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Für Sozialgerichte und deren Urteilsfällung ist die Erstellung ärztlicher Gutachten von enormer Bedeutung und in vielen Fällen unumgänglich. Gerade deshalb ist der Sachverständige dazu verpflichtet, sich stets um eine möglichst sorgfältige und korrekte Vorgehensweise zu bemühen. Dieser hohe Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit ist sogar im § 25 der Berufsordnung für Ärzte festgelegt. Hier wird an die medizinischen Sachverständigen appelliert und eine durchgängige Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gefordert. Voraussetzung für diese Qualität sind allerdings nicht nur ein tiefes Fachwissen und praktische Erfahrung in der Medizin. Wichtig sind zudem auch gute Allgemeinkenntnisse im juristischen Bereich inklusive der dazugehörigen Fachterminologie sowie ein solides Wissen bezüglich der möglichen Zusammenhänge.

Mit dem Werk „Einführung in die medizinische Sachverständigentätigkeit vor Sozialgerichten“ erhält der medizinische Gutachter ein nützliches Handbuch, das ihm in seinem beruflichen Alltag als Sachverständiger vor Sozialgerichten als Nachschlagewerk dient. Trotz des Wortes „Einführung“ im Buchtitel ist das Werk sicherlich auch noch für gutachterlich tätige Ärzte mit bereits mehrjähriger Erfahrung interessant. Da es in erster Linie darum geht, wie Sachverhalte aus der Medizin in juristischer Hinsicht zu beurteilen sind, werden mit diesem Buch zudem viele Richter und Rechtsanwälte oder auch Mitarbeiter in Verwaltungen und Sozialversicherungen angesprochen. Neben der schwerpunktmäßigen Erläuterung von Begriffen aus dem juristischen Bereich und der Definition möglicher Zusammenhänge mit den entsprechenden sozialrechtlichen Fachbereichen, gibt das Buch auch praktische Tipps bezüglich spezieller Situationen bei Begutachtungsfällen. Im Gegensatz zu anderen Werken mit ähnlichen Inhalten bietet es dem Leser außerdem einen umfangreichen Überblick zum Thema Kostenabrechnung.

Alles in allem ist das Handbuch trotz seiner Vollständigkeit und der umfassenden Behandlung sämtlicher relevanter Bereiche äußerst übersichtlich gestaltet und gut strukturiert. Die zehn Kapitel beginnen mit einem allgemeinen Teil, in welchem unter anderem einige relevante Hinweise bezüglich der möglichen Befangenheit eines Sachverständigen gegeben werden sowie über dessen Verhalten in einer mündlichen Verhandlung eingegangen wird. Im Anschluss daran folgen einige Informationen zu Urheberrecht und Datenschutz. In den Teilen zwei bis neun werden, gegliedert nach diversen Sozialrechtsgebieten, einschlägige juristische Fachbegriffe erläutert. Hierbei werden nicht nur die geläufigsten Bereiche, sondern auch Themen wie Erwerbsfähigkeit beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit angesprochen. Speziell im fünften Teil wird auf die Kausalitätslehre sowie den Kausalitätsbegriff im sozialen Entschädigungsrecht eingegangen. Mit dem zehnten Teil erhält der Leser den bereits erwähnten wertvollen Einblick in den Kostenbereich, inklusive der notwendigen Rechtsgrundlagen sowie Informationen zu Honorarberechnung und Anweisungsverfahren, gerichtlicher Festsetzungen sowie eventuellen Rechtsmitteln der Beschwerde. Neben den zahlreichen  Hinweisen auf weiterführende Literatur enthält das Werk zu guter Letzt einige hilfreiche Anlagen zu entsprechend relevanten juristischen Grundlagen.

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