Wissen erhält der Leser in Bezug auf verschiedene Versicherungszweige einen optimalen Einblick in das Thema Begutachtung. Dank des äußerst verständlich geschriebenen Ratgebers verläuft das Erstellen von orthopädisch-unfallchirurgischen Gutachten nicht nur sicherer und schneller, sondern somit auch wesentlich effizienter und kompetenter. Speziell für Mitarbeiter von Versicherungen sowie Juristen sind einzelne Passagen zur Pathogenese und Ätiologie etwas umfangreicher ausgeführt. Trotz der Masse an Informationen sind die Inhalte übersichtlich strukturiert und durchwegs leicht verständlich formuliert. Bereits seit der ersten Auflage ist die Nutzung des Handbuchs sowohl bei praktizierenden Ärzten als auch bei medizinischen Gutachtern äußerst weit verbreitet.

Ergänzend zum vorliegenden, bis dato in der zweiten Auflage erhältlichen Werk, gibt es seit dem Jahr 2012 einen Ergänzungsband namens „Professionelles Erstellen orthopädisch-unfallchirurgischer Gutachten“. Dieser enthält konkrete Beispiele aus der Praxis, dient ideal der schrittweisen Einführung in die wissenschaftliche Begutachtung und erleichtert dem Gutachter die praktische Umsetzung der relevanten Leitlinien. Zusammen bilden die Bücher für Juristen, Versicherungsmitarbeiter und ärztliche Gutachter eine solide Grundlage für eine Beurteilung aus objektiver Sicht. Zudem können Dritte bereits erstellte Gutachten leichter prüfen und beurteilen sowie Unstimmigkeiten aufdecken.

Die Kriterien der Beurteilung haben sich in den letzten Jahren ein wenig verändert, was wiederum häufig zu fehlerhaften Einschätzungen führen kann. Dies kommt zum einen durch das stetig zunehmende Wissen in der Medizin sowie durch neue Vorgaben und Rechtsprechungen. Zum anderen gab es maßgebliche Modifizierungen im Schwerbehinderten- sowie im Entschädigungsrecht. Die Kniegelenksarthrose wurde beispielsweise zur Berufskrankheit erklärt. Zudem wird der Psychotraumatologie und Erkrankungen ohne organische Ursache heute mehr Bedeutung beigemessen als dies früher der Fall war. Auf derartige orthopädische Beschwerden wird im vorliegenden Buch in ausführlicher Form eingegangen. Durch diesen Wandel in der Begutachtung entscheidet man bei Versicherungen und Verwaltungen häufiger rein nach den schriftlich vorliegenden Sachverhalten. Ärztliche Gutachter werden dagegen immer mehr damit beauftragt, die Leistungsfähigkeit einzuschätzen, wenn es um private Berufsunfähigkeitsversicherungen geht. Auch bezüglich dieses Themas findet der Leser Tipps zu speziellen orthopädischen Erkrankungen und Verletzungen. Nachdem sich kürzlich im Bereich der privaten Unfallversicherungen ebenfalls zahlreiche Änderungen ergaben, ist das dazugehörige Kapitel entsprechend angepasst und auf den neuesten Stand gebracht worden.

Thematisch gesehen ist der Leitfaden der orthopädisch-unfallchirurgischen Begutachtung nach zwei Schwerpunkten aufgegliedert. Einerseits wird das grundlegende Wissen rund um die Begutachtung, bezogen auf verschiedene Rechtsgebiete und Versicherungszweige, vermittelt. Andererseits gehen die Autoren unter Bezugnahme von Richtlinien und Referenzwerten auf die Entwicklung von Kriterien ein, die für die Begutachtung aller relevanten Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats von Bedeutung sind. Nachvollziehbarkeit und Transparenz spielen hierbei eine übergeordnete Rolle. Alles in allem ist das aktuelle Handbuch nicht nur für den beruflichen Alltag des medizinischen Gutachters ein hilfreicher Leitfaden sowie ein zuverlässiges Nachschlagewerk.

Das umfangreiche Buch „Praxis der konservativen Orthopädie“ liefert Orthopäden, die in ihrer Weiterbildung hauptsächlich Information zur operativen Tätigkeit erhalten haben, aktuelles Wissen über die konservative Orthopädie. Inhaltlich geht dieses zeitgemäße Referenzwerk weit über den Prüfungsstoff hinaus. Gerade bei der täglichen Arbeit in einer Rehaklinik oder Praxis erhalten Ärzte durch die detaillierten Anweisungen hilfreiche Tipps - sowohl für die Diagnostik, als auch für die Therapie. Durch den einheitlich strukturierten Aufbau gelangt man schnell und einfach zu den relevanten Kapiteln und Passagen. Klar formulierte Texte mit Merksätzen, farbliche Hervorhebungen, Kurzübersichten mit den wichtigsten Gesichtspunkten und zahlreiche Abbildungen tragen zudem zu einer herausragenden Anschaulichkeit und ansprechenden Übersichtlichkeit bei.

Das Werk besteht aus einem allgemeinen und einem speziellen Teil. Im allgemeinen Teil wird die klinische und apparative Diagnostik behandelt, der spezielle Teil widmet sich den einzelnen Entitäten. Zum Thema Diagnostik zählen die Unterkapitel „Klinische Untersuchung“, „Bildgebende Verfahren“ und „Labordiagnostik“. Anschließend erhält der Leser im Kapitel „Konservative Therapieverfahren“ Informationen zu folgenden Bereichen: Verbandstechnik, physikalische und Physiotherapie, manuelle Medizin, medikamentöse Therapie, orthopädische Schmerztherapie, Psychosomatik in der Orthopädie, technische Orthopädie, intraartikuläre und wirbelsäulennahe Injektionen, Sport bei orthopädischen Erkrankungen, orthopädische Rehabilitation, konservative Behandlung in der Unfallheilkunde, Humangenetik und genetische Beratung in der Orthopädie sowie Begutachtung. Bezüglich möglicher Krankheitsbilder wird die auf folgenden Themenbereiche eingegangen: Erkrankungen der Wirbelsäule und des Sakroiliakalgelenks, Osteoporose, periphere Arthrosen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Arthropathien und Periarthropathien, Muskelerkrankungen, Tumoren des muskuloskelettalen Systems sowie Durchblutungsstörungen. Abschließend folgt ein Kapitel zum Thema Kinderorthopädie, in dem es einerseits um die konservative Behandlung in der Kinderorthopädie geht und zum anderen um orthopädische Probleme bei neurologischen Erkrankungen und um infantile Zerebralparese.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es nur wenige Nachschlagewerke dieser Art gibt, die sich einerseits mit der Diagnostik und andererseits vor allem mit der konservativen Therapie von orthopädischen und traumatologischen Krankheitsbildern auseinandersetzen. Dabei ist die didaktische Aufbereitung des Werks durchgehend als hervorragend zu bewerten, da sämtliche Kapitel gleichbleibend gegliedert und alle Texte überaus verständlich geschrieben sind. Die verwendeten Abbildungen von klinischen Untersuchungen und apparativer Diagnostik sowie diverse Schemazeichnungen sind von sehr guter Qualität und leisten einen nennenswerten Beitrag zur Wissensvermittlung. Somit ist das Buch nicht nur für Mediziner in der Ausbildung zum Facharzt interessant, sondern auch für erfahrenere, operativ tätige Ärzte, die ihr Wissen auffrischen und erweitern möchten.

Bereits seit dem Jahr 1989 gilt das von namhaften Herausgebern verfasste „Praxishandbuch Sachverständigenrecht“ als unverzichtbares Nachschlagewerk für Gutachter. Mit seinen rund 1000 Seiten vermittelt dieses Buch umfassenden Sachverstand, der auch für Nichtjuristen gut verständlich geschrieben ist. Die Autoren selbst sind allesamt Sachverständige und Juristen und erläutern in einer äußerst praxisorientierten Art und Weise juristische Aspekte bezüglich der täglichen Arbeit von privaten Gutachtern sowie öffentlich bestellten Sachverständigen. Zudem ist dieses Werk ein hilfreiches Arbeitsmittel für Richter und Rechtsanwälte, sofern diese mit Sachverständigengutachten in Mandaten oder Prozessen in Berührung kommen.

Die aktuell fünfte Auflage, welche in großem Umfang überarbeitet wurde, gliedert sich in folgende Kapitel: die „Aufnahme der Sachverständigentätigkeit“, die „Sachverständigentätigkeit im privaten Bereich“, die „Sachverständigentätigkeit im gerichtlichen und behördlichen Verfahren“, „Der Sachverständige als Schiedsgutachter und Schiedsrichter“, „Aufbau und Gestaltung von Sachverständigengutachten“, die „Haftung und Haftpflichtversicherung der Sachverständigen“ und die „Vergütung des Sachverständigen“. Zudem ist ein Kapitel über die „Schwerpunkte der Sachverständigentätigkeit“ in verschiedenen Branchen enthalten, in welchem sowohl auf landwirtschaftliche Sachverständige sowie Bau-, Kfz, und EDV-Sachverständige als auch auf medizinische Sachverständige und die Grundstückswertermittlung eingegangen wird. Unter anderem zu den nachfolgenden Themen sind Inhalte aktualisiert und ergänzt worden: „Zertifizierung“, „Sachverständigensozietäten“ und „Werbung von Sachverständigen oder Urheberrecht am Sachverständigengutachten“. Darüber hinaus wurden alle einschlägigen Rechtsänderungen der 17. Wahlperiode berücksichtigt und dazugehörige Rechtsprechungen entsprechend ausgewertet. Die einschlägigen Gesetzesvorschriften und Rechtsnormen sind im Textanhang enthalten, so zum Beispiel auch eine Muster-Sachverständigenordnung von DIHT und DHKT.

Dieses Kompendium des Sachverständigenrechts ist somit eine nützliche Hilfe für alle Juristen und Gutachter und auch ideal für Mitarbeiter in Behörden, die sich in irgendeiner Form mit dem Sachverständigenrecht in Bereichen wie Kraftfahrzeuge, Bau, Landwirtschaft sowie Informationstechnologie und Medizin auseinandersetzen müssen. Im Buch finden sie für juristische Problemstellungen tiefgreifende und rechtlich fundierte Lösungen, die einerseits extrem praxisnah und andererseits relativ leicht verständlich formuliert sind. Wissenschaftlichen Ansprüchen wird das Handbuch aber trotzdem gerecht. Die inhaltliche Bandbreite ist äußerst weit gesteckt, so dass sämtliche relevante Themenbereiche abgedeckt werden. Trotzdem bleibt das fachlich fundierte Buch auf dem jeweiligen Niveau für die angesprochenen Lesergruppen stets verlässlich und instruktiv. Sogar an obersten Bundesgerichten sowie am Bundesverfassungsgericht wird dieses Standardwerk immer wieder bei Entscheidungen zitiert. Zudem wird es in der Ausbildung für Sachverständigen als Lehrmaterial eingesetzt. Dank der über die Jahre hinweg bewährten Gliederung, die der Sachverständigentätigkeit quasi chronologisch folgt und dem umfangreichen Stichwortverzeichnis werden benötigte Themen schnell und einfach aufgefunden.

Adam Greenspan ist ein absoluter Fachmann, wenn es um die Bildgebung in der Orthopädie geht und weltweit führend auf diesem Gebiet. Deshalb verwundert es nicht, dass sein Buch „Skelettradiologie“ zum Standardwerk der Skelett-Bildgebung avanciert ist. Das Handbuch eignet sich vor allem für alle Rheumatologen und Orthopäden sowie Radiologen und Onkologen, die häufig und im Detail mit diesem Thema konfrontiert werden und nach eventuellen Hilfestellungen für komplexe Diagnose und Befunde suchen.

Das umfangreiche Nachschlagewerk ist in vier übergreifende Kapitel unterteilt, die sich wie folgt aufgliedern. Im ersten Teil geht es um die „Einführung in die orthopädische Bildgebung“. Nach einer „Einführung in die Skelettradiologie“ erhält der Leser zudem Informationen zu den Themen „Bildgebende Verfahren in der Skelettradiologie“ sowie „Bildung und Wachstum des Knochens“. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Trauma“ und enthält Unterkapitel über die „Radiologische Beurteilung von Verletzungen“, sämtliche obere und untere Extremitäten sowie zu den unteren Gliedmaßen Sprunggelenk und Fuß und der Wirbelsäule. Der dritte Teil handelt von „Arthritiden“ und ist untergliedert in die drei Kapitel „Degenerative Gelenkkrankheiten“, „Inflammatorische Arthritiden“ und „Verschiedene Arthritiden/Arthropathien“. Im vierten und letzten Teil dreht sich alles um „Tumoren und Tumorähnliche Läsionen“. In diesem Zusammenhang wird sowohl auf die radiologische Beurteilung von Tumoren und tumorähnlichen Veränderungen, von Muskel- und Skelettfunktionen sowie metabolischen und endokrinen Störungen und Skelettanomalien eingegangen als auch auf die verschiedenen Arten der jeweiligen Krankheitsbilder, die in einzelnen Kapitel detailliert erklärt werden.

In seiner mittlerweile sechsten Auflage überzeugt das Buch weiterhin als Nachschlagewerk für die tägliche Arbeit von behandelnden Ärzten und Operateuren und dient ebenso der Auffrischung und Ergänzung bereits vorhandenen Wissens. Darüber hinaus eignet es sich unter anderem aufgrund der großartigen didaktischen Gliederung und des umfangreichen Bildmaterials mit über 4.000 Abbildungen aus den Bereichen CT, MRT und Ultraschall sowie der konventionellen Radiographie und allen sonstigen Bildgebungsmodalitäten ausgezeichnet als Lehrbuch für Studenten oder Ärzte in der Ausbildung. Dank der großen Menge an anatomischen Zeichnungen und ergänzenden 3D-Abbildungen sowie der vielen beispielhaften Erläuterungen werden selbst komplizierte Themen verständlich erklärt. Zusätzlich erhält der Leser differenzierte Auswahlkriterien und Entscheidungshilfen, mit deren Hilfe situativ beziehungsweise fallbezogen die richtige radiologische Bildgebung ausgewählt werden kann. Relevant für diese Entscheidungen sind unter anderem der Vergleich von Kosten und Nutzen, die zu erwartende Bildqualität sowie eine Abwägung bezüglich der notwendigen Strahlenbelastung. Im Bereich der Skelettradiologie nimmt dieses Werk immer noch und sicherlich auch zukünftig eine Monopolstellung ein und sollte in der Bibliothek jeder Praxis und Klinik vorhanden sein.

Das Buch „Standardverfahren in der operativen Orthopädie und Unfallchirurgie“ ist bereits seit der ersten Auflage ein Klassiker. Es dient einerseits Medizinern als Lehrbuch bei der Weiterbildung zum Facharzt und ist andererseits praktizierenden Ärzten eine hilfreiche Unterstützung bei der täglichen Arbeit in Kliniken und Praxen. Sämtliche Standardverfahren bei Operationen werden detailliert erklärt. In diesem Zusammenhang werden die jeweiligen Indikationen und mögliche Techniken beschrieben. Zudem erhält der Leser diverse Tipps zur Operation selbst sowie zur eventuellen Nachbehandlung. Aufgrund der durchgängig äußerst kurzen und prägnanten Darstellung eignet es sich darüber hinaus auch als Formulierungshilfe für Operationsberichte oder als Handbuch, um sich auf die Schnelle abzusichern oder dringend benötigtes Wissen aufzufrischen.

Inhaltlich ist das Werk zunächst nach Körperregionen aufgegliedert und behandelt diese, nach einer Einführung mit Erläuterung der Grundlagen, in der Reihenfolge, wie sie nun aufgezählt werden: Schulter, Oberarm und Ellenbogen, Unterarm und Hand, Wirbelsäule, Becken, Hüfte und Oberschenkel, Kniegelenk, Unterschenkel und Sprunggelenk und Fuß. Danach widmen sich die Autoren den folgenden speziellen Themen: Polytrauma, Weichteildefekte, Pseudarthrosen, Kompartmentsyndrom, septische Chirurgie, Amputationen, Knochen- und Weichteiltumoren, Verbrennungen und Kinderorthopädie sowie Rheuma. Zu guter Letzt sorgt außerdem ein Sachverzeichnis für noch mehr Übersichtlichkeit.

Die aktuell vierte Auflage wurde inhaltlich umfassend aktualisiert und systematisch überarbeitet. Hierbei erfolgte auch eine Berücksichtigung der fachlichen Weiterentwicklung von Unfallchirurgie und Orthopädie. Besonderen Wert legte man dabei auf die detaillierte Darstellung von Informationen zu den Themen Indikation und Kontraindikation, Operationsplanung, Operationsprinzip, spezielle Patientenaufklärung, Alternativmethoden, spezielle Instrumente und Implantate, Nachbehandlung Tipps und Tricks sowie Ergebnisse und Literaturhinweise. Nicht nur aufgrund der neuartigen Gliederung ist und bleibt das Buch ein hervorragendes Nachschlagewerk. Außerdem kann es eine gute Hilfe zur Vorbereitung auf Operationen sein. Vor allem wenn es um solche geht, die weniger selten notwendig oder völlig neu sind. Aus diesen Gründen sollte jeder Unfallchirurg und Orthopäde diesen Leitfaden sein Eigen nennen und auch entsprechend intensiv nutzen. Dank der knapp 300 Fallbeispiele für operative Eingriffen in den besagten Fachgebieten, die sorgfältig ausgewählt wurden und der circa 900 Abbildungen bietet das Werk eine äußerst praxisorientierte Operationslehre mit bestmöglicher Orientierung und Übersichtlichkeit.

Die Autoren des Werkes „Unfallbegutachtung“ sind beruflich im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung, als Universitätsmediziner sowie in einem Unfallkrankenhaus tätig. Da sich diese unterschiedlichen Kompetenzen perfekt ergänzen, bekommt der Leser in nur einem Buch sowohl medizinische als auch juristische Aspekte themenübergreifend erklärt. Mit den mehr als 200 Abbildungen und einer großen Anzahl an Tabellen ist die momentan 13., vollständig überarbeitete Auflage als Ratgeber für alle Gutachter und nahezu unverzichtbar, genauso wie für Personen oder Institutionen, die komplexe Gutachten beauftragen oder Folgen von Arbeitsunfällen oder im Zusammenhang mit Berufskrankheiten überprüfen und bewerten müssen. MdE-Sätze werden einfach und problemlos gefunden, entsprechende Fragestellungen dadurch schnell und sachgerecht gelöst. Somit gehören neben Juristen auch Mitarbeiter von Sozial- oder Privatversicherungen und Selbsthilfe- oder Behindertenorganisationen sowie Medizinischen Diensten zur Zielgruppe des Buches.

