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Bei der Deutschen Wirbelsäulenstudie handelte es sich um eine sogenannte Fallkontrollstudie. Dabei wurde man erst dann in die Fallgruppe aufgenommen, wenn eine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen wurde. In der bevölkerungsbasierten Kontrollgruppe befanden sich dagegen Personen, die wegen dieser Erkrankung nicht in Behandlung waren. Nachdem in beiden Gruppen die Exposition ermittelt wurde, hat man daraus „odds ratios" berechnet.
Wäre stattdessen eine Kohortenstudie durchgeführt worden, wäre das der Gold-Standard gewesen. Dies hätte regelmäßige bildgebende Untersuchungen mittels MRT aller Exponierter und Nicht-Exponierter vorausgesetzt, und zwar unabhängig davon, ob eine Beschwerde-Symptomatik vorgelegen wäre oder nicht. Allerdings wäre der organisatorische Aufwand hierfür relativ hoch gewesen und bis zum Vorliegen der Ergebnisse hätte es entsprechend lange gedauert.
Bei bandscheibenbedingten Erkrankungen gibt es allerdings das Problem, dass nur ein Teil der von eindeutigen strukturellen Veränderungen der Bandscheiben betroffenen Personen tatsächlich behandelt werden muss. Zudem korrelieren die Befunde und das Beschwerdebild häufig nicht, da derartige Beschwerden multikausal sind.
Hinzu kommt, dass gerade unspezifische Rückenschmerzen überaus häufig auftreten, wobei Erkrankungen der Bandscheiben nur einen kleinen Teilaspekt des Krankheitsgeschehens darstellen. Außerdem hängt es bei jeder einzelnen Person stark von den jeweiligen psychosozialen Faktoren ab, ob die Inanspruchnahme einer ärztlichen Behandlung sowie der Arbeitsunfähigkeit erfolgt.

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