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Immer mehr Menschen müssen sich im Alltagsbereich mit chronischen Erkrankungen arrangieren. Verstärkt wird dieser Trend durch die demographische Entwicklung mit der Zunahme älterer Menschen. So hat als Indikator für diese Entwicklung die Zahl der über 100-jährigen in Deutschland bereits schon deutlich zugenommen.

In der Bevölkerung sind heute etwa 10% der Menschen im persönlichen, sozialen und beruflichen Bereich wesentlich behindert (Morčt, J.: Fast 8 Millionen Behinderte leben in der Bundesrepublik Deutschland, Selbsthilfe 2, 2-8, 1985).

 

Etwa 20% der im Krankenhaus stationär behandelten Menschen werden mit einem Dauerschaden entlassen (Eich, Chr.: Zur Häufigkeit und Relevanz von Defektsyndromen in einem Großklinikum, Diss. Köln 1977).

 

Für diese Entwicklung spielt die zunehmende Immobilisierung durch zunehmende Gelenkerkrankungen und Muskelerkrankungen der immer älter werdenden Menschen eine besondere Rolle. Durch Verlust von Gelenkbeweglichkeit, durch mangelnde Koordination und Herabsinken von Kraft und Ausdauer kommt es zunehmend zur Verkürzung der möglichen Gehstrecke. Die Aktivität im Alltag wird zusehends eingeschränkt, der Aktionsradius verringert sich. Es kommt zur zunehmenden Immobilisierung. Die dabei sekundär auftretenden Probleme in anderen Organsystemen sind nicht nur Thrombosen, Embolien und Schlaganfälle, sondern auch Entstehung von sekundären chronischen Erkrankungen.

Des weiteren kommt es auch zur zusätzlichen zunehmenden sozialen Isolation.

Diese sich dann verselbständigenden sozialen Kontextfaktoren können sich wiederum ihrerseits auf die medizinische Situation auswirken und ein weiteres Herabsinken der Selbständigkeit der Patienten bewirken, so dass die Aktivitäten des täglichen Lebens zunehmend gefährdet sind und eine Pflegebedürftigkeit droht.

Bei diesem Prozess handelt es sich oft um einen schleichenden langsamen Entwicklungsprozess, der die betroffene Person in ihrer Fortbewegung, in der körperlichen Beweglichkeit, auch in der Kommunikation und der Selbstversorgung zunehmend einschränkt (Fähigkeitsstörungen nach ICIDH – Beeinträchtigungen der Aktivität nach ICF). Letztlich ist als Folge der chronischen Erkrankung schließlich der Verlust der sozialen Integration und die Einschränkung der Selbständigkeit bis hin zur Pflegebedürftigkeit (Beeinträchtigung der Teilhabe nach ICF) möglich und leider allzu oft auch Realität

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