Inhaltlich ist es in zwei übergeordnete Kapitel unterteilt. Im ersten Teil geht es zunächst um die rechtlichen Grundlagen der Unfallbegutachtung. Nach einem allgemeinen Überblick folgen Informationen zur gesetzlichen Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung, zur sozialen Entschädigung und bezüglich der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sowie zur gesetzlichen Pflege- und privaten Unfallversicherung. Abschließend geht es um sonstige mögliche Auftraggeber und die entsprechende Vergütung von Gutachten. Der zweite Teil beschäftigt sich dann mit den medizinischen Grundlagen der Unfallbegutachtung und geht hierbei zunächst auf Allgemeines und nachfolgend auf Spezielles ein. Nach der Begutachtung von Fragen des ursächlichen Zusammenhanges zwischen Körperschäden und Unfall wird zuletzt auf psychische Störungen nach Unfällen im Rechtsgebiet der Gesetzlichen Unfallversicherung eingegangen. Im Anhang sind außerdem einige weitere nützliche Informationen enthalten wie zum Beispiel ein Ärztevertrag, diverse Richtlinien und Versicherungsbedingungen sowie eine Liste von und Merkblätter zu einigen Berufskrankheiten. Ein Literatur- und ein Sachwortverzeichnis runden das Nachschlagewerk schließlich ab.

In der aktuellen Ausgabe wurden sämtliche Gesetzesänderungen, welche die Unfallversicherung betreffen, aktualisiert und angepasst. Darüber hinaus wurden weiterführende Erläuterungen zu den privaten Unfallversicherungen ergänzt und medizinisch relevante Aspekte bezüglich Unfallgutachten grundlegend aktualisiert. In diesem Zusammenhang wurden sowohl die Interessen der eventuellen Auftraggeber, als auch die Ansichten der Berufsgenossenschaften miteinbezogen sowie gemäß der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) Potenziale und Ressourcen von Geschädigten in den Vordergrund gerückt. Alles in allem ist das Buch „Unfallbegutachtung“ für die Gutachtenerstellung in den Bereichen von Bundes- und Sozialgericht unentbehrlich. Aufgrund seiner praxisnahen Orientierung wird es zudem als Leitlinie immer wieder empfohlen.

Das Buch „Arbeitsunfall und Berufskrankheit“ ist in seiner mittlerweile achten Auflage zwischenzeitlich zum unverzichtbaren Standardwerk für Gutachter geworden. Es dient als fundierte Grundlage für die Bearbeitung von Fällen der gesetzlichen Unfallversicherung und beleuchtet anhand einiger Abbildungen die komplizierten Sachverhalte in Medizin, Recht und Verwaltung sowie eventuelle Verflechtungen der drei Bereiche. Durchzogen von juristischer und medizinischer Fachterminologie bleibt es trotz alledem ein verständlicher Ratgeber.

Die Konzeption dieses klassischen Nachschlagewerks hat sich bereits innerhalb weniger Jahre bewährt. Es dient nicht nur Entscheidern in der Sozialverwaltung als Arbeitshilfe, sondern zeigt auch dem ärztlichen Gutachter die juristischen Anforderungen an seine wissenschaftliche Beurteilung auf und informiert den involvierten Rechtsanwalt über relevante Erfahrungen aus der Medizin sowie die passenden Heilungsmöglichkeiten.

Im ersten Teil des Buches wird im Detail auf die Entwicklung der gesetzlichen Unfallversicherung sowie deren Grundsätze eingegangen. Dadurch werden die notwendigen, rechtlichen Grundlagen für eine Gutachtenstellung vermittelt. Anschließend bekommt der Leser einen Einblick in die Themen Arbeitsunfall, Berufskrankheit und die damit zusammenhängende Anforderung von Beweisen. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Arten von Gutachtenaufträgen erläutert und beschrieben, welche Probleme auftreten, falls ein Versicherter als Folge eines Arbeitsunfalls oder aufgrund einer Berufskrankheit verstirbt. Abschließend erfolgt eine Darstellung der verschiedenen Krankheitsbilder inklusive jeweiliger Ursache und möglichem Verlauf. Hilfreiche Ergänzungen sind außerdem das am Ende enthaltene Schlüsselverzeichnis zu Berufskrankheiten sowie ein umfangreiches Sachverzeichnis.

Bereits seit einem Vierteljahrhundert vermittelt Netter's Atlas der Anatomie des Menschen dieses komplexe Thema auf locker-leichte Art und Weise und macht es so in nur einem Band auch für Medizinstudenten greifbar und verständlich. Die für den Arzt und Künstler charakteristischen bildhaften Darstellungen, welche sich in Form von klaren, vereinfachten oder realistisch-präzisen Zeichnungen bis hin zu komplex strukturierten Illustrationen durch das komplette Werk ziehen, leben von einem gelungenen Mix aus detaillierten Beschriftungen und didaktisch einprägsamen, schematischen Abbildungen. Perfekt ergänzt werden diese durch eine Vielzahl an Röntgen- beziehungsweise CT-Aufnahmen und klinischen Bildern. Die aktuell sechste Auflage enthält sieben Kapitel, von denen jedes weitere Unterkapitel enthält und die wie folgt bezeichnet sind: Kopf und Hals, Rücken und Wirbelsäule, Thorax, Abdomen, Becken und Dammregion, Obere Extremität, Untere Extremität. Somit sind sämtliche anatomische Regionen des Körpers in diesem Nachschlagewerk untergebracht.

Eine relevante Neuerung dieser Auflage ist, dass verstärkt Augenmerk auf den klinischen Fokus gelegt wird. Zudem sind Tabellen hinzugekommen, die Informationen zu den Funktionen, Ansätzen und Ursprüngen sowie der Innervation von Muskeln bereitstellen. Für Netter´s Atlas weiterhin typisch ist die klare Strukturierung jeder einzelnen Seite und die Fülle an hilfreicher Beschriftungen. Trotz alledem wirkt das Werk niemals überladen. Hervorzuheben sind außerdem die zahlreichen Perspektiven, mit denen beispielsweise Organe dargestellt werden und die mit jeder Illustration mehr und mehr ins Detail gehen. Dabei erfolgen dreidimensionale Darstellungen durch Querschnitte in der Sagittal-, Frontal- und Transversalebene. Jedes Kapitel zu einer bestimmten Region des Körpers enthält zudem Übersichten mit den jeweils relevanten Muskeln, Nervenbahnen und Gefäßen.

Alles in allem ist dieser Atlas der Anatomie schlichtweg gelungen und in seiner Machart einzigartig. Mit den Ergänzungen der neuen Auflage passt sich das detailreiche und realitätsnahe Werk den steigenden, medizinischen Anforderungen an. Nicht nur für praktizierende Ärzte, sondern auch für angrenzende Berufsgruppen, ist und bleibt der Atlas ein hilfreiches Nachschlagewerk für den beruflichen Alltag.

Ein typischer Fall für die Beauftragung eines ärztlichen Gutachters tritt ein, wenn es bei orthopädisch-unfallchirurgischen Eingriffen zu Komplikationen kommt. Mit solchen Gefahrensituationen wird im Regelfall jeder Chirurg mindestens einmal in seiner beruflichen Laufbahn konfrontiert. Sind Fehler passiert, zeigt sich der chirurgisch tätige Arzt möglichst professionell, indem er diese selbstkritisch analysiert. So hilft er sich und anderen, derartige Komplikationen zukünftig bestmöglich zu umgehen. Da solche Situationen trotz höchster Vorsicht regelmäßig auftreten, ist eine präventive Vorgehensweise für den verantwortungsvollen Chirurgen unabdingbar.

Anhand von Fallberichten, die aus Sammlungen von Schlichtungsstellen der Norddeutschen Landesärztekammern und der Ärztekammer Nordrhein sowie aus der Gutachterpraxis stammen, vermittelt dieses Buch im zunächst allgemeinen Teil einen umfassenden Einblick in die zahlreichen potentiellen Komplikationen. Darüber hinaus wird auf mögliche auslösende Fehler eingegangen und wie sich diese in der Praxis vor der Therapie, währenddessen sowie bei der Nachbehandlung grundsätzlich vermeiden lassen.

Der spezielle Teil beschäftigt sich anschließend mit den medizinisch wichtigsten, risikobehafteten Regionen und deren komplexen Anatomie, auf welche unter Berücksichtigung topografischer Gesichtspunkte detailliert eingegangen wird. Kritische Bereiche werden hervorgehoben und definiert sowie dort auftretende Präparationsfehler, Lageanomalien oder Variationen beschrieben. Neben den oberen und unteren Extremitäten werden die Wirbelsäule und die daran angrenzenden Bereiche behandelt. Darüber hinaus sind Erläuterungen zu sonstigen Regionen wie Schädel, Thorax, Abdomen und Becken enthalten.
Dank der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Anatomie und Klinik-Ärzten, die operativ tätig sind, enthält dieses Buch eine Vielzahl an maßgeblichen Hinweisen, wie Komplikationen, Fehler und Gefahrensituationen vermieden werden können. Die große Vielzahl an Abbildungen und Tabellen in diesem umfangreichen Kompendium leistet dabei einen großen Beitrag zur Übersichtlichkeit und unterstützen die Vermittlung der zum Teil äußerst komplexen Inhalte.

Der Bestseller „Begutachtung der Haltungs- und Bewegungsorgane“ ist ein fundierter und umfassender Ratgeber für jeden in den Bereichen Unfallchirurgie, Orthopädie oder Physikalische Medizin und Rehabilitation gutachterlich tätigen Arzt. Hilfreich und zugleich interessant ist dieses informative Werk ohne Zweifel ebenfalls für Mitarbeiter von Schlichtungsstellen und Versorgungsträger oder Juristen.

Neben den juristisch relevanten Begriffen an sich sind darüber hinaus deren jeweilige Auslegung bei der Rechtsprechung sowie Anspruchsgrundlagen, sozialrechtliche Maßnahmen und gesetzliche Leistungen inklusive der jeweiligen Grenzen und Voraussetzungen aufgeführt. Zudem enthält der Klassiker für die ärztliche Gutachtung auch eine medizinische Bewertung.

Begründet durch die Herren Rompe und Erlenkämper, erscheint die komplett überarbeitete und mittlerweile 6. Auflage mit einem neuen Autorenteam nicht nur in aktualisierter Form, sondern auch mit erweitertem Inhalt. Zu den neuen Kapiteln zählen die „Bewertung von Hautschwielen“, der „Einfluss der Polyneuropathie auf Unfallschäden der unteren Extremität“, die „Gutachtliche Einschätzung von Sehnenschäden“ und „Gesundheitsstörungen der Knie“ sowie der „Facharztstandard der Endoprothetik von Hüfte und Knie“.

Nicht zuletzt aufgrund der mittlerweile neu hinzugekommenen Informationen ist dieses Standardwerk der Begutachtung nahezu ein Muss für jeden ärztlichen Gutachter. Präzise, knappe Formulierungen tragen dazu bei, die mit vielen juristischen Fachbegriffen versehenen Texte für den Leser verständlicher zu machen. Zudem helfen zahlreiche Tabellen dem Mediziner, Unfallschäden für die Erstellung des Gutachtens schnell und einfach richtig einzuschätzen.

Im neunten Buch des Sozialgesetzbuches sind sämtliche Vorschriften bezüglich des Schwerbehindertenrechts enthalten. Diese sollen nicht nur die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen regeln, sondern auch deren gleichberechtigte Teilhabe am Leben beziehungsweise in der Gesellschaft ermöglichen. Die Autoren von „Begutachtung im Schwerbehindertenrecht“, welche in ganz unterschiedlicher Art und Weise mit der Umsetzung dieses Rechts befasst sind, möchten genau das fördern, um auf diesem Weg auch die Qualität von Begutachtungen im sozialmedizinischen Bereich zu optimieren und eine Weiterentwicklung des Rechts für Schwerbehinderte zu erwirken. Mit ihrem Werk geben sie einen umfassenden Einblick in die Grundlagen des Behindertenrechts und zwar sowohl in rechtlicher als auch in medizinischer Hinsicht. Der Leser kann sich dabei über medizinische Voraussetzungen und die mögliche Vorgehensweise bei der Feststellung einer schweren Behinderung informieren. Darüber hinaus wird auf das Prozedere einer sozialrechtlichen Überprüfung von Bescheiden sowie über eventuelle Tendenzen bei der Rechtsprechung eingegangen.

Der Inhalt des Nachschlagewerks ist in drei übergreifende Kapitel unterteilt, die wie folgt benannt sind: „Teil 1: Grundlagen - Gesellschaftliche Bedeutung des Schwerbehindertenrechts“, „Teil 2:Das Schwerbehindertenrecht in der Praxis“ und „Teil 3: Begutachtung - Grundlagen, Grenzen und Fehlerquellen“. Im Anhang folgen sowohl eine umfangreiche Anlage zur Versorgungsmedizin-Verordnung mit dem Titel „Versorgungsmedizinische Grundsätze" als auch zusätzliche, weiterführende Informationen sowie ein hilfreiches Stichwortverzeichnis.

Die Zielgruppen dieses Buches sind, neben diversen Mitarbeitern in Sozialverbänden und Schwerbehindertenvertretungen sowie Versorgungsverwaltungen und Kommunen, vorwiegend Juristen und Ärzte. Dabei richtet sich unter anderem der Autor Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Thomann, welcher selbst Orthopäde und Rheumatologe mit eigener Praxis ist, im Speziellen an die gutachterlich tätigen Instanzen.

Dieses Buch eignet sich ideal als Nachschlagewerk für Ärzte, die vor allem im Zusammenhang mit der Erstellung entsprechender Gutachten weitere Informationen zum Thema Schwerbehindertenrecht benötigen. Zu diesem Zweck liefert das Werk einen schnellen Überblick. Auf tiefergehende Details wie zum Beispiel zu weiterführenden Rechtsprechungen wird hier größtenteils verzichtet. Trotz alledem sollte der Leser ein solides Fachwissen besitzen, um mit den Inhalten dieses Buches arbeiten zu können.

Das Autorenteam von „Bildgebende Diagnostik des Fußes“ hatte sich das Ziel gesetzt, mit Hilfe dieses Buches einen effizienten und praxisnahen Leitfaden zum Thema Fußdiagnostik zu erstellen und so die Beurteilung von Fußuntersuchungen zu erleichtern. Erkrankungen des Fußes sollen schnell erkannt und dadurch auch umgehend richtig behandelt werden. Dabei ist dieses hilfreiche Nachschlagewerk, welches von führenden chirurgischen und orthopädischen Fußexperten und Radiologen verfasst wurde, vor allem auf die Bedürfnisse von praktizierenden Radiologen sowie konservativ tätigen und klinisch operativen Ärzten ausgerichtet.

Aufgrund seiner komplizierten Anatomie sowie der Vielfalt auftretender Symptome mit dennoch unterschiedlicher Ursache und entsprechenden Therapiemöglichkeiten stellt die Diagnostik des Fußes einen besonders schwierigen Bereich dar. Dank des übersichtlich gestalteten Lehrbuchs erhält der Leser prägnant formulierte Informationen zum Thema Fuß in einer bisher einzigartigen Zusammenfassung und gleichzeitig in höchst zuverlässiger Qualität. In Form einer einheitlichen Struktur werden sämtliche Krankheitsbilder präsentiert und definiert und die Methoden der Untersuchungen sowie Zeichen in der Bildgebung erläutert. Darüber hinaus wird auf eventuelle Differenzialdiagnosen, mögliche Therapien, Behandlungsverläufe und Pitfalls eingegangen. Mehr als 500 hochaufgelöste Abbildungen aus MRT, Röntgen, Ultraschall und Computertomographie inklusive zahlreicher verwendeter Untersuchungsprotokolle ermöglichen dem Leser, dieses komplexe Fachwissen zu verstehen und zu verinnerlichen.

Das Werk „Bildgebende Diagnostik des Fußes“ ist in insgesamt elf Kapitel unterteilt, die wie folgt betitelt sind und in genau dieser Reihenfolge abgehandelt werden: „Techniken der Bildgebung“, „Klinische Diagnostik“, „Sprunggelenk und Rückfuß“, „Mittelfuß“, „Vorfuß“, „Pathologien der plantaren Weichteile“, „Erkrankungen der Nerven“, „Erkrankungen ohne spezifische anatomische Lokalisation“, „Systemerkrankungen mit Beteiligung des Fußes“, „Tumorähnliche Läsionen“ sowie „Normvarianten“.

Insgesamt stellt dieses praktisch orientierte Buch eine umfassende und überaus anschauliche Alltagshilfe zum Thema Fußdiagnostik dar, in dem anhand hochwertiger Bilder, die in erster Linie durch MRT und konventionelles Röntgen entstanden sind, unterschiedliche Pathologien dargestellt werden. Die Verbindung aus Empfehlungen für das Vorgehen bei der Diagnose und den anschließend folgenden Erläuterungen bezüglich möglicher Therapien ist hierbei besonders gelungen. Dank der Hinweise zur passenden Methode der Bildgebung für die jeweilige Pathologie können letztendlich sogar Überdiagnosen und damit zusammenhängende Kosten vermieden werden.

„Der Unfallmann“ dient ärztlichen Gutachtern als fachspezifische Hilfestellung für ihre Gutachtenerstellung. Bei der Vermittlung von umfangreichen Basisinformationen sowie aktuellem Wissen zu der in den letzten Jahren geänderten Gesetzeslage liegt der Schwerpunkt hierbei auf der sogenannten Unfallbegutachtung. Da das Themengebiet unzählige Schlupflöcher und Fallstricke beinhaltet, ist dieses valide Praxiswerk ein Muss für die Bibliothek eines jeden Facharzt-Gutachters, Orthopäden oder unfallchirurgisch tätigen Arzt. In der mittlerweile 13. Auflage erleichtert das Buch die Gutachtenerstellung durch Merksätze und eine neue, übersichtliche Gliederung. Zudem trägt unter anderem der in unterschiedlichen Farben gestaltete Text zu einem gelungenen Layout mit einer prägnanten, klaren Optik bei.

Das umfangreiche Nachschlagewerk ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten Teil wird auf die Grundsätze eingegangen, die von einem Arzt bei der Gutachtenerstellung beachtet werden sollten und es wird erklärt, welche Informationen aus den Bereichen Recht und Medizin relevant sind. Darüber hinaus werden bezüglich sogenannter Zusammenhangsgutachten die Zusammenhänge zwischen Körperschäden beziehungsweise Gesundheitsschädigung und dem Unfallereignis erläutert. Der zweite Teil geht auf alle Rechtsgebiete ein, für die ärztliche Gutachten erstattet werden. Hierzu gehören, neben der gesetzlichen und privaten Unfallversicherung, das Dienstunfall- und das Haftpflichtrecht, das Soziale Entschädigungs- und das Schwerbehindertenrecht sowie die Gesetzliche Rentenversicherung unter Berücksichtigung der qualitativen und quantitativen Leistungsminderung. Der dritte Teil enthält diverse exemplarisch dargestellte Schadensbilder aus der Unfallchirurgie inklusive Schilderungen der spezifischen Kausalitätsprobleme. Zudem wird auf die wichtigsten Informationen für die Gutachtenerstellung auf den Gebieten der Inneren Medizinen sowie der Neurologie und Psychiatrie eingegangen. Im vierten Teil werden Chirurgisch-orthopädische Berufskrankheiten behandelt, die durch physikalische Einwirkungen verursacht wurden. Abschließend sind im Serviceteil ein Glossar, Hinweise zu ergänzender Literatur und ein Stichwortverzeichnis enthalten.


Alles in allem bietet dieses Standardwerk, weit über die Grundlagen der Begutachtung hinaus, praktikable Hilfestellungen für gutachterlich tätige Ärzte. Selbst Einsteiger werden leicht verständlich an das Thema herangeführt und erhalten einen strukturierten Überblick zum rechtlichen Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei wird der gesamte Ablauf der Begutachtung von Unfallfolgen in den einzelnen Fach- und Rechtsbereichen dargestellt. Neben den jeweiligen Herangehensweisen werden darüber hinaus die wichtigsten Augenmerke in diesem Zusammenhang erläutert. Dank der stets eindeutigen Begrifflichkeit und durch die Hervorhebung relevanter Punkte werden sämtliche Problempunkte der medizinischen Unfallbegutachtung präzise und anschaulich dargestellt.

„Die ärztliche Begutachtung“ gilt als der Klassiker unter den Büchern rund um das Thema medizinische Gutachten. Es enthält aktuelles gutachtliches Wissen und dient dem Mediziner in seiner Rolle als Berater, Sachverständiger und Gutachter von Gerichten und Versicherungen sowie sozialrechtlichen Institutionen als Standardwerk.

Neben Allgemeinem und Infos zu rechtlichen Grundlagen der medizinischen Begutachtung behandelt das Buch besondere gutachtliche Fragestellungen und pathophysiologische Grundlagen der ärztlichen Begutachtung. Anschließend gehen die Autoren auf die Probleme der ärztlichen Begutachtung in den folgenden Fachbereichen ein: Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Psychiatrie, Chirurgie und Unfallchirurgie, Urologie, Orthopädie, Dermatologie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, HNO-Heilkunde, Augenheilkunde, Frauenheilkunde, Anästhesie und Radiologie. Zudem erhält der Leser einen Einblick in die gutachtliche Beurteilung der Verkehrstüchtigkeit sowie das Gutachterhonorar.

Für die bereits fünfte Auflage wurden sämtliche Inhalte überarbeitet und gemeinsam mit Spezialisten eine Neugestaltung der rechtlichen Grundlagen vorgenommen. Darüber hinaus wurden einige aktuelle Beiträge ergänzt wie beispielsweise zu Schmerz und Sucht sowie über Transplantationsmedizin, Aufklärungspflicht und Arzthaftung.

Für Sozialgerichte und deren Urteilsfällung ist die Erstellung ärztlicher Gutachten von enormer Bedeutung und in vielen Fällen unumgänglich. Gerade deshalb ist der Sachverständige dazu verpflichtet, sich stets um eine möglichst sorgfältige und korrekte Vorgehensweise zu bemühen. Dieser hohe Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit ist sogar im § 25 der Berufsordnung für Ärzte festgelegt. Hier wird an die medizinischen Sachverständigen appelliert und eine durchgängige Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gefordert. Voraussetzung für diese Qualität sind allerdings nicht nur ein tiefes Fachwissen und praktische Erfahrung in der Medizin. Wichtig sind zudem auch gute Allgemeinkenntnisse im juristischen Bereich inklusive der dazugehörigen Fachterminologie sowie ein solides Wissen bezüglich der möglichen Zusammenhänge.

Mit dem Werk „Einführung in die medizinische Sachverständigentätigkeit vor Sozialgerichten“ erhält der medizinische Gutachter ein nützliches Handbuch, das ihm in seinem beruflichen Alltag als Sachverständiger vor Sozialgerichten als Nachschlagewerk dient. Trotz des Wortes „Einführung“ im Buchtitel ist das Werk sicherlich auch noch für gutachterlich tätige Ärzte mit bereits mehrjähriger Erfahrung interessant. Da es in erster Linie darum geht, wie Sachverhalte aus der Medizin in juristischer Hinsicht zu beurteilen sind, werden mit diesem Buch zudem viele Richter und Rechtsanwälte oder auch Mitarbeiter in Verwaltungen und Sozialversicherungen angesprochen. Neben der schwerpunktmäßigen Erläuterung von Begriffen aus dem juristischen Bereich und der Definition möglicher Zusammenhänge mit den entsprechenden sozialrechtlichen Fachbereichen, gibt das Buch auch praktische Tipps bezüglich spezieller Situationen bei Begutachtungsfällen. Im Gegensatz zu anderen Werken mit ähnlichen Inhalten bietet es dem Leser außerdem einen umfangreichen Überblick zum Thema Kostenabrechnung.

Alles in allem ist das Handbuch trotz seiner Vollständigkeit und der umfassenden Behandlung sämtlicher relevanter Bereiche äußerst übersichtlich gestaltet und gut strukturiert. Die zehn Kapitel beginnen mit einem allgemeinen Teil, in welchem unter anderem einige relevante Hinweise bezüglich der möglichen Befangenheit eines Sachverständigen gegeben werden sowie über dessen Verhalten in einer mündlichen Verhandlung eingegangen wird. Im Anschluss daran folgen einige Informationen zu Urheberrecht und Datenschutz. In den Teilen zwei bis neun werden, gegliedert nach diversen Sozialrechtsgebieten, einschlägige juristische Fachbegriffe erläutert. Hierbei werden nicht nur die geläufigsten Bereiche, sondern auch Themen wie Erwerbsfähigkeit beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit angesprochen. Speziell im fünften Teil wird auf die Kausalitätslehre sowie den Kausalitätsbegriff im sozialen Entschädigungsrecht eingegangen. Mit dem zehnten Teil erhält der Leser den bereits erwähnten wertvollen Einblick in den Kostenbereich, inklusive der notwendigen Rechtsgrundlagen sowie Informationen zu Honorarberechnung und Anweisungsverfahren, gerichtlicher Festsetzungen sowie eventuellen Rechtsmitteln der Beschwerde. Neben den zahlreichen  Hinweisen auf weiterführende Literatur enthält das Werk zu guter Letzt einige hilfreiche Anlagen zu entsprechend relevanten juristischen Grundlagen.

Jeder behandelnde Arzt oder Operateur wird in seinem beruflichen Alltag hin und wieder mit plötzlich auftretenden regionalen oder systemischen Komplikationen konfrontiert. In solchen Momenten sind vor allem Kompetenz und Souveränität gefragt, um Gefahrensituationen schnell zu erkennen und richtig zu handeln. Noch besser ist es, wenn drohende Komplikationen schon im Vorfeld erkannt und sogar vermieden werden können.

Das Buch „Komplikationen in Orthopädie und Unfallchirurgie: vermeiden – erkennen – behandeln“ widmet sich genau diesem Thema, indem es mögliche Behandlungsfehler an Knochen, Gelenken und Weichteilen analysiert und Strategien formuliert, um Komplikationen und Fehlern vorzubeugen. Darüber hinaus werden Vorschläge aufgezeigt, wie eine weiterführende Behandlung aussehen kann. Somit ist dieses Werk sowohl für den behandelnden Arzt interessant, als auch für medizinische Gutachter, die sich in ihrer Rolle als Sachverständige mit Fragen zur Arzthaftpflicht auseinandersetzen müssen. Ein Team von Spezialisten gibt dabei zuverlässige Hilfestellung und fundierte Ratschläge, um beispielsweise die medizinische Versorgung qualitativ zu verbessern oder negativ verlaufende Behandlungen in die richtigen Bahnen zu lenken. Zudem werden in diesem Kontext vermeidbare wie unvermeidbare Folgeschäden angesprochen und erläutert.

Das umfangreiche Nachschlagewerk ist in vier übergeordnete Kapitel aufgeteilt, die wie folgt benannt sind: „Grundlagen“, „Diagnostik“, „Konservative Therapie“ und „Operative Therapie“. Im ersten Kapitel werden medizinische Grundlagen erklärt und Behandlungsfehler differenziert. Darüber hinaus werden der Umgang mit Risiken und Fehlern sowie die notwendige Aufklärung von Patienten angesprochen und Informationen zum Handlungsbedarf nach dem Auftreten einer Komplikation gegeben.
Der zweite Teil befasst sich konkret mit Fehlern in der vorwiegend klinischen Untersuchung und Messung sowie in der Bildgebung durch CT, Röntgen und MRT und deren mögliche Prophylaxe. In den beiden nachfolgenden Teilen werden sämtliche relevante Therapien behandelt. Detailreich und trotzdem übersichtlich erhält der Leser Informationen zu den jeweils bekannten Komplikationen und wie diese vermieden, erkannt und therapiert werden können. Zahlreiche Abbildungen, Röntgenbilder, Tabellen sowie Fallbeispiele zu typischen Komplikationen bilden dabei die perfekte Ergänzung.

Das „Lehrbuch der Schmerztherapie“ vermittelt dem kurativen Arzt Informationen zu den wichtigsten Aspekten der schmerztherapeutischen Behandlung. Hierzu zählen beispielsweise eine detaillierte Beschreibung von Symptomen und deren Zuordnung zur Ursache und Art der Schmerzen, welche Therapien wann möglich und sinnvoll sind, wie Medikamente einzeln und kombiniert wirken, ab welchem Zeitpunkt Schmerzen chronisch werden und wie man dies verhindern kann. Somit eignet sich dieses umfangreiche Werk nicht nur zur Vertiefung für jeden in Klinik und Praxis tätigen Arzt oder Psychologen sondern auch als Lehrbuch für Medizinstudenten sowie als praktischer Leitfaden für medizinische Gutachter.
   
Da in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht wurden, wenn es um die Erforschung von Ursachen geht, die aus akuten Schmerzen chronische werden lassen, konnten neue therapeutische Ansätze für derartige Zustände entwickelt werden. Mithilfe dieses Werkes soll ein Beitrag dazu geleistet werden, Ärzten und Therapeuten nicht nur seit längerer Zeit bekannte, sondern auch einen Teil der neueren Kenntnisse zu vermitteln, sofern sich in der praktischen Anwendung bereits ein erkennbarer Mehrwert abzeichnet. Besonders wichtig ist außerdem, dass Schmerzen möglichst frühzeitig behandelt werden sollten, um einer Chronifizierung und eventuellen Folgeschäden bestmöglich entgegenzuwirken. Für eine wirksame Therapie allerdings ist eine detaillierte und eindeutige Diagnose unabdingbar. Diese Schritte sollte im Normalfall bereits der Arzt als erster Ansprechpartner durchführen, indem er zeitnahe und sinnvolle Prophylaxe betreibt und so vermeidet, dass eine Therapie durch den Spezialisten überhaupt notwendig wird.

Das umfangreiche Nachschlagewerk beschäftigt sich in erster Linie mit der therapeutischen Behandlung von Schmerzen akuter und chronischer Art und gibt einen Überblick über die aktuellen Therapiemöglichkeiten. Zu Beginn werden anatomische und physiologische Grundlagen zur Entstehung von Schmerzen erläutert, gefolgt von Informationen zu neuropathischen Schmerzen, der Messung von Schmerz und dem Schmerzgedächtnis. Nach einer Beschreibung der körperlichen Untersuchung erhält der Leser unter anderem einen Einblick in Untersuchungen auf apparative und psychobiologische Weise sowie die Dokumentation von Schmerzen. Darüber hinaus wird auf grundlegendes biopsychoziales Wissen bezüglich der Chronifizierung und auf ethische wie verhaltensmedizinische Aspekte eingegangen. Anschließend folgen ein Einblick in den Bereich Pharmakotherapie und eine Zusammenfassung zu sämtlichen aktuell eingesetzten Therapieverfahren, inklusive Informationen zur Begutachtung sowie Aspekte der Forensik. Wer einzelne Themen weiter vertiefen möchte, erhält hierfür Literaturhinweise am Ende jedes Kapitels. Dank der zahlreichen Tabellen und Grafiken und eines hilfreichen Stichwortverzeichnisses werden die Inhalte übersichtlich und verständlich transportiert.

In dem Buch „MRT des Bewegungsapparats“ wird systematisch und ausführlich auf sämtliche Themenbereiche eingegangen, die bezüglich einer Magnetresonanztherapie alle in irgendeiner Form an der Bewegung des Körpers beteiligten Regionen betreffen. Neben der korrekten Vorgehensweise, für welche die passende Untersuchungstechnik bzgl. Spulenwahl, Lagerung und Sequenzfolge gewählt werden muss, wird die normale Anatomie bei einer Magnetresonanztherapie dargestellt. Befunde aus der Pathologie werden mithilfe von bildhaften Darstellungen analysiert und erklärt. Darüber hinaus gehen die Autoren auf mögliche Fehler bei der Interpretation von Bildern ein. Anhand von Tabellen mit Befunden für unterschiedliche Bereiche des Körpers werden Programme erläutert, die für die Bildaufzeichnung verwendet werden. Tabellen mit Differenzialdiagnosen sind zusätzlich enthalten, um diverse Untersuchungsergebnisse schnell und einfach abgrenzen zu können. Zudem wird auf die klinische Wertigkeit eingegangen, angewandte Verfahrensweisen werden mit anderen relevanten Methoden verglichen und neue Techniken aus dem Bereich Magnetresonanz wie zum Beispiel die Diffusionsbildgebung und DWIBS werden vorgestellt und erklärt.

Das vorliegende Werk ist in 15 Kapitel unterteilt. Begonnen wird mit einer Beschreibung der verschiedenen relevanten Magnetresonanztechniken. In den nachfolgenden zehn Kapiteln wird auf die verschiedenen Regionen des Körpers eingegangen. Hierzu zählen neben Wirbelsäule, Schulter, Ellenbogen, Handgelenk und Finger auch die Hüftregion, das Kniegelenk, der Unterschenkel, das Sprunggelenk und der Fuß sowie das Kiefergelenk, die Muskulatur und das Knochenmark. Anschließend folgen Kapitel zu den Themen „Knochen- und Weichteiltumore“, „Osteoporose“, das „Sakroiliakalgelenk“ sowie über den „Kiefer und Zahnhalteapparat“. Knapp 2.000 Bilder in bester Qualität helfen dem Leser dabei, die Inhalte zu verstehen und zu verinnerlichen.

Die bisher vierte, vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage enthält zudem zahlreiche Neuerungen. Hierzu zählen unter anderem Informationen zu neueren Techniken und Geräten, die sowohl für den Arzt als auch für den Patienten viele Vorteile bieten. Da die angewandten Verfahren immer präziser werden, waren zahlreiche frühere Klassifikationen nicht mehr aktuell. Aus diesem Grund wurden viele Abbildungen beziehungsweise Grafiken sowie Literaturhinweise auf den neuesten Stand gebracht und einige zusätzlich ergänzt. Angaben zu gegebenenfalls hilfreichen Internetseiten helfen dabei, das erworbene Wissen weiter zu vertiefen und Tipps zur Recherche gestalten diese einfacher, schneller und effektiver.

Zieht ein Gutachter bei der Beurteilung eines Krankheitsbildes in Erwägung, dass es sich dabei um eine Berufskrankheit aus der Kategorie mit der Nummer 2101 handeln könnte, sind nachfolgende Punkte zu prüfen. So gelten bestimmte arbeitstechnische Voraussetzungen, die ausschlaggebend dafür sind, dass eine solche Erkrankung überhaupt erst entsteht. Werden die Bewegungsabläufe analysiert, muss beispielsweise festgestellt werden, dass die Tätigkeit mindestens drei Stunden lang ausgeführt wurde und es gilt herauszufinden, ob es bei den Tätigkeitsabläufen irgendwelche Änderungen gab. Außerdem ist auch der Zeitpunkt ausschlaggebend, wann die Erkrankung letztendlich aufgetreten ist, ob in der Umstellungs- oder in der Anpassungsphase. Anschließend erfolgt eine Prüfung der Kausalität. Dabei wird hinterfragt, ob das jeweilige Krankheitsbild und der Krankheitsverlauf belastungskonform sind, das heißt, ob die geschädigte Struktur auch belastet war und ob eine Besserung eintritt, wenn die Tätigkeit unterlassen wird. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob eine Störung der Anpassung oder ein Unterlassungstatbestand nachweisbar ist. Zudem sollte auch nach möglichen Ursachen im außerberuflichen Bereich geforscht werden. Besonders skeptisch muss der Gutachter sein, wenn zum Beispiel über mehrere Jahre hinweg schwere Arbeit verrichtet wurde, weil dann im Normalfall ein Trainingseffekt vorliegt. Aber auch bei Belastungen, die nicht einseitig einwirken, werden die Umstände genauer geprüft. Genauso werden Erkrankungen, die im nicht-belasteten wie im belasteten Zustand ähnlich oft auftreten, kritischer beäugt.

Für den Nachweis von Leistungseinschränkungen und Gesundheitsstörungen wird ein hohes Beweismaß angesetzt. Lediglich der Vollbeweis ist gültig. Dies bedeutet, Diagnosen auf Verdacht oder durch Anamnese werden grundsätzlich nicht anerkannt. Gibt es Zweifel daran, dass eine Störung oder Einschränkung vorliegt, gehen diese zu Lasten der versicherten Person. Als Maßstab gilt der aktuelle Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Zudem werden die sogenannten Begutachtungsleitlinien wissenschaftlicher Fachgesellschaften wie zum Beispiel die „Leitlinie zur Begutachtung von Schmerzen“ zur Entscheidungsfindung herangezogen. Auch das Glossar und die Begutachtungsleitlinien der Deutschen Rentenversicherung dienen als Grundlage. Generell gilt die Regel, dass stets eine Gesamtbeurteilung erforderlich ist.
Bei der tatsächlichen Berufsausübung besteht im Allgemeinen das Problem, dass das Ausmaß der Einschränkung eines Leistungsvermögens sowohl nach medizinischen Kriterien, als auch nach juristischen Gesichtspunkten beurteilt wird. Dabei wird die Beweiskraft der beruflichen Tätigkeit, die tatsächlich ausgeübt wird, höherwertig eingestuft als die Feststellungen durch einen medizinischen Sachverständigen.
Einzige Ausnahme ist, falls die Ausübung einer Tätigkeit nur unter unzumutbaren Willensanstrengungen oder Schmerzen, vergönnungsweise oder auf Kosten der Gesundheit erfolgt. In diesem Fall liegt eine Notwendigkeit für die Feststellung zu einem konkreten Arbeitsplatz vor.

Liegt bei einer versicherten Person ein gesundheitlicher Schaden psychischer Natur vor, der offensichtlich durch ein bei Ausübung der versicherten Tätigkeit geschehenes Ereignis verursacht wurde, muss in jedem Fall eine konkrete Feststellung des Gesundheitsschadens durchgeführt werden. Ziel dabei ist, dass am Ende die dazugehörige Einordnung des Versicherungsfalls in das Klassifikationssystem der Gesetzlichen Unfallversicherung erfolgen kann. Ausschlaggebend für eine korrekte Einstufung sind zunächst die funktionellen Auswirkungen der individuellen Schädigung auf das Erwerbsleben der betroffenen Person. Nur aufgrund der Diagnose einer vorliegenden Störung liegt offiziell noch kein Fall einer geminderten Erwerbsfähigkeit vor. Wichtig ist in erster Linie, dass bei genauer Betrachtung der Symptome ein spezifischer Bezug zum Unfall vorhanden und nachweisbar ist. Dies können beispielsweise Ängste sein, die durch das geschehene Ereignis hervorgerufen worden. Bei eher leichten Störungen muss hingegen hinterfragt werden, ob es sich vielleicht lediglich um als normal geltende Zustände wie Trauer, Besorgnis oder Kränkung handelt. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang vor allem, inwiefern und in welchem Ausmaß die Erwerbsfähigkeit tatsächlich beeinträchtigt ist. Darüber hinaus muss für eine finale Beurteilung definitiv feststehen, welche Einwirkung den psychischen Schaden verursacht hat, welches traumatisierenden Ereignis oder welcher Umstand also für die Störung letztendlich verantwortlich gemacht werden kann.

Der Begriff Folgeschaden ist im Grunde genommen als Synonym für den Ausdruck Unfallfolgen zu sehen. Das grundsätzliche Vorliegen eines solchen Schadens und der Ausmaß desselbigen dient als Grundlage, wenn über die Genehmigung von Rentenleistungen entschieden werden muss. Lediglich ein Arzt ist dazu befugt, einen Folgeschaden durch die Sicherung der vorliegenden Befunde zu diagnostizieren.
Häufig folgt ein derartiger Schaden auf unproblematische Art und Weise auf einen bereits verursachten und eventuell schon seit längerer Zeit vorliegenden Erstschaden. Dies passiert zum Beispiel dann, wenn bei einem Arbeitsunfall ein Knochenbruch verursacht und dadurch das betroffene oder benachbarte Gelenk in seiner Bewegung beeinträchtigt wird.
Im Falle eines Folgeschadens steht übrigens vor allen Dingen im Vordergrund, welche durch den Unfall hervorgerufene Beeinträchtigung einer bestimmten Funktion vorliegt. Die alleinige Formulierung einer Diagnose ist hierbei weder aussagekräftig genug noch final entscheidend.
Verwendet man den Begriff Folgeschaden im engeren Sinne, so kann er auch als Spätschaden bezeichnet werden, also als Schaden, der eventuell auf einen Erstschaden zurückzuführen ist. Auch hier gilt allerdings wieder vorrangig die Frage nach der Kausalität.

Gibt es die Vermutung, dass ein seelischer Schaden vorliegt, der durch einen Vorfall während der beruflichen Tätigkeit oder durch Ausübung derselbigen entstanden ist, so muss hinterfragt werden, ob ein Ereignis geschehen ist, welches entsprechend auf den Körper eingewirkt hat. Da die Seele genauso ein Teil des Körpers ist, gehören zu versicherten Fällen dieser Art zum Beispiel auch psychische Traumata oder Schocks. Dabei wird in zwei mögliche Fallgruppen unterschieden, nämlich dem primären psychischen Trauma sowie dem primären physischen Trauma mit Begleitschaden psychischer Natur. Ist davon auszugehen, dass eine primäre seelische Traumatisierung vorliegt, gibt es hier ebenfalls keinerlei Beweiserleichterung, sondern es muss auch in diesem Fall der Vollbeweis erbracht werden. Hierfür ist es zwingend notwendig, dass sämtliche Dokumentationen zu Erst- und Brückenbefunden entsprechend ausgewertet werden. Sollte dennoch lediglich ein anamnestischer Beleg vorliegen, werden im jeweiligen Gutachten extrem hohe Anforderungen an die Begründung gestellt. Kein Vollbeweis ist dagegen im Falle eines seelischen Sekundärschadens notwendig. Hier geht es in erster Linie um die Frage der Kausalität.

Soll ein Unfallschaden von einer möglichen Vorschädigung abgegrenzt werden, tritt häufig ein Problem auf, nämlich wenn sich beispielsweise sämtliche nachweisliche Defekte auf ein und dasselbe Körperteil konzentrieren und nur schwer getrennt voneinander betrachtet werden können. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, ob die Einwirkung überhaupt zu einem derartigen gesundheitlichen Schaden führen kann, dafür also geeignet ist. Auch die Wesentlichkeit wird gegebenenfalls hinterfragt, indem abgewogen wird, ob allein die aktuelle beziehungsweise letzte Einwirkung oder die bereits bestandene Schadensanlage ausreichen würde, um eine solche Schädigung hervorzurufen. Je nach Relevanz ist letztere mehr oder weniger ansprechbar, abhängig davon, welcher Teil der Verletzungen alt oder frisch ist, ob schützende Strukturen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden, welche Art von Einwirkung genau stattfand und ob dieses Ereignis eventuell austauschbar wäre. Dabei gilt prinzipiell, je kleiner der Vorschaden und je schwerer das neue Ereignis war, desto eher besteht ein eindeutiger Zusammenhang und umgekehrt.

Bereits im Jahr 1913 wurde in der damals gerade verabschiedeten Reichsversicherungsordnung festgelegt, dass die Unfallversicherung im Falle einer Verordnung durch die Reichsregierung auf spezielle Berufskrankheiten, die gewerblich bedingt sind, erweitert werden kann. Die RVO bildete in Deutschland bis 1992 die Grundlage des Sozialrechts. Ab 1975 wurde sie allerdings nach und nach vom Sozialgesetzbuch abgelöst wurde. Sowohl in der RVO von 1963 als auch im SGB von 1997 wird bezüglich Berufskrankheiten eine klare kausale Ausrichtung formuliert. Dementsprechend wird eine Krankheit nur in die Liste mit aufgenommen, sofern sie erwiesenermaßen aufgrund bestimmter Einwirkungen entsteht, denen die betroffenen Gruppen von Personen zweimal mehr ausgesetzt sind als die herkömmliche Bevölkerung. Zudem muss der gesundheitliche Schaden durch Tätigkeiten entstehen, die in besonders gefährdeten Bereichen stattfinden. Zwischen 1925 und 1952 gab es mehrere Verordnungen zu diesem Thema, die in ihrer Beschreibung immer konkreter wurden. Nachdem Berufskrankheiten lange Zeit nicht weiter definiert waren, wurde zunächst eine allgemeine Aussage ergänzt, dass verschiedene Regionen betroffen sein können, gefolgt von einer Aufzählung von möglichen Auslösern bis hin zur detaillierteren Formulierung, welche Körperteile in der Regel inwiefern beschädigt werden. Dabei kann die Entwicklung in folgende Phasen eingeteilt werden: Zu Zeiten von Bergbau und Industrialisierung war die Verordnung bezüglich Berufskrankheiten auf ein minimales Ausmaß beschränkt. Diese Variante wurde dann infolge der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg weiter ausgearbeitet und bei der Wiedervereinigung aktualisiert. Anschließend folgte eine Ausweitung der Verordnung auf zusätzliche Volkskrankheiten.

Wurde nun bei einer Person festgestellt, dass ihr der allgemeine Arbeitsmarkt definitiv auf irgendeine Art und Weise verschlossen ist, kann es dafür verschiedene Gründe geben. Zum einen wären für manche Tätigkeiten betriebsunübliche Arbeitsbedingungen erforderlich. Zum Beispiel könnten mehr oder längere beziehungsweise frühere Pausen notwendig sein und die täglichen Arbeitsabläufe wären dadurch eventuell gestört wenn es beispielsweise um die regelmäßigen Pausen im Rahmen von Bildschirmarbeiten geht. Sogar die Toiletten eines Betriebs spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Deren vorgeschriebene Lage ist in der Arbeitsstättenverordnung festgelegt und sagt in erster Linie aus, dass diese von jedem relevanten Aufenthaltsort aus schnell und einfach erreichbar sein müssen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wegefähigkeit, die als Grundvoraussetzung für einen Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt gilt. Diese ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, vier Mal pro Werktag innerhalb von 20 Minuten mit oder ohne Gehhilfen mindestens 500 Meter zu Fuß zu gehen. Außerdem muss die Fähigkeit gegeben sein, zweimal täglich zu den Hauptverkehrszeiten ein öffentliches Verkehrsmittel oder ein Kraftfahrzeug zu nutzen. Mögliche Problemfelder, die in Bezug auf die Wegefähigkeit auftauchen können, sind beispielsweise die Einschränkung durch eine vorliegende Agoraphobie sowie eine  krankheits- oder therapiebedingte Fahruntauglichkeit. Genügt die Arbeitskraft wiederum nur für weniger als sechs Stunden pro Tag, spricht man von einem verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt und der Versicherte erhält eine sogenannte „Arbeitsmarktrente“.

Wird bei einer durch die Gesetzliche Unfallversicherung versicherten Person eine Berufskrankheit diagnostiziert, gibt es im Zusammenhang mit der notwendigen Kausalitätsprüfung einige grundlegende Probleme. Zunächst ist mit der Versicherung im Grunde genommen nur die körperliche Arbeit abgedeckt. Dabei ist es manchmal schwierig, eine eindeutige Abgrenzung zu physiologischen Belastungen festzulegen. Dies lässt sich ohnehin nicht für alle betroffenen Personen verallgemeinern. Generell beinhaltet die Abdeckung einzeln ausgewählte Beanspruchungen, die unter dem entsprechenden Versicherungsschutz stehen. Die Einwirkung derselbigen muss allerdings im Übermaß aufgetreten sein, damit der Schutz greift.
Ein weiterer schwieriger Punkt ist, dass körperliche Bewegungen und Belastungen schon immer Bestandteile menschlicher Tätigkeiten sind. Für den Erhalt des Bewegungsapparats sind diese sogar zwingend notwendig. Es kann deshalb nicht grundsätzlich behauptet werden, dass sich körperliche Belastungen negativ auf die Gesundheit auswirken. Ein gutes Beispiel hierfür sind die in den Industrieländern zunehmenden Wirbelsäulen-Erkrankungen, trotz Rückläufigkeit bei der Menge an physischer Beanspruchung. Zudem treten viele Schadensbilder häufig auch in einem Umfeld auf, in dem die vermeintlich dafür verantwortliche Belastung verhältnismäßig gering ist oder sogar fehlt. Nicht belastungsindizierte Ursachen lassen sich dagegen nur schwer bis gar nicht feststellen.

Für die Definition eines Anforderungsprofils ist der jeweilige Auftraggeber zuständig und zieht hierfür gegebenenfalls einen berufskundlichen Sachverständigen hinzu. Außerdem wird von ihm geprüft, ob Leistungsvermögen und Anforderungsprofil übereinstimmen, wofür auch hier bei Bedarf die Meinung berufskundlicher oder medizinischer Sachverständiger eingeholt wird.
Muss nun im Versicherungsfall ein Anforderungsprofil definiert werden, so kommt es in der Regel nicht darauf an, wie der letzte Arbeitsplatz konkret ausgestaltet war. Was zählt, ist einzig und allein das generelle Anforderungsprofil des bisher ausgeübten Berufs beziehungsweise der jeweiligen Verweisungstätigkeit.
Ansätze für die Ermittlung des Profils liefern zum Beispiel berufskundliche Unterlagen, die über die Bundesagentur für Arbeit erhältlich sind. Darüber hinaus werden von Gewerkschaften, Innungen und Verbänden sowie Bezirksdirektionen der Arbeitsagentur entsprechende Auskünfte erteilt. Auch Unterlagen aus anderen Verfahren oder berufkundliche Gutachten können als Hilfestellung dienen.

Der zeitliche Rahmen des Leistungsvermögens einer versicherten Person bildet die Basis für den jeweiligen Rentenanspruch. Liegt ein Leistungsvermögen von unter drei Stunden vor, während kein leidensgerechter Arbeitsplatz verfügbar ist, wird derjenige als voll erwerbsgemindert bezeichnet. Dies gilt zwar auch bei Vorhandensein einer solchen Ersatztätigkeit, hier gilt es allerdings die entsprechende Hinzuverdienstgrenze zu beachten. Wurde das Leistungsvermögen auf einen Zeitraum zwischen drei und sechs Stunden festgelegt, ist der Versicherte ohne leidensgerechten Arbeitsplatz voll erwerbsgemindert und erhält eine arbeitsmarktbedingte Rente. Im Gegensatz dazu gilt er mit einer adäquaten neuen Beschäftigung nur als teilweise erwerbsgemindert und darf auch hier nur bis zu einer bestimmten Grenze hinzuverdienen. Liegt das potentielle Leistungsvermögen bei sechs Stunden, wird diese Person in keinem Fall als erwerbsgemindert eingestuft. Trotzdem kann auch hier aufgrund von Krankheit oder Behinderung der Arbeitsmarkt verschlossen sein, wenn keine leidensgerechte Tätigkeit zur Verfügung steht. Ist ein sogenannter Schonarbeitsplatz verfügbar, wird im Normalfall keine Rente ausbezahlt. Ausnahmen gibt es, falls es sich um eine „vergönnungshalber“ zugeteilte Tätigkeit handelt.

Während für die allein kurative Tätigkeit eines Arztes fachmedizinische Erfahrungen und Kenntnisse genügen, ist für den medizinischen Gutachter die Beherrschung eines Mindestmaßes an Rechtsgrundlagen unabdingbar. Dabei zeigt sich dessen Kompetenz durch die Verknüpfung beider Wissensgebiete. Sein fachbezogenes Wissen sollte stets auf dem aktuellen Stand sein. Darüber hinaus ist eine mehrjährige und umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der Gutachtenerstellung durchaus von Vorteil.

Das typische Symptom beim Auftreten einer Berufskrankheit aus der Kategorie 2107 ist ein plötzlich auftretender Schmerz zwischen den Schulterblättern sowie im Nackenbereich. Durch die Anfertigung einer Röntgenaufnahme kann die Diagnose des Arztes entsprechend abgesichert und bestätigt werden. Neben dem Vorliegen einer solchen beruflich bedingten Erkrankung, kann nämlich genauso die Einwirkung eines Unfalls oder sogar ein Tumor dafür verantwortlich sein, dass derartige Beschwerden auftreten. Allerdings kommt Letzteres nur in sehr seltenen Fällen vor.

Ein Zwang zur Unterlassung der verursachenden Tätigkeit besteht dabei nicht. Auch die Durchführung einer Therapie ist keinesfalls erforderlich, denn normalerweise erfolgt eine Heilung ohne weiteres Zutun und völlig spontan. Eventuelle Pseudarthrosen treten, wenn überhaupt, nur in einem äußerst unerheblichem Maß auf.

Wenn es um die Minderung der Erwerbstätigkeit geht, wird bei Vorliegen einer Berufskrankheit der Kategorie 2107 niemals ein Maß festgestellt, das zum Beziehen einer Rente berechtigt. Spätestens seit der Jahrtausendwende ist im Übrigen ein deutlicher Rückgang bezüglich Verdachtsanzeigen und letztendlich anerkannten Berufskrankheiten dieser Art zu verzeichnen. Grund dafür ist schlichtweg, dass immer mehr Maschinen zum Einsatz kommen, die solch körperliche Arbeiten ersetzen.

Liegt eine Berufskrankheit der Kategorie 2108 vor, weist das entsprechende Krankheitsbild, das laut klinischem Befund bandscheibenbedingt entsteht, die für einen solchen Fall üblichen Symptome auf. Hierzu gehört beispielsweise, dass bei der Ausführung von Bewegungen Schmerzen auftreten. Aus diesem Grund wird der Segmentbefund in der Klinik auch mithilfe provozierbarer Schmerzen erhoben. Funktionell gesehen kann im Bereich der Lendenwirbelsäule zudem eine sogenannte Entfaltungsstörung beobachtet werden. Darüber hinaus verfügt die Muskulatur in der Regel über einen erhöhten Tonus. In neurologischer Hinsicht können die betroffenen Nervenwurzeln von Reizungen oder Schädigungen gezeichnet sein.
Der radiologische Befund zeigt dabei üblicherweise eine Chondrose, also eine Höhenminderung am Bandscheibenraum, eine Protrusion, was bedeutet, dass Bandscheiben sich vorwölben, sowie einen Bandscheibenvorfall, auch Prolaps genannt. Sekundär werden außerdem sowohl eine reperative Sklerose und Spondylose an den Abschlussplatten als auch eine degenerative Spondylarthrose an den Wirbelgelenken festgestellt.

An der Verordnung bezüglich Berufskrankheiten aus den frühen 50ern wurde vieles bemängelt. Auch von Seiten F. Reischauer hagelte es damals jede Menge Kritik. So kreidete er beispielsweise an, dass zum Zeitpunkt der Ausarbeitung keinerlei Statistiken vorlagen, auf denen das Ganze basierte, und des Weiteren jegliche Grundlagenforschung fehlte. Außerdem war er der Meinung, dass durch diese Formulierung der Verordnung Gutachter vom Gesetzgeber gezwungen werden, bei einzelnen Fällen eine genauere Erforschung nachzuholen. Darüber hinaus sah er die Beurteilung als äußerst schwierig an, da schließlich auch bei einem normalem Lebensanspruch spontane Erkrankungen dieser Art möglich waren. Für ihn war die Theorie zur übermäßigen Beanspruchung lediglich eine Art Verlegenheitslösung und Eigentümlichkeiten von bestimmten Berufen wurden seiner Ansicht nach völlig ausser Acht gelassen. Auch der Zusammenhang von Ursache und Wirkung entsprach gemäß Reischauer einem klassisches Missverhältnis. Zudem merkte er an, dass die gesundheitlichen Schäden auch bei eher geistigen Berufen prozentual gesehen ähnlich häufig vorkämen.

Bezogen auf einen Versicherungsfall, bei dem sowohl ein Erstschaden als auch weitere Schäden auftreten, die genauso psychisch ausgeprägt sein können, werden von Seiten der Gesetzlichen Unfallversicherung standardmäßig diverse Leistungen erbracht. Hierzu gehören zunächst eine Heilbehandlung sowie Beiträge zur Teilhabe im Bereich Arbeit und Leben. Darüber hinaus erfolgt die Auszahlung eines Verletztengeldes. Hierfür wird allerdings vorausgesetzt, dass der versicherte Fall eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Zusätzlich werden Übergangsleistungen als Maßnahmen oder in finanzieller Form angeboten, falls ein Versicherungsfall diese notwendig werden lässt. Als Beispiel aus der Praxis lässt sich hier die sogenannte Wohnungshilfe aufführen.
Eine weitere mögliche Leistung der Gesetzlichen Unfallversicherung ist die Verletztenrente. Diese beträgt üblicherweise zwei Drittel des vor dem Versicherungsfall verdienten Jahreseinkommens. Relevant für die Berechnung ist der Jahresarbeitsverdienst in dem Jahr vor dem jeweiligen Unfall. Liegt lediglich eine Minderung der Erwerbsfähigkeit vor, so wird eine Teilrente ausbezahlt. Als Mindestvoraussetzung gilt hier, dass die Minderung in einem Ausmaß von 20 % oder mehr vorliegt und auch noch 26 Wochen nach dem Ereignis weiterhin besteht. Der Anspruch darauf beginnt entweder ab dem Zeitpunkt, zu dem die Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist oder wenn 78 Wochen vergangen sind und eine erneute Arbeitsfähigkeit voraussichtlich nicht mehr eintreten wird.

Damit die Voraussetzungen für den Empfang von Leistungen zur Teilhabe erfüllt sind, muss die Erwerbsfähigkeit aufgrund von körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung oder wegen einer Krankheit gemindert oder erheblich gefährdet sein. Ist die Erwerbsfähigkeit entsprechend gefährdet, muss durch Reha-Leistungen abgewendet werden können, dass diese gemindert wird. Falls die Erwerbsfähigkeit bereits gemindert ist, sollte sie durch die Erbringung von Reha-Leistungen deutlich gebessert, erneut hergestellt oder eine weitere Verschlechterung vermieden werden können. Liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor, ohne dass eine Aussicht auf markante Besserung der Erwerbsfähigkeit besteht, sollte ein Erhalt des Arbeitsplatzes erfolgen, indem Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht werden. Als rechtliche Konsequenz daraus folgt eine gewissenhafte Festlegung bezüglich Art, Beginn, Dauer und Umfang der durchzuführenden Leistung und der dazugehörigen Rehabilitationsstätte. In diesem Zusammenhang müssen sowohl die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit, als auch die der Sparsamkeit beachtet und eingehalten werden.
Die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Sozialleistungen und Durchführung einer Rehabilitation erfolgt nach Bewilligung des entsprechenden Antrags. Das dann ausgezahlte Übergangsgeld entspricht von der Höhe her dem Krankengeld. Wird der Antrag nicht bewilligt, weil eine Reha gar nicht notwendig ist, folgt darauf der Bezug von Sozialleistungsbezug, also Kranken- oder Arbeitslosengeld. Wird der Antrag wiederum nicht genehmigt, weil eine Reha-Therapie voraussichtlich überhaupt nicht erfolgreich wäre, was nur bei Erwerbsminderung, aber nicht bei Gefährdung möglich ist, wird aus dem Reha-Antrag schließlich ein Rentenantrag.

Wird von einer Person, die voll oder teilweise erwerbsgemindert ist, eine entsprechende Rente beantragt, muss deren konkretes Leistungsvermögen festgestellt werden.
Beruht die Ursache der Erwerbsminderung auf einer Krankheit, besteht ein sogenannter regelwidriger geistiger, körperlicher oder seelischer Zustand. Dabei kommt es nicht auf die Ursache an, selbst vorwerfbares Verhalten gilt generell als unschädlich und auch Behandlungsfähigkeit oder -bedürftigkeit spielen keine Rolle.
Handelt es sich dagegen um eine Behinderung, dann weichen körperliche Funktionen, die seelische Gesundheit oder geistige Fähigkeiten von dem für das vorliegende Alter typischen Zustand aus krankheitsbedingten Gründen ab. Der Unterschied zur Krankheit besteht in diesem Fall darin, dass die Entwicklung des Zustandes bereits abgeschlossen ist.
Liegt eine dieser Situationen vor, so bleiben andere Hindernisse, die einem Einsatz auf dem herkömmlichen Arbeitsmarkt im Weg stehen könnten, außer Betracht. Hierzu zählen beispielsweise Gründe wie soziale Schwierigkeiten, das Alter oder eine mangelnde Qualifikation.

Um die Gesetzliche Unfallversicherung in Anspruch nehmen zu können, gelten einige grundlegende Voraussetzungen. Generell besteht in Deutschland Versicherungspflicht, das heißt alle beschäftigten Personen sind auch versicherungspflichtig. Ausnahmen bilden hier beispielsweise Ärzte, die selbständig tätig sind oder Beamte. Die Versicherung einer Person erfolgt somit entweder freiwillig, kraft des Gesetzes oder gemäß einer bestimmten Satzung. Zu dem sogenannten geschützten Personenkreis zählen neben Unternehmern und Beschäftigen auch „Wie-Beschäftigte“, Pflegepersonen, Rehabilitanden und Nothelfer sowie Lernende und viele mehr.
Die Verantwortung dafür, dass eine Person angemeldet wird und die entsprechenden Beiträge gezahlt werden, liegt einzig und allein beim jeweiligen Arbeitgeber. Die Errechnung der Höhe des Beitrags erfolgt unter Berücksichtigung von Beitragssatz und Gefahrenklasse, die wiederum vom Unfallversicherungsträger festgelegt werden.
Ob eine Tätigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls versichert ist oder nicht, wird von einer juristischen Instanz entschieden, da es sich hierbei um eine rechtliche Frage handelt. Somit ist es nicht die Aufgabe eines Sachverständigen, hierfür Beweise zu erbringen. Das Gericht, also der Auftraggeber, ist außerdem zuständig dafür, die Anknüpfungstatsachen festzustellen. Somit sollte in einem Schriftstück oder im Gutachtenauftrag selbst eindeutig beschrieben sein, welche Tätigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls ausgeübt wurde.

Wird ein Gutachter damit beauftragt, einen Fall von berufsbedingter Erkrankung zu überprüfen, geht er in der Regel zuallererst der Frage nach, ob es sich bei dem vorliegenden Krankheitsbild um eine sogenannte Listenerkrankung handeln könnte. Ist die Sachlage unklar und die Symptome nicht eindeutig, werden gegebenenfalls Differenzialdiagnosen gestellt, also ähnlich ausfallende Krankheitsbilder gegenübergestellt. Beschwerden, die unter der Bezeichnung BK 2101 sehr häufig auftreten, sind zum Beispiel spezifische Beeinträchtigungen der Sehnenscheiden. Dabei kann es sich um eine rheumatoide beziehungsweise rheumatische Erkrankung oder eine bakterielle Entzündung handeln. Auch vertebragene Krankheiten, also solche, die von der Wirbelsäule ausgehen, kommen oft vor. Dies können sowohl Schmerzen sein, die im Fachjargon als Beschäftigungskrämpfe bezeichnet werden, als auch radikuläre oder pseudoradikuläre Beschwerden wie das Schulter-Arm-Syndrom. Darüber hinaus tritt, neben diffusen Weichteilbeschwerden, auch häufig eine Erkrankung von aktivem Bewegungsgewebe auf. Dabei kann es sich wiederum um Muskel- oder Sehnenerkrankungen handeln.

Im Falle einer vorliegenden Berufskrankheit aus der Kategorie 2103 lässt sich die Ursache laut Verordnungstext entweder auf ein mit Druckluft betriebenes Werkzeug oder eine gleichartig wirkende Maschine zurückführen. Hierfür muss klar sein, inwiefern zwischen gleichartig wirkenden und nicht gleichartig wirkenden Werkzeugen und Maschinen unterschieden wird. Zur erstgenannten Sorte zählen nämlich solche, die keine gleichartigen Schwingungen erzeugen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Maschine hydraulisch, elektrisch oder mit Druckluft betrieben wird. Einzig entscheidend ist nämlich die Wirkung, dass also große Andruckkräfte oder tiefe Frequenzen im Spiel sind, zwischen Hand und Griff ein hoher Kraftschluss erfolgt und rhythmische Rückstöße abgefangen werden müssen. Zur zweiten Sorte gehören dagegen nicht nur Nagelpistolen, Schlagschrauber oder Motorrammen, sondern auch Ganzkörperschwingungen und sogar schlecht gefederte Autositze können dafür verantwortlich sein. Mit Ausnahme der Tätigkeit von einem Steinmetz wird außerdem auch die regelmäßige Bedienung von Hammer und Meißel als durchaus kritisch eingestuft.

Für die Anforderung von Beweisen gilt als Maßstab der sogenannte Vollbeweis. Dies bedeutet, dass vermeintlich festgestellte Tatsachen mit Gewissheit nachgewiesen werden müssen, damit keinerlei Zweifel bleiben. Grundlagen hierfür bilden häufig Dokumente aus Akten, wie zum Beispiel Behandlungs- und Befundberichte, Reha-Dokumentationen oder ein Vorerkrankungsverzeichnis. Auch Befunde aus der Radiologie oder speziell solche, die für das jeweilige Gutachten erstellt wurden, können der Sache dienlich sein.
Geht es bei der Beweisanforderung um die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit beziehungsweise Kausalität, gilt der Maßstab der hinreichenden Wahrscheinlichkeit lediglich dann, wenn die Frage nach der natürlichen Kausalität gestellt wird. In diesem Fall kann es genügen, wenn mehr Punkte für den Ursachenzusammenhang sprechen statt dagegen und ernsthafte Zweifel ausgeschlossen werden können. Dabei genügt es allerdings nicht, wenn es lediglich möglich wäre, dass ein Zusammenhang besteht. Zudem muss jedes einzelne Glied der Kausalkette separat geprüft werden, falls mittelbare Ursachen vorliegen. Der Ausdruck Wahrscheinlichkeit hat dabei hinsichtlich seiner Bedeutung nichts mit dem Begriff gemein, wie er in der Statistik Verwendung findet.
Solche Fälle rechtlich zu bewerten gehört übrigens nicht zu den Aufgaben eines Sachverständigen. Derartige Wertungen sind ein Thema, wenn nach der Unfallkausalität und dem inneren Zusammenhang, der haftungsausfüllenden oder -begründenden Kausalität gefragt wird. Dabei stellt sich bei der rechtlich wesentlichen Ursache keine Frage nach dem Beweis.

Gerade bei einer Erkrankung des Meniskus spielt die gesundheitliche Veranlagung jeder einzelnen betroffenen Person eine maßgebliche Rolle. So kann zum Beispiel eine Fehlstatik in manchen Fällen ebenso ausschlaggebend für ein derartiges Krankheitsbild sein. Während bei O-Beinen der Innenmeniskus stärker belastet wird, liegt umgekehrt im Falle von X-Beinen deutlich mehr Last auf dem Außenmeniskus. Ist diese Achsfehlstellung anlagebedingt, wird sie zwar in der Regel nicht als relevante Mehrbelastung eingestuft, kann aber je nach Ausprägung dennoch entscheidend sein und muss auf jeden Fall berücksichtigt und überprüft werden. Ist die Fehlstellung der Achse jedoch berufsbedingt erworben worden, fällt ihre Auswirkung um einiges stärker aus. Allerdings entwickelt sie sich im Laufe der Zeit normalerweise eher zu einer sogenannten Kompartiment-Arthrose. Bei einem belastungskonformen Schadensbild hingegen ist die Sachlage eindeutig: Zum einen müssen die Hinterhornanteile eindeutig beteiligt und in ausgeprägter Form belastet sein. Zum anderen sind für eine problemlose Anerkennung möglichst beide Kniegelenke betroffen, da ein einseitiger Befund stets Bedenken weckt. Tritt der Schaden außerdem am Innenmeniskus auf, bestehen von vorneherein weniger Zweifel, da dieser statistisch gesehen deutlich häufiger betroffen ist als der Außenmeniskus.

Um die Höhe der zu erbringenden Leistungen festlegen zu können, benötigt die Gesetzliche Unfallversicherung medizinische Diagnosen von Fachärzten. In diesem Zusammenhang besteht für den erkrankten Arbeitnehmer die unabdingbare Verpflichtung, sich gewissen Untersuchungen ärztlicher und psychologischer Art zu unterziehen, die zur Feststellung der Leistung erforderlich sind. Dies ist zum einen notwendig, wenn eine Heilbehandlung endet, aber auch dann, wenn eine Erhöhung, Herabsetzung, Entziehung oder Gewährung der Verletztenrente ansteht. Bei der entsprechenden Diagnostik folgt dem üblichen Abhorchen und Abtasten, dass der Versicherungsnehmer aktive körperliche Bewegungen vorzuführen und passive zu dulden hat. Darüber hinaus werden durch den Arzt Bewegungsausmaße erhoben, Reflextests durchgeführt, bildgebende Verfahren angewandt und Blutproben entnommen. 
Damit bei der Begutachtung nicht der Eindruck einer mangelnden Mitwirkung entsteht, muss der Erkrankte nicht nur Erscheinen, sondern auch aktiv mithelfen - sowohl bei der Untersuchung, als auch bei einer eventuell verordneten Heilbehandlung. An ihn ausgehändigte Fragebögen sollten außerdem stets komplett ausgefüllt und rechtzeitig zurückgegeben werden.
Einen Sonderfall stellt die Untersuchung in Form einer Obduktion dar, wenn also nach dem Tod einer Person die Berufskrankheit als Todesursache ausgeschlossen werden soll. Hinterbliebene sind nicht dazu verpflichtet, dies zu dulden oder gar mitzuwirken. Obendrein muss der Unfallversicherungsträger vorab keinen Hinweis auf mögliche Folgen geben. So kann es zum Beispiel passieren, dass die Hinterbliebenenrente nachträglich gestrichen wird.

Sollte es im Rahmen eines durch die Gesetzliche Unfallversicherung abgedeckten Arbeitsverhältnisses berufsbedingt zu einer Erkrankung des Arbeitnehmers kommen, so hat dieser gegenüber der Versicherung nicht nur Rechte, die er in Anspruch nehmen kann. Er muss auch seinen Pflichten als Versicherter nachkommen. Dadurch entsteht keinerlei Widerspruch zur sogenannten Amtsermittlungspflicht. Laut eines entsprechenden Gerichtsurteils soll dies vielmehr als eine Art Modifizierung derselbigen angesehen werden beziehungsweise greift dort, wo die Grenzen der Amtsermittlung beginnen. Die erkrankte Person ist also dazu verpflichtet, seinen eigenen Beitrag dafür zu leisten, damit der Schaden so gering wie möglich eingestuft wird. Dies gilt sowohl für die tatsächliche Laufzeit des Verfahrens, als auch im Anschluss daran.
Bei der Mitwirkung können folgende Angaben gefordert werden: Informationen zur Person selbst und über deren Angehörige, falls relevant; Details zur beruflichen Tätigkeit inklusive einer Beschreibung der einzelnen Arbeitsvorgänge und der entsprechenden zeitlichen Anteile; eine Schilderung der Gegebenheiten am Arbeitsplatz sowie eine konkrete Darstellung des Gesundheitszustands aus eigener Sicht mit Hinweisen zu eventuell damit zusammenhängenden Vorerkrankungen oder familiären Krankheitsfällen. Darüber hinaus muss der Versicherte sämtliche behandelnden Ärzte von ihrer Schweigepflicht befreien, um zur Klärung der Umstände beitragen zu können.

Liegt eine berufsbedingte Erkrankung vor, die laut Berufskrankheitenverordnung als BK 2103 einzustufen ist, dann wurde diese durch starke Erschütterungen ausgelöst, die nur bei der Arbeit mit druckluftbetriebenen Werkzeugen oder gleichartig wirkenden Maschinen auftreten können. Grundsätzlich gelten dabei die nachfolgenden Arten der Einwirkung als konkrete Gefährdung: Neben Einzelstößen, wie sie durch Handhämmer verursacht werden, werden zum Beispiel auch stoßhaltige Schwingungen, die zwischen 2 und 33 Hz liegen, als gefährdende Einwirkung eingestuft. Diese treten vorwiegend bei Niethämmern und Druckluftnaglern auf. Aber auch stationäre, nicht stoßhaltige Schwingungen in einem Bereich über 33 Hz, wie beispielsweise die von Bohr- und Schleifmaschinen, können für derartige Krankheiten verantwortlich sein. Im Allgemeinen gelten niedrige Frequenzen zwischen 8 und 50 Hz und vor allem die von 15 bis 30 Hz wegen der Resonanzschwingungen des Hand-Arm-Systems als besonders gefährlich. Noch einmal gesteigert wird die Gefährdung durch eine starke Ankopplung der Hände, hohe Amplituden und die sogenannte Rückstoßerschütterung.

Geschieht während einer versicherten Tätigkeit ein Unfall, gibt es aus Sicht der Gesetzlichen Unfallversicherung diverse Möglichkeiten für die Einordnung des Geschehnisses sowie der dazugehörigen Folgen.
Spricht man von einem Ereignis, das zeitlich begrenzt ist, geht es um einen Zeitraum mit einer maximalen Dauer von einer Arbeitsschicht. Sinn und Zweck dieser Definition ist vor allem die Abgrenzung zur Berufskrankheit. Ein Beispiel dafür ist, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund einer Verletzung am Arbeitsplatz lediglich für kurze Zeit arbeitsunfähig ist. Im Gegensatz dazu ist bei einem permanent bestehenden körperlichen Schaden, der durch eine regelmäßig durchgeführte Tätigkeit entstanden ist, der langfristige Ersatz durch eine alternative Beschäftigung notwendig.
Tritt ein ein sogenanntes „äußeres“ Ereignis ein, kommt wider Erwarten der Tatsache, dass tatsächlich eine äußerliche Einwirkung stattgefunden haben muss, nur eine geringe Bedeutung zu. Der Ausdruck hat lediglich den Zweck, eine Grenze zur „inneren Sache“ zu schaffen. Damit ist beispielsweise gemeint, wenn eine versicherte Person während der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit krank wird und dies unabhängig von den Umständen der jeweiligen Beschäftigung passiert.
Bei der Feststellung des Unfallereignisses wird dessen Hergang vom Gericht ermittelt. Ein Gutachter formuliert hierzu nur dann seine eigene Ansicht, wenn eine solche ausnahmsweise gewünscht wird. Auch die entsprechende Wertung und Beweiswürdigung liegt ausschließlich in der Hand des zuständigen Gerichts.

Die Zusammenhänge zwischen einem Unfall, der sich im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit ereignet hat, und einem gesundheitlichen Schaden, der daraus möglicherweise entstanden sein kann, richtig einzuordnen und zu interpretieren, ist häufig kompliziert und nicht ganz eindeutig. Ein Gutachter muss im Rahmen seiner Dokumentation sehr gewissenhaft vorgehen und alle wichtigen Details erfassen.
Für eine möglichst konkrete Beurteilung müssen dabei die nachfolgenden Eckpunkte stets beachtet werden: Grundsätzlich darf der zeitliche Zusammenhang nicht als Ursachenzusammenhang angesehen werden. Tritt ein Schaden also nach einem bestimmten Ereignis ein, stellt diese Tatsache an sich noch lange keinen Beweis dar, sondern kann auch reiner Zufall sein. Selbst wenn die versicherte Person zuvor noch komplett beschwerdefrei war, können andere Ursachen nicht automatisch ausgeschlossen werden. Ist keine Alternativursache bekannt oder kann diese nicht nachgewiesen werden, so gilt auch in diesem Fall nicht automatisch, dass das Ereignis, welches versichert wäre, als solches anerkannt wird. Genauso ist die Einstufung eines Ereignisses, das nicht alltäglich und somit nicht austauschbar ist, als wesentliche und somit für den Schaden verantwortliche Ursache in keinem Fall zulässig. Die sogenannte positive Feststellung stellt somit die ausschlaggebende Grundlage für jede finale Beurteilung dar.

Geht es um die Feststellung einer Berufskrankheit der Kategorie 2108, gibt es einige Fehler, die im Rahmen der hierfür notwendigen Untersuchungen häufig auftreten.
So kann ein positiver Bildbefund beispielsweise auch schlicht und einfach durch eine insuffiziente klinische Diagnostik zustande kommen. Dies wiederum passiert zum Beispiel dann, wenn auf einen Abgleich des radiologischen mit dem klinischen Befund verzichtet wird oder keine Klärung der Ursachen erfolgt, die für die Beschwerden verantwortlich sind oder sein können. Es wird also sozusagen ohne weitere Überprüfung davon ausgegangen, dass sich die subjektiven Beschwerden auf den vorliegenden Bildbefund beziehen und somit eine bandscheibenbedingte Erkrankung vorliegt.
In einem solchen Fall kann also keinesfalls von dem eigentlich unumgänglichen Vollbeweis der generell anerkennungsfähigen Erkrankung gesprochen werden.

Wie bei jeder Begutachtung einer eventuell vorliegenden Berufskrankheit, muss auch im Falle der Kategorie 2105 eine gründliche differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen möglichen Ursachen und Erkrankungen erfolgen.
Sind die Schleimbeutel an den Schultern, Ellenbogen oder Knien geschwollen und werden Patienten in genau diesen Arealen von entsprechenden Schmerzen geplagt, kann zum Beispiel auch eine Entzündung vorliegen, die durch Rheuma, Tuberkulose oder Gicht verursacht wurde. Genauso können derartige Druckschädigungen beispielsweise durch Exostosen entstehen oder die Folge einer Kontusion sein. Darüber hinaus kommen neben einer metastatischen Bursitis auch noch benigne Myome, Endotheliome oder Papillome infrage. Maligne Schleimbeutel-Tumore sind ebenfalls möglich, treten allerdings äußerst selten auf.
Alles in allem ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen mit einem ähnlichen Krankheitsbild wie dem der BK 2105 aber relativ einfach durchführbar. Die Hyperkeratose des Hautmantels tritt nämlich nur bei einer „echten“ Berufskrankheit der Kategorie 2105 und ist somit ein eindeutiges Indiz dafür, dass genau diese Krankheit vorliegt.

Leidet eine Person an gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die möglicherweise durch die Arbeit mit Druckluftwerkzeugen hervorgerufen wurde, gibt es verschiedene Krankheitsbilder, die als solche infrage kommen. Wie man aufgrund von pathophysiologischen Untersuchungen weiß, enden dadurch ausgelöste körperliche Defizite in der Regel in einer Arthrose. Diese kann jedoch in unterschiedlichen Regionen des Körpers auftreten. Während etwa 70 % der erkrankten Arbeiter an einer Arthrose im Ellenbogen leiden, tritt diese bei circa 25 % im distalen Radioulnargelenk sowie im Handgelenk auf. Ungefähr 5 % verspüren die Einschränkung dagegen im Schultereckgelenk.
Darüber hinaus gibt es noch einige Sonderformen, nämlich die Lunatummalazie, die Kahnbeinpseudarthrose und die äußerst seltene Osteochondrosis dissecans. Bei der Lunatummalazie geht man davon aus, dass es bei der Benutzung eines Pressluftwerkzeugs zur Überstreckung des Handgelenks kommt, dadurch Gefäße abgedrosselt werden und ein venöser Stau entsteht. Die Folge davon sind Zysten, eine Erweichung sowie der Zusammenbruch. Im Falle einer Kahnbeinpseudarthrose dagegen wird das Handgelenk in Richtung Speiche verbogen, wobei zusätzlich Druckluft darauf einwirkt. Neben einer Ermüdungszyste kann daraus auch eine Ermüdungsfraktur entstehen und sich letztendlich zu einer Pseudarthrose entwickeln.

Rechtliche Vorschriften enthalten in der Regel zahlreiche Begriffe, hinter denen der Zweck zur Festlegung von Grenzen und somit ein spezieller juristischer Sinn steckt. Da sich diese Ausdrücke weitgehend von solchen aus dem alltäglichen Gebrauch unterscheiden, besteht häufig die Gefahr einer sogenannten Begriffsverwirrung. Bereits bei grundlegenden Bezeichnungen wie Verursachung, Ursache oder Kausalität stellt sich die Frage, ob es sich hierbei tatsächlich um rechtlich wertende oder lediglich um ganz natürliche Begriffe handelt. Auch beispielsweise die Bezeichnung „Wahrscheinlichkeit“ kann als genereller Maßstab der Überzeugung, also als Beweismaß, oder aber als mathematisch-statistischer Ausdruck fungieren.
Wird die Erstellung eines Gutachtens beauftragt, so hat dieses grundsätzlich die Funktion, Tatsachen zu belegen. Dadurch ist das Gutachten selbst ebenfalls als Beweismittel zu bezeichnen. Ein Sachverständiger ist deshalb dafür verantwortlich, die jeweiligen Tatsachen festzustellen. Hierunter können unter anderem Schäden an der Gesundheit, eventuelle Vorschäden oder eine Schadenanlage fallen. Darüber hinaus sind aktuelle Daten aus medizinischen Befunden und dem Stand der Wissenschaft relevant sowie Erfahrungswerte aus der Medizin bezüglich Ursache-Wirkungs-Beziehungen von Einwirkungen und Gesundheitsschäden. Eine wichtige Rolle nimmt außerdem die Frage nach der natürlichen Kausalität ein.

Für die Möglichkeit einer Inanspruchnahme der Gesetzlichen Unfallversicherung kommen verschiedene Situationen oder Geschehnisse in Frage. Grundsätzlich wird zwischen Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten unterschieden. Im Falle eines Arbeitsunfalls handelt es sich normalerweise entweder um einen bei der Arbeit selbst geschehen Vorfall mit Folgen oder alternativ dazu um einen sogenannten Wegeunfall. Darüber hinaus kann ein Arbeitsunfall in Sonderfällen auch bei der Verwahrung oder Beschaffung von Schutzausrüstungen oder Arbeitsgeräten passieren.
Generell wird unter einem Unfall ein Ereignis verstanden, das zeitlich begrenzt ist, von extern auf einen Körper einwirkt und dabei entweder zu einem gesundheitlichen Schaden oder im schlimmsten Fall zum Tode führt. Bei einem Arbeitsunfall hingegen geschieht dieser einer versicherten Person infolge der Ausübung einer versicherten Tätigkeit. Handelt es sich um einen Wegeunfall, muss es sich bei dem Unfallort um eine Stelle handeln, die auf Wegen liegt, die während der entsprechenden Tätigkeit oder auf dem direkten Weg dorthin und zurück passiert werden. Auch Wege zu sogenannten „dritten Orten" und zurück sind versichert.
Eine Berufskrankheit dagegen erleidet die versicherte Person als Folge der Ausübung seiner Beschäftigung. Diese „Listenerkrankung“ wird unter Berücksichtigung der dazugehörigen Verordnung definiert. Zu solchen Krankheiten zählen Beeinträchtigungen, die durch berufsspezifische Einwirkungen entstehen und welche man dadurch konkret einer bestimmten Berufsgruppe zuweisen kann.

Um dem Entstehen einer Berufskrankheit der Kategorie 2104 erfolgreich vorzubeugen, kommen verschiedene Maßnahmen infrage.
Neben der richtigen Gestaltung des Arbeitsplatzes gilt zunächst als absolute Grundvoraussetzung, dass gefährdete Arbeitnehmer über die Gesundheitsrisiken durch Handvibrationen durch den jeweiligen Arbeitgeber ausreichend aufgeklärt werden. Von der Maschinenrichtlinie der Europäischen Union wird zudem seitens der Lieferanten, Importeure und Hersteller gefordert, entsprechende Informationen zu den Emissionen der Hand-Arm-Vibrationen herauszugeben.
Sofern eine Gefährdung durch Vibrationen grundsätzlich vorhanden ist, ist es außerdem wichtig, diese rechtzeitig zu erkennen beziehungsweise gegebenenfalls zu vermeiden oder so gut wie möglich zu mindern. Unterstützend können neue, schwingungsarme Geräte angeschafft und die Andrück- und Greifkräfte verringert werden. Auch der Einsatz bestimmter Zusatzausrüstungen sind zu empfehlen. Hierzu gehören zum Beispiel sogenannte Einspannvorrichtungen, Antivibrationshandschuhe oder vibrationsmindernde Griffe.

Die Kategorie BK 2101 in der Liste der Berufskrankheiten steht seit jeher für alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die an der Sehnenscheide, den Sehnen- und Muskelansätzen sowie dem Sehnengleitgewebe auftreten. Dabei müssen diese in einem Maß auftreten, dass die betroffene Person dazu zwingt, bestimmte als Auslöser infrage kommende Tätigkeiten dauerhaft zu unterlassen. Eine Berufskrankheit aus dieser Kategorie entsteht in den meisten Fällen im Bereich der oberen Extremitäten, genauer gesagt an den Unterarmen. Dies passiert vor allem dann, wenn die Anpassung an nicht gewohnte Arbeiten fehlt oder gestört ist beziehungsweise eine bestimmte einseitige Beanspruchung mechanischer Art über längere Zeit erfolgt. Beispielhaft zu nennen wäre hier der sogenannte Mausarm, wie er in Deutschland häufig genannt wird. Ähnliche Beschwerden werden in Australien als Repitive Strain Injury - kurz RSI - und in den USA als Cumulative Trauma Diaorders - abgekürzt CTD - bezeichnet. Solche Krankheiten gehen meist mit vielen verschiedenen Symptomen wie zum Beispiel Kopf- und Herz-, Zahn- und Kieferschmerzen sowie Muskelverhärtungen, Kraftschwund oder auch dem weit verbreiteten Karpaltunnelsyndrom einher. Problem bei diesen neuartigen Krankheitsbildern ist, dass validierte Diagnosen generell fehlen und es dazu keinerlei objektivierbare Befunde gibt. Somit ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachgewiesen, dass solche Schäden durch repetitive Arbeitsabläufe entstehen. Zudem mildert es die Beschwerden oft kaum oder gar nicht, wenn Bewegungen ergonomischer gestaltet oder gewisse Tätigkeiten vermieden werden. Darüber hinaus können auch häufig psychosoziale oder psychische Faktoren verantwortlich für derartige Beschwerden sein, sodass diese Krankheiten offiziell nicht als Listenerkrankung gelten.

Von einer Berufskrankheit der Kategorie 2104 wird dann gesprochen, wenn an den betroffenen Fingerarterien durch wiederholte Irritationen die lokalen sympathischen Nervenstrukturen übermäßig aktiviert werden. In diesem Zusammenhang wird an der Gefäßmuskulatur eventuell zusätzlich eine Hypertrophie verursacht. Dadurch wiederum können an den Fingern sehr schmerzhafte Vasospasmen entstehen, welche bei völlig gefäßgesunden Menschen durch Schwingungsbelastungen der genannten Art oder hin und wieder auch durch eine Kälteexposition hervorgerufen werden.
Solche anfallsartigen Gefäßkrämpfe werden ebenfalls als primäres Raynaud-Phänomen bezeichnet, wobei die Schmerzen insbesondere am Ende von Spasmen auftreten. Sind zudem Akrozyanosen sichtbar, spricht man von der sogenannten Weißfingerkrankheit. Insgesamt handelt es sich bei den aufgezählten Symptomen um ein absolut belastungskonformes Schadensbild, bei dem völlig beschwerdefreie Intervalle im Übrigen genauso dazugehören.

Dank einer neuen Weiterbildungsordnung haben Ärzte seit kurzem die Möglichkeit, sich zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie weiterzubilden. Mit dem Werk „Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie“ erhalten die Mediziner ein hilfreiches Handbuch für die Zeit der Weiterbildung an sich, ein perfektes Lehrbuch zur Prüfungsvorbereitung sowie anschließend ein praktisches Nachschlagewerk für den beruflichen Alltag in der Praxis oder Klinik. Anschauliche Schritt-für Schritt-Anleitungen sorgen dafür, dass das aktuelle Wissen so verständlich wie möglich vermittelt wird. Das Buch ist nach Art der Erkrankung sowie nach Behandlungspfad aufgebaut, wodurch es trotz der hohen Dichte an Informationen eine übersichtliche Struktur erhält. Unter Verwendung einer modernen Didaktik geben die renommierten Autoren aus dem Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie dem Leser außerdem zahlreiche Praxistipps und Merksätze an die Hand.

Das Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Ersterer enthält neben den Grundlagen und einem Überblick zur allgemeinen konservativen Therapie Fakten zu angeborenen Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparats, zu Erkrankungen, Verletzungen und Folgeschäden von Knochen und Gelenken, von der Haut, dem Bindegewebe und der Muskulatur sowie von Gefäßen und Nerven. Zudem ist ein Kapitel zum Thema Begutachtung enthalten. Im speziellen Teil findet der Leser Details zu den Bereichen Kopf und Hals, Rumpf sowie untere und obere Extremitäten. Auch in diesem Werk darf das wie üblich zum Schluss angefügte Sachverzeichnis nicht fehlen.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Referenzwerk „Praxis der Orthopädie“, erfüllt das Buch „Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie“ nicht nur seinen Zweck als passendes Lehrbuch für die Weiterbildung zum neuen Facharzt, sondern glänzt nahezu in seiner Rolle als würdiger Nachfolger. Trotz der zusätzlichen Inhalte bleiben sämtliche Informationen übersichtlich angeordnet, anschaulich dargestellt und hervorragend strukturiert. Mehr als 1.400 Abbildungen und knapp 300 Tabellen finden in dem 1.000-seitigen Nachschlagewerk Platz, wobei Zeichnungen überarbeitet und Fotos entsprechend erneuert wurden. Alle Kapitel zu den einzelnen Erkrankungen sind nach demselben System aufgebaut, inklusive der relevanten Diagnostik- und Theraphie-Pfade. Speziell in Bezug auf die Nutzung zur Vorbereitung für die Facharztprüfung werden weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung berücksichtigt wie zum Beispiel die Notfall- und Sportmedizin, die orthopädische Rheumatologie und die Kinderorthopädie sowie Handchirurgie und Physikalische Medizin.

Bei der Feststellung von Berufskrankheiten sowie der Anerkennung derselbigen stoßen Gutachter immer wieder auf einige Probleme. So ist es zum Beispiel häufig nicht möglich, ein Krankheitsbild zu definieren, das für eine Belastung typisch ist. Deshalb beschränkt man sich in der Regel darauf, belastungskonforme Schadensbilder festzulegen. Dabei werden sowohl die Art und die Intensität der Einwirkung einer beruflichen Belastung als auch deren gesamte Dauer berücksichtigt. Erkenntnisse aus dem Bereich der Epidemiologie können ebenfalls hilfreich sein, wenn es darum geht, mithilfe statistischer Daten eine Kausalitätsbeziehung herzustellen. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise Gruppenrisiken beleuchtet und die mögliche Verkettung von Ursache und Wirkung wird unter naturwissenschaftlich-philosophischen Aspekten hinterfragt.
Um dagegen auf Indizien für den Wahrscheinlichkeitsbeweis einer Kausalitätsverknüpfung zu treffen, wird außerdem nach belastungsindizierten Befundindikatoren gesucht. Ohne einen solchen Beweis erhält eine Berufskrankheit zumindest keinerlei Zulassung zur Anerkennung. Zu den grundlegenden Voraussetzungen, damit die Krankheit anerkannt wird, zählen vor allem, dass tatsächlich besondere Einflüsse stattfanden und diese dazu in der Lage sind, ein solches Krankheitsbild zu verursachen. Außerdem müssen hierzu aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen und der Wahrscheinlichkeitsbeweis sollte unbedingt führbar sein. Somit ist das gesamte Verfahren aus rechtlicher wie medizinischer Sicht nicht nur schwierig, sondern auch sehr aufwändig.

Ist eine Person in ihrem Leistungsvermögen eingeschränkt, muss festgestellt werden, ob diese grundsätzlich noch in der Lage ist, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein oder nicht. Um diese Frage zu beantworten, werden die individuellen Umstände nach einer bestimmten Prüffolge ermittelt. Zunächst wird hinterfragt, ob das Restleistungsvermögen noch Verrichtungen und Tätigkeiten wie Kleben, Verpacken und Sortieren, Reinigen, Zureichen und Abnehmen sowie das Zusammensetzen von Teilen, Transportieren oder Bedienen von Maschinen erlaubt. Ist dies der Fall, so kann in der Regel gar nicht erst angezweifelt werden, dass eine Einsatzfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt immer noch besteht. Können derartige Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden, muss man feststellen, ob das restliche Leistungsvermögen so weit gemindert ist, dass eine schwerwiegende spezifische Leistungsbehinderung vorliegt. Gegebenenfalls muss darüber hinaus auch eine sogenannte Summierung ungewöhnlicher Leistungsbeschränkungen ausgeschlossen werden. Besteht keines von beiden, ist die jeweilige Person wiederum eindeutig dazu fähig, weiterhin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein. Trifft eine der zwei oder sogar beide Definitionen zu, muss die Benennung einer leidensgerechten Verweisungstätigkeit erfolgen, für welche eine maximale Einarbeitungszeit von drei Monaten notwendig sein darf. Damit sollte der oder die Versicherte wieder am allgemeinen Arbeitsmarkt teilnehmen können. Ist es allerdings nicht möglich, eine solche Tätigkeit zu benennen, gilt der allgemeine Arbeitsmarkt für diese Person als verschlossen.

Der ärztliche Gutachter muss über eine überdurchschnittliche Qualifikation verfügen. Fachliche Grundlage für seine Tätigkeit bildet in der Regel ein Medizinstudium mit anschließender Approbation sowie eine Facharztausbildung mit Anerkennung. Wichtig ist außerdem ein breit gefächertes medizinisches Allgemeinwissen. In der beruflichen Praxis sollte er sein Fachgebiet adäquat beherrschen und zu fachübergreifendem Denken und Kommunizieren fähig sein. Regelmäßige Fortbildungen sind hierfür unumgänglich. Seine persönlichen Stärken sollten außerdem in der Fähigkeit zu gründlichem Arbeiten und systematischem Denken liegen. Zusätzlich angeeignete Grundkenntnisse auf diversen Rechtsgebieten optimieren seine Qualifikation.

Generell sind durch die Gesetzliche Unfallversicherung nicht nur Unfälle bei den jeweiligen Tätigkeiten an sich, sondern auch Vorkommnisse auf den damit zusammenhängenden Wegen abgedeckt. Diesbezüglich gibt es allerdings einige grundlegende Rahmenbedingungen zu beachten. Ohne Zweifel sind die direkten Hin- und Rückwege versichert, also solche Wege, die mit der versicherten Tätigkeiten in Verbindung stehen und unmittelbar zum Ort der Tätigkeit führen und zurück. Hierbei kann der Arbeitnehmer eine vorübergehende Unterkunft oder die ständige Familienwohnung als Start- beziehungsweise Zielpunkt wählen. Auch abweichende Wege über den Kindergarten, die Schule oder zu Betreuungspersonen sind abgedeckt, solange die Umwege dazu dienen, die eigenen Kinder in fremde Obhut zu geben. Zudem darf man zum Zwecke einer Fahrgemeinschaft Wege nutzen, die nicht der direkten Route entsprechen, um sich mit anderen ein Fortbewegungsmittel und die dazugehörigen Ausgaben zu teilen. Ausschlaggebend ist dabei in jedem Fall, dass am Beginn und Ende des Weges das Passieren der äußeren Haustür des entsprechenden Gebäudes steht. Einen Sonderfall stellt der Weg zu oder von einem sogenannten dritten Ort dar, der weder dem Betrieb noch einer privaten Unterkunft zuzuordnen ist. Hier sind Wegeunfälle nur dann versichert, wenn die zurückgelegte Route nicht wesentlich länger als der übliche Weg nach Hause ist. Außerdem darf die Motivation für denselbigen nicht rein privat sein. Solch ein Fall liegt zum Beispiel dann vor, wenn der Arbeitnehmer ausnahmsweise nicht von zuhause, sondern von einer anderen Unterkunft aus anreist.

Benötigt die Versicherung eine Einschätzung der Minderung zur Erwerbsfähigkeit, so wird der jeweilige Fall stets separat bewertet. Es werden niemals verschiedene Unfallvorkommnisse gemeinsam betrachtet oder zusammengefasst. Die einzige Ausnahme bildet hierbei der mittelbare Unfall, auch Folge-Unfall genannt. Um die Minderung zu definieren, wird die Erwerbsfähigkeit vor dem Ereignis als Maßstab herangezogen und gilt für die Errechnung von Versicherungsleistungen grundsätzlich als Ausgangssituation mit hundertprozentiger Leistungsfähigkeit. Dabei ist egal, ob bereits Vorschäden vorlagen oder nicht, da die jeweilige Minderung immer am vorherigen Zustand gemessen wird. In sehr seltenen Fällen ergibt sich durch das Unfallereignis keinerlei Minderung mehr und zwar dann, wenn die versicherte Person bereits zuvor als komplett erwerbsunfähig eingestuft war. Übrigens kann selbst zum Zeitpunkt einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine verminderte Leistungsfähigkeit vorliegen. Dabei gibt es weder für bestimmte Berufsgruppen oder spezielle Tätigkeitsbereiche gesonderte Beurteilungen oder Zuschläge. Theoretisch gibt es zwar die Möglichkeit, dass eine Person durch die individuelle berufliche Situation besonders betroffen ist. Hierbei handelt es sich allerdings in erster Linie um eine Form der rechtlichen Bewertung, für die die notwendigen Bedingungen in der Regel nicht erfüllt werden.

Ergänzend zu seiner Fachkompetenz sollte ein ärztlicher Gutachter unbedingt Kenntnisse diverser Rechtsgrundlagen aufweisen.
Hierzu zählen u.a.

  • Basiswissen im Sozial- und Haftungsrecht

und

  • Kenntnisse der unterschiedlichen Kausalitätstheorien

sowie

  • zu Beweisregeln und deren Anwendung

Eine wichtige Grundlage bildet auch die Beachtung der Unterschiede in den einzelnen Rechtsgebieten. Häufig geht es hier vor allem um die Bereiche Sozialrecht, Verwaltungsrecht, Zivilrecht wie z.B. private Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung sowie Arbeitsrecht und Strafrecht zur Klärung von u.a. Schuld- oder Verhandlungsfähigkeit.

Darüber hinaus sollte der Gutachter einige vertragliche Regelungswerke kennen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Allgemeine Unfallversicherungsbedingung, das Bedingungswerk der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sowie das der privaten Krankenversicherung. Unter Einbezug dieser zusätzlichen Kenntnisse ist sichergestellt, dass die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen beachtet werden und in die Beurteilung mit einfließen.

Im Rahmen der Erstellung eines Gutachtens gibt es bei der Beauftragung durch die Gesetzliche Unfallversicherung bestimmte Richtlinien, die vorab und währenddessen befolgt werden müssen. Regeln, die sich auf den Zeitraum vor der Erstellung beziehen, betreffen ausschließlich die zuständige Verwaltung. Zum Beispiel dürfen Gutachten grundsätzlich nur dann veranlasst werden, wenn diese auch tatsächlich erforderlich sind. Darüber hinaus müssen die für den Gutachter relevanten Informationen aufbereitet und entsprechend zur Verfügung gestellt werden. So muss der Sachverhalt genau vorgeben und sowohl der Unfallhergang als auch die Exposition detailliert beschreiben werden. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass das Beweisthema und die dazugehörigen Beweisfragen ganz klar formuliert sind. Gegebenenfalls darf auch ein weiteres, zusätzliches Gutachten beauftragt werden. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn spezielle Fachrichtungen von dem Fall betroffen sind.
Für den beauftragten Gutachter, der zur persönlichen Gutachtenerstattung verpflichtet ist, gilt es dagegen, die Befundlange umfassend zu erheben beziehungsweise zu klären. Hierfür muss er maßgebliche Gesichtspunkte abwägen und alle gestellten Fragen komplett und ohne Widersprüche beantworten. Dabei gilt es, die entsprechenden Beweismaßstäbe zu beachten und fachliche Grenzen voll und ganz zu respektieren. Zudem muss er sich stets objektiv distanziert und unbefangen verhalten.

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Erhalt einer Rente wegen Erwerbsminderung können auf unterschiedliche Weise gegeben sein. Normalerweise muss die allgemeine Wartezeit erfüllt sein, welche fünf Beitragsjahren entspricht. Bei der sogenannten 3/5-Belegung wiederum gelten drei Jahre mit Pflichtbeiträgen, die innerhalb der letzten fünf Jahre, bevor die Erwerbsminderung eintrat, erbracht wurden. Im Ausnahmefall ist die Erfüllung einer der beiden Voraussetzungen entbehrlich - zum Beispiel wenn eine Erwerbsminderung durch einen Arbeitsunfall vorliegt. Je nach Gegebenheit wird der Versicherungsfall dann zu einer teilweisen oder vollen Erwerbsminderung.
Teilweise erwerbsgemindert ist eine Person, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung für einen nicht absehbaren Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, unter den üblichen Arbeitsmarktbedingungen mindestens sechs Stunden pro Tag erwerbstätig zu sein. Liegt der Wert unter drei Stunden, spricht man von einer vollen Erwerbsminderung. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass jemand, der in der Lage ist, täglich sechs oder mehr Stunden unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktet zu arbeiten, in keiner Form erwerbsgemindert ist. Somit gibt es in diesem Bereich keinerlei Berufsschutz.

Üblicherweise beginnt die Auszahlung einer Rente in dem Monat, von dem ab sämtliche Voraussetzungen erfüllt werden. Hierfür muss sie allerdings unbedingt rechtzeitig beantragt werden, also spätestens bis zum letzten Tag des dritten Monats nach dem vermeintlichen Beginn. Andernfalls startet die Rentenzahlung ab dem jeweiligen Antragsmonat. Handelt es sich um eine zeitlich befristete Rente, beginnt die Auszahlung derselbigen allerfrühestens nachdem ein halbes Jahr nach Eintreten der Erwerbsminderung vergangen ist.
Zu den erwähnten Voraussetzungen, die aus versicherungsrechtlicher Sicht erfüllt werden müssen, zählen folgende: Zunächst muss die allgemeine Wartezeit abgelaufen sein. Diese entspricht im Normalfall fünf Jahren mit eingezahlten Beiträgen. Ersatzweise kann die sogenannte 3/5-Belegung gelten. Dies bedeutet, dass in den letzten fünf Jahren, bevor der Versicherungsfall eingetreten ist, drei Jahre lang Pflichtbeiträge entrichtet wurden.
Wichtig ist, dass eventuelle Änderungen des Leistungsvermögens so konkret wie möglich dokumentiert werden müssen und zwar indem vorliegende Vorbefunde entsprechend ausgewertet werden. Als Maßstab für den Beweis gilt in einem solchen Fall der sogenannte Vollbeweis.

Das sogenannte Restleistungsvermögen des Versicherten muss für Tätigkeiten ausreichen, die nach entsprechendem Anforderungsprofil auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Diese wiederum müssen generell jedem zugänglich und in ausreichender Zahl vorhanden sein, wobei in der Regel 300 Arbeitsplätze genügen. Wichtig ist außerdem, dass hier die üblichen Bedingungen des Tarif- und Arbeitsrechts wie z.B. arbeitsmarktübliche Arbeitspausen eingehalten werden, dass man den Anforderungen eines „billig“ und vernünftig denkenden Arbeitgebers gerecht wird und kognitive Mindestanforderungen erfüllt werden. Dabei wird die sogenannte Umstellungsfähigkeit vorausgesetzt, sich also in einem Zeitraum von nicht mehr als drei Monaten auf eine neue Tätigkeit einstellen zu können. Außerdem wird die sogenannte Wegefähigkeit ebenfalls als Grundvoraussetzung eingestuft. Man sollte somit in der Lage sein, den Weg zur Arbeit zurückzulegen – zu Fuß oder mithilfe öffentlicher oder privater Verkehrsmittel.
Liegt eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen oder eine spezifische Leistungsbehinderung vor, so besteht die Pflicht, dass eine konkrete Tätigkeit benannt wird, die der Versicherte weiterhin ausüben kann.
Übliche Leistungseinschränkungen in Form eines Ausschlusses von Tätigkeiten wie beispielsweise Akkordarbeiten oder solche die mit Zwangshaltungen verbunden sind, Arbeiten auf Leitern sowie das Tragen schwerer Lasten fallen nicht unter diese Begriffe. Darüber hinaus besteht keinerlei konkrete Benennungspflicht, wenn die besagte Person weiterhin körperlich leichte Tätigkeiten mit Einschränkungen sechs Stunden pro Tag verrichten kann und es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Bereiche mit entsprechenden Arbeitsplätzen gibt, die für das Restleistungsvermögen in Frage kommen.

Ein Gutachten wird erstellt, um objektive Tatsachen bzw. medizinische Sachverhalte für den verständigen Menschen in nachvollziehbarer Form zu erläutern, um dann wiederum einer dritten Person, z.B. einem Juristen, als Entscheidungsgrundlage zu dienen. Bei der Gutachtenqualität wird wie folgt unterschieden.

Zum einen gibt es die bloßen Feststellungsgutachten, zu denen u.a. das Führerscheingutachten, die Feststellung der Flugtauglichkeit, die Gesundheitsprüfung vor Übernahme als Beamter, das Musterungsgutachten, das Belastbarkeitsbegutachtung für das Arbeitsamt bzw. das Arbeitsgericht, die Feststellung der Haft- und Verhandlungsfähigkeit, die Prüfung einer bestimmten Behandlungsnotwendigkeit, das Renten- und das Invaliditätsgutachten, das vertrauensärztliche Gutachten, das Zustandsgutachten sowie die Behindertenfeststellung durch das Versorgungsamt gehören.

Zum anderen spricht man von den umfangreicheren Zusammenhangsgutachten, die z.B. für Unfallversicherer, Dienstherrn, Haftpflichtversicherer, private Kranken- und Rentenversicherung, Reiserücktrittsversicherer und die Rückholversicherung sowie Vaterschaftsgutachten benötigt werden.

Die Höhe und Art der Sozialleistungen errechnet sich nach dem vorliegenden Leistungsvermögen. Als Grundlage dient zunächst das Anforderungsprofil des allgemeinen Arbeitsmarktes, also die üblichen Bedingungen, unter denen der Versicherte noch erwerbstätig sein kann. Dabei wird von einer Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden pro Woche beziehungsweise drei Stunden pro Tag ausgegangen.
Kann die volle Leistung erbracht werden, so dient die zuletzt ausgeübte Tätigkeit oder Beschäftigung als Maßstab für die Errechnung. Dann wird laut Arbeitsrecht das bisherige Entgelt fortgezahlt oder es erfolgt die Auszahlung von Krankengeld.
Tritt eine Arbeitslosigkeit ein, erhält die Person ebenfalls eine entsprechende Leistung, je nach Dauer und Einstufung entweder Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II.
Im Falle einer Berufsunfähigkeit dagegen zählt das Anforderungsprofil des bisherigen Berufs und es wird eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ausgezahlt.
Kann die Mindestleistung nicht erbracht werden, erhält der Antragssteller entweder eine Grundsicherung, falls eine Erwerbsminderung vorliegt oder eine Rente bei voller Erwerbsminderung.
Grundsätzlich wird eine Rente wegen Erwerbsminderung nicht als Ausgleich für Beschwerden und Schmerzen, für den Verlust des Leistungsvermögens oder die Nachteile in der Karriere ausgezahlt, sondern als Ausgleich für den Verlust des Erwerbseinkommens.

Auch wenn eine Berufskrankheit der Kategorie 2105 vergleichsweise einfach zu diagnostizieren beziehungsweise zu begutachten ist, ist sie dennoch relativ schwierig zu therapieren. Werden allerdings alle für die Genesung notwendigen Maßnahmen konsequent und korrekt umgesetzt, sind die Heilungsaussichten wiederum sehr gut, da die Erkrankung dann in der Regel so gut wie folgenlos bleibt.
Zu diesen unumgänglichen Schritten gehört zunächst eine temporäre Ruhigstellung der geschädigten Region. Außerdem muss aufgrund der Infektionsgefahr unter aseptischen Kautelen eine Punktion erfolgen. Darüber hinaus wird normalerweise neben einer Instillation von Kortikoiden auch eine radikale Exstirpation vorgenommen.
Im Regelfall führt eine derartige therapeutische Behandlung also zu einer kompletten Sanierung. So liegt der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit anschließend bei einem Wert von unter zehn Prozent und gilt damit als nicht messbar.
Im Ausnahmefall können im Heilverlauf allerdings auch Komplikationen auftreten, wie zum Beispiel bei einer Infektausbreitung in das Kniegelenk. Dann muss die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit nach der verbliebenen Funktionsstörung erfolgen, indem der Unfallgutachter sich an entsprechenden Erfahrungswerten orientiert.

Liegt eine Berufskrankheit der Kategorie 2104 vor, kommt es an den Fingern auch häufig zu schmerzhaften Gefäßkrämpfen, sogenannten Vasospasmen, die in der Regel anfallsartig auftreten. Deren Ausprägung ist wiederum abhängig davon, wie lange und intensiv die tägliche Exposition stattgefunden hat, welche als Ursache dafür in Betracht kommt. Die Erstmanifestation erfolgt dabei meistens in der kälteren Hälfte des Jahres, wobei die Anfälle nur vereinzelt oder sogar mehrmals täglich in Erscheinung treten und von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden andauern können. Die Symptome sind normalerweise auf denjenigen Teil der Hand begrenzt, auf den die Vibrationen hauptsächlich eingewirkt haben. Verkürzt werden kann ein solcher Anfall zuweilen durch ein Aufwärmen der Finger.
Typisch für das Krankheitsbild einer BK 2104 ist ein Kälte- und Absterbegefühl, einhergehend mit Stetigkeit und Schwäche sowie einem Weißwerden der Finger. Darüber hinaus gehört gegebenenfalls die cyanotische Verfärbung derselbigen mit dazu oder auch eine spätere Rötung, verbunden mit einem Wärmegefühl. Zudem wird meist über Nadelstiche (Parästhesien) geklagt, wobei die Ausbreitung an den Fingerspitzen stets von distal noch proximal erfolgt und die Rückbildung genau umgekehrt.

Leidet eine Person an einer Berufskrankheit aus der Kategorie 2106, so zeigt sich das Schadensbild bei dieser Erkrankung in der Regel belastungskonform.
Die Symptomatik kann beim Auftreten eines Nervendruckschadens dagegen äußerst vielfältig ausfallen. So kann der Patient zum Beispiel von einer Muskelatrophie beziehungsweise Muskelschwäche betroffen sein, die sich bei der Reizstromdiagnostik durch eine entsprechende Entartungsreaktion zeigt. Während eine durch die Krankheit hervorgerufene Unempfindlichkeit über Veränderungen im Elektromyogramm nachgewiesen wird, zeigt sich eine Überempfindlichkeit dagegen durch elektrisierende Sensationen beim Beklopfen des Ortes der Nervenkompression. Missempfindungen werden bei einer veränderten Nervenleitgeschwindigkeit deutlich und eine gesteigerte Empfindlichkeit hinsichtlich Druckschmerz geht üblicherweise mit trophischen Störungen der Hautanhangs- und Hautgebilde einher. Treten hingegen Reflexabschwächungen oder gar Reflexausfälle auf, so sind diese meist auf ausstrahlende Spontanschmerzen zurückzuführen. Aber auch eine Störung der Schweißsekretion ist möglich, die in der Regel mit Klopfschmerzen im jeweiligen Nervenverlauf verbunden ist.

Der Zusammenhang zwischen der versicherten Tätigkeit und der Einwirkung mit schadhaften Folgen wird üblicherweise als Unfallkausalität bezeichnet. Ausschlaggebend für diese Betitelung ist, dass das Unfallereignis eine Folge der Durchführung eben dieser Tätigkeit ist oder war. Äußere und innere Umstände der gesamten Situation werden in diesem Zusammenhang aus rechtlicher Sicht bewertet. Die finale Wertung über die Gesamtsituation obliegt allein der Instanz, die das dazugehörige Gutachten beauftragt hat.
Bei der sogenannten haftungsbegründenden Kausalität dreht sich dagegen bereits alles um den eventuell auftretenden Erstschaden nach dem Unfallereignis und dient somit dazu, den Versicherungsfall grundlegend festzustellen. Der vorliegende gesundheitliche Schaden muss also eindeutig durch den Unfall verursacht worden sein.

Wird eine Vorschädigung diagnostiziert, so liegt eine sogenannte Schadensanlage vor. Dies bedeutet, dass bereits psychische oder physische Veränderungen vorhanden sind, die in klinisch-funktioneller Hinsicht keine offensichtlichen Folgen oder Nebenwirkungen haben. Trotz alledem können solche Veränderungen den vorliegenden gesundheitlichen Schaden begünstigen oder dessen Ausmaß verschlimmern. In einem solchen Fall erfolgt eine Entschädigung nach dem „Alles-oder-nichts“-Prinzip. Einige Beispiele für Schadensanlagen sind ein schadengeneigter Zustand, eine latente Störung, eine Disposition sowie eine asymptomatische Degeneration.
Liegt dagegen ein Vorschaden vor, handelt es sich dabei um einen klinisch manifesten Gesundheitsschaden, der mit Funktionsbeeinträchtigungen oder Veränderungen einhergehen, die objektivierbar sind. In einer derartigen Situation erfolgt dann nur die Entschädigung des Verschlimmerungsanteil wird. Beispiele hierfür sind, wenn eine bereits vorliegende Beeinträchtigung nach einem Arbeitsunfall stärker ausgeprägt ist oder ein Körperteil, das zuvor operiert wurde, der Belastung nicht stand hält.
Bei der Verstärkung eines Vorschadens wird darüber hinaus in vorübergehende und richtunggebende Verschlimmerungen unterteilt. Im ersten Fall wird der Anteil der Verschlimmerung für den Zeitraum derselbigen als geminderte Erwerbsfähigkeit eingestuft. Im zweiten Fall wird der Vorschaden grundsätzlich verändert. Somit ist das Unfallereignis selbst langfristig als ausschlaggebend für das Schadenbild einzustufen und der Verschlimmerungsanteil erhält für unbegrenzte Zeit die Bewertung mit einer Minderung.

In der Gesetzlichen Unfallversicherung wird je nach Betrachtungsweise beziehungsweise Einordnung von Ursache und Folge der entsprechende Zusammenhang benannt. Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise in Bezug auf den Unfall und die versicherte Tätigkeit von der Unfallkausalität gesprochen wird. Geht es um ein Unfallereignis und den daraus entstandenen Gesundheitsschaden oder -erstschaden, dreht sich alles um die haftungsbegründende Kausalität. Werden die Zusammenhänge von Gesundheitsschaden oder gesundheitlichem Erstschaden und den Folgen des Unfalls beleuchtet, spricht man von der sogenannten haftungsausfüllenden Kausalität. Dabei gilt in jedem Fall die „Theorie der wesentlichen Bedingung“.
Laut den Grundsätzen der Verordnung zur Versorgungsmedizin handelt es sich bei der Ursache im naturwissenschaftlich-philosophischen Sinn um eine Bedingung, die zum Eintreten des Erfolgs maßgeblich beigetragen hat. Hat ein bestimmter Umstand gegenüber anderen Ursachen mehr Tragweite und dadurch auch eine größere Bedeutung, wird dieser allein als die Ursache für den Eintritt angesehen.

Von einer Berufskrankheit der Kategorie 2103 gibt es mehrere Sonderformen, die bei ihrem Auftreten hinsichtlich der Kausalität gründlich überprüft werden müssen.
Hierzu zählt zum Beispiel die sogenannte Kahnbein-Pseudarthrose. Tritt eine solche auf, ist eine Kausal-Kette mit den Bestandteilen Ermüdungszyste, Ermüdungsbruch und Falschgelenk nur selten nachweisbar. Dagegen kommt es relativ häufig vor, dass eine länger zurückliegende Fraktur für die Entstehung einer Pseudarthrose verantwortlich ist.
Eine weitere Sonderform der Berufskrankheit 2103 wird Osteochondrosis dissecans genannt. Hierbei tritt normalerweise ein innerursächliches Krankheitsbild zu Tage, welches sich gelegentlich sogar beidseitig oder auch auch als Systemerkrankung zeigt. Gemäß Laarmann wird sie allerdings nur mit freiem Gelenkkörper sowie Mausbett als „echt“ eingestuft und der zeitliche Zusammenhang zur entsprechenden Tätigkeit muss relativ eng sein. Außerdem handelt es sich dabei um keinerlei Systemerkrankung, da sie sich lediglich im Ellenbogen des Andruckarmes äußert. Darüber hinaus ist kein gleichzeitig Vorliegen von degenerativen Veränderungen notwendig.
Die sogenannte Mondbein-Nekrose zählt ebenfalls zu den möglichen Sonderformen einer BK 2103. In diesem Fall gelten klare Regeln: Die auslösende Einwirkung soll mindestens zwei Jahre lang erfolgt sein und nach Aussetzen der Tätigkeit kann die Krankheit nur nach spätestens sechs Monaten auftreten. Gegenüber innerursächlichen Faktoren, wie bei einer Minus-Variante der Elle, muss eine deutliche Abgrenzung erfolgen.

Ob bei einem Unfall während der Arbeitszeit oder im Zusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit die Gesetzliche Unfallversicherung greift, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich wird zwischen eigenwirtschaftlichen und versicherten Tätigkeiten unterschieden. Solche, die dem Privatleben zuzuordnen sind, gelten somit als unversichert. Dagegen sind Tätigkeiten, deren Zweck allein der Dienst gegenüber dem Unternehmen ist, versichert. Eine Sonderstellung nimmt der Betriebssport ein, da dieser nur dann als versichert gilt, wenn er durch den Betrieb selbst organisiert wird. Geht es hierbei allerdings vorrangig um die Ausübung eines Wettkampfes oder um den Wettbewerb an sich, greift die Versicherung nicht. Auch Ausflüge und Betriebsfeiern sowie die Wege dorthin sind Sonderfälle. Diese sind ausschließlich dann versichert, wenn sie zum einen vom Unternehmer gebilligt, von seiner Autorität getragen und von ihm veranstaltet werden. Zum anderen darf sich die Veranstaltung ausnahmslos an Beschäftigte wenden und sie muss zudem der betriebsinternen Verbundenheit dienen.

Um herauszufinden, wie eine Berufskrankheit konkret entstanden ist, müssen sämtliche Umstände und mögliche Einflussfaktoren untersucht und hinterfragt werden. Zunächst ist zu klären, in welchem Verfahren bei der Produktion, mit welchen Stoffen und Gemischen sowie mit welchen Mengen gearbeitet wurde. Hierfür werden sowohl Vorgesetzte und Kollegen, als auch der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit befragt. Dabei wird gemeinsam mit der versicherten Person vor Ort ermittelt. Weitere Fragen, die beantwortet werden müssen, sind beispielsweise die Dauer und Häufigkeit der relevanten ausgeübten Tätigkeit innerhalb einer Schicht, ob eine sofortige Gegenmaßnahme wie zum Beispiel eine Absaugung erfolgte oder eine persönliche Schutzausrüstung verwendet wurde. Auch das Verzeichnis der Krankenkasse mit sämtlichen Vorerkrankungen wird in die Ermittlung mit einbezogen. Hinzu kommt das Einholen von Arztbriefen, Befundberichten, Audiogrammen und sonstigen ärztlichen Unterlagen.
Entsprechend der Befunde werden diverse Maßnahmen getroffen. So gibt es zum einen spezialisierte Aufsichtspersonen für extrem schädigende Stoffe oder Sonderbeauftragte für bestimmte schwere Erkrankungen, Betriebe und Anlagen werden geschlossen und die Großindustrie erfährt eine Umstrukturierung. Darüber hinaus werden vergleichbare Arbeitsplätze mit ähnlich gesundheitsgefährdenden Bedingungen ermittelt und dokumentiert sowie entsprechend nachgestellt. Problematische Punkte sind in diesem Zusammenhang unter anderem, dass Wissensträger durch demografische Umbrüche verloren gehen und zu lange Latenzzeiten auftreten können.

Im Falle der Begutachtung von eventuell durch berufliche Tätigkeiten entstandenen Schäden am Meniskus muss äußerst genau vorgegangen werden. Schließlich ist nur eine primäre, nicht aber eine sekundäre Meniskopathie durch die Versicherung abgedeckt. Deshalb werden alle Fakten und Zusammenhänge genauestens geprüft und untersucht, um jegliche Zweifel ausschließen zu können. Hinsichtlich der arbeitstechnischen Voraussetzungen muss deshalb zunächst ein Vollbeweis abgeliefert werden. Dies ist häufig schwierig, da die Vorgaben hierzu äußerst unklar definiert sind und deshalb eine detaillierte Betrachtung der individuellen Umstände unverzichtbar ist. Aber auch bezüglich des versicherten Gesundheitsschadens ist ein Vollbeweis notwendig. Der Fokus liegt hierbei auf Histologie und Arthroskopie, während hingegen die Aussagekraft typischer Meniskus-Zeichen als nicht belegt gilt. Darüber hinaus sind sowohl der mikroskopische, als auch der makroskopische Befund zu unspezifisch und das Ergebnis einer Kernspintomografie wird als nicht symptomerklärend eingestuft. Neben einer lückenlosen Anamnese werden außerdem noch Befunde aus klinischen sowie Röntgen-Untersuchungen herangezogen und ergänzend dazu auch sämtliche konkurrierende Ursachen unter die Lupe genommen.

Besteht der Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit der Kategorie 2104, muss diesbezüglich eine konkrete Diagnostik erfolgen. Besonders leicht fällt die Diagnose natürlich dann, wenn gerade ein akuter Anfall auftritt. Andernfalls müssen bestimmte Tests und Untersuchungen durchgeführt werden. Generell ist eine Begutachtung eher zur kälteren Jahreszeit zu empfehlen, da ein Test während der wärmeren Monate unter Umständen zu falsch-negativen Ergebnissen führen kann.
So kann im Rahmen einer gutachterlichen Diagnostik mithilfe von kaltem Wasser zum Beispiel ein sogenannter Kälteprovokationstest angewandt werden. Nach zwei Minuten bei zwölf Grad Celsius erfolgt dann eine Fingerkuppen-Thermometrie, anhand derer die Wiedererwärmungszeit bestimmt wird, die entweder normal, mäßig oder stark verzögert ausfallen kann. Bei einer Pallästhesiometrie hingegen werden an den Fingerkuppen die Vibrationswahrnehmungsschwellen gemessen.
Zusätzlich müssen andere in Frage kommende Ursachen organischer Art ausgeschlossen werden. Hierfür wird beispielsweise eine Handdynamometrie, mit der man die Handmuskelkraft bewerten kann, oder eine Dopplersonographie der Aa. rad.+ulnaris unternommen. Darüber hinaus werden normalerweise auch diverse neurologische Untersuchungen wie NLG und EMG sowie solche zur taktilen Empfindlichkeit oder zur Vibrationswärmeempfindung durchgeführt.

Zur Prüfung der Berufsunfähigkeit wird nach einem bestimmten Fragenkatalog vorgegangen. Ist der Versicherte in seinem bisherigen Beruf noch mindestens sechs Stunden erwerbsfähig, gilt er definitiv nicht als berufsunfähig. Als bisheriger Beruf gilt grundsätzlich die zuletzt auf Dauer ausgeübte versicherungspflichtige Tätigkeit oder Beschäftigung.
Ist eine Tätigkeit in diesem Umfang nicht mehr möglich, wird hinterfragt, ob er für dieselbe Zeit in einer sogenannten Verweisungstätigkeit noch erwerbsfähig wäre. Darüber hinaus wird abgewogen, ob dies zumutbar ist und zwar in subjektiver Hinsicht, nach Stufenschema, oder objektiv gesehen, also gemäß seinem Leistungsvermögen und mit höchstens drei Monaten notwendiger Einarbeitung. Ist der Arbeitsmarkt für diese Person außerdem nicht verschlossen, gilt sie wiederum als „nicht berufsunfähig“. Werden dagegen sämtliche Fragen mit „nein“ beantwortet, so liegt eine Berufsunfähigkeit vor.
Zur Feststellung derselbigen beurteilt ein Sachverständiger vorliegende Gesundheitsstörungen und das entsprechende Leistungsvermögens unter qualitativen und quantitativen sowie positiven und negativen Gesichtspunkten.

Im Jahr 150 wurden in den Vorschriften zu Berufskrankheiten der DDR folgende gesundheitliche Schäden festgehalten: Neben Ermüdungsbrüchen und beschädigten Schleimbeuteln, körperlichen Beeinträchtigungen durch die Erschütterung von Pressluftwerkzeugen sowie Krankheiten aufgrund von Tätigkeiten in Druckluft, wurden dort auch chronische Defizite an Muskel- und Sehnenansätzen, Menisken und Bandscheiben sowie den Sehnenscheiden aufgeführt. Hierzu lagen zwar keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse vor, es sollte damit aber die Überlegenheit des Sozialismus demonstriert werden. Während die Arbeitsnormen erhöht wurden, sollte dadurch das Schützen der sozialistischen Bürger in den Vordergrund treten. Demzufolge zog der Verordnungsgeber im Jahr 1952 nach. Zu diesem Zeitpunkt erweiterte nämlich die BRD ihre Liste der Berufskrankheiten, indem sie - ebenfalls ohne dem Vorliegen entsprechend medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse - weitere gesundheitlich Schäden in die Verordnung mit aufnahm. Hierzu gehörten zum einen druckgelähmte Nerven, chronisch erkrankte Schleimbeutel und Sehnenscheiden sowie überbeanspruchte Muskel- und Sehnenansätze, zum anderen aber auch der sogenannte Bergmannsmeniskus und die Schipperkrankheit. Darüber hinaus wurden die möglichen Ursachen definiert. So gehörte hierzu beispielsweise die Überbelastung oder wiederholt starke Beanspruchung, verursacht durch eintönige Bewegungen, die über einen längeren Zeitraum stattfinden. Aber auch eher ungewohnte Tätigkeiten zählten dazu. Begründet war dieser Schritt damals einerseits durch die chronischen Beschäftigungstraumen und der sozialpolitischen Motivation. Andererseits spielte aber auch die vermehrte Erkrankung an Epicondylitis eine Rolle, die nach dem zweiten Weltkrieg durch viele ungewohnte Betätigungen, eine höhere Arbeitsintensität sowie die soziale Umschichtung entstand.

Damit aus einer scheinbar herkömmlichen Krankheit eine Berufskrankheit wird, muss sie mehrere grundlegende Bedingungen erfüllen. Hierfür werden zunächst die Voraussetzungen für den Tatbestand aus der Listennummer der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung mit den vorliegenden Tatsachen verglichen. Stimmen diese miteinander überein, wird untersucht, ob die gegebenenfalls dafür verantwortlichen Einflüsse am Arbeitsplatz der betroffenen Person aus rechtlicher Sicht wesentlich zur Entstehung dieser Krankheit beigetragen haben. Diese Faktoren werden in ihrer Gesamtheit häufig als sogenannte Exposition bezeichnet.
Zur offiziellen Ernennung einer Erkrankung zur Berufskrankheit sowie Aufnahme derselbigen in die Berufskrankheiten-Liste ist letztendlich nur die Bundesregierung ermächtigt. Dafür wird wiederum vorausgesetzt, dass eine solche Krankheit durch spezielle Einwirkungen verursacht wird, denen nur bestimmte Personengruppen ausgesetzt sind und zwar in einem höheren Maße als normalerweise üblich. Aus medizinischer Sicht muss dies sogar wissenschaftlich belegt sein. Derartige wissenschaftliche Begründungen können zum Beispiel in Form von epidemiologischen Studien oder Begutachtungen vorliegen. Weitere Belege werden unter anderem durch die Untersuchung von Pathomechanismen, Gefahrenquellen, Personengruppen oder konkurrierenden Faktoren sowie Krankheitsbildern geliefert. Darüber hinaus spielt auch die gegenseitige Beeinflussung von beruflichen und privaten Faktoren eine Rolle. In zweifelhaften Fällen hingegen erfolgt eine Beratung durch den Ärztlichen Sachverständigenbeirat beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Übt ein Arbeiter regelmäßig über einen längeren Zeitraum Tätigkeiten aus, bei denen ein Druckluftwerkzeug zum Einsatz kommt, so ist sein Andruckarm deutlich stärker anfällig für eine Berufskrankheit der Kategorie 2103 als sein Haltearm. Dieser Meinung ist zumindest die pathologische Physiologie, die sich darauf auf die Ergebnisse biodynamischer Messungen beruft. Derartige Resonanzschwingungen wirken sich nämlich im Ellenbogen besonders stark aus, im Handgelenk beziehungsweise im Drehgelenk dagegen etwas weniger und am Schultereckgelenk sogar nur sehr geringfügig.
Dies alles passiert deshalb, weil sich zum Beispiel die mechanische Wirkung eines Presslufthammers schlichtweg auf den Arbeiter überträgt, alle Stöße also mit derselben Kraft wie auf den Werkstoff auch auf den Menschen ausgeübt werden. Beim aktiven Abfangen eben dieser gelangen die Rückstöße dann über die Finger und das Handgelenk bis hin zu Elle und Speiche. Dort findet eine entsprechende Verschiebung statt, wodurch letztendlich auch der Ellenbogen übermäßig belastet wird. Während die Fingergelenke und das Schultergelenk nur auf passive Weise mit erschüttert werden, muss das Schulter-Eckgelenk die restliche Hammerwirkung abfangen.

Ein medizinisches Gutachten soll in erster Linie der Vermittlung von Überzeugungen dienen, um letzten Endes Rechtsfrieden zu erwirken und dadurch einen entscheidenden Beitrag zum Ziel der Rechtsprechung zu leisten.

Für den Probanden ist dies notwendig, falls dessen persönliche Auffassung nicht nachvollziehbar ist, bei dem Erbringer der Leistung, wenn diese begründet werden muss oder bei einer gerichtlichen Instanz, da diese ihre Entscheidung mit Hilfe des Gutachtens zu fällen hat.

Der Sachverständige leistet seinen Beitrag, indem er mit alleiniger Orientierung an Fakten und gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen völlig neutrale Beurteilungen ausarbeitet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es ihm grundsätzlich verboten, tendenziell einseitig aufzutreten oder lediglich vage Spekulationen und Vermutungen zu äußern.

Nachdem also nun die natürliche Kausalität genau hinterfragt wurde, dreht sich in der zweiten Stufe alles um die sogenannte „Theorie der wesentlichen Bedingung“ und somit um die rechtliche Kausalität. Durch eine Wertung der Ursachen und anschließenden Festlegung auf die tatsächlich ausschlaggebenden Bedingungen, kann letztendlich der Umfang des Versicherungsschutzes festgelegt werden. Aus juristischer Sicht sind dabei diejenigen Ursachen relevant, welche einen maßgeblichen Teil zum Eintreten des Gesundheitsschadens beigetragen haben. Sinn und Zweck ist es, dadurch zwischen Ursachen zu unterscheiden, die aus rechtlicher Sicht die Verantwortung für den gesundheitlichen Schaden tragen, wesentlichen Ursachen, die grundsätzlich wichtig oder maßgeblich für den Gesundheitsschaden sind sowie rechtlich unerheblichen Auslösern.
Das Bundessozialgericht wägt dabei nach folgenden Kriterien ab: die Schwere beziehungsweise das Ausmaß und die Art der Einwirkung sowie einer eventuell konkurrierenden Ursache, das Verhalten des jeweiligen Verletzten direkt nach dem Unfall und der zeitliche Ablauf, Diagnosen und Befunde des Arztes, der die Erstbehandlung übernimmt sowie die dazugehörige Krankengeschichte. Laut der offiziellen Anwendungsleitlinien des BSG kann es durchaus sein, dass rein rechtlich mehrere Ursachen ausschlaggebend, also „wesentlich“ sind. Im Endeffekt ist allerdings nur relevant, ob der Versicherungsfall selbst wesentlich ist, was wiederum der Fall ist, wenn es sich bei der wesentlichen Bedingung um den Auslöser des versicherten Ereignisses handelt. Dabei ist eine positive Feststellung des Ursachenzusammenhangs unabdingbar.

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