Hegt eine Frau den dringenden Wunsch nach einer Brustreduktion - im Fachjargon Mammareduktionsplastik genannt - spielen dabei selten ästhetische Beweggründe die Hauptrolle. Oft haben die Betroffenen bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Wird dann bei der zuständigen Krankenkasse ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt, so müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, damit dieser auch genehmigt wird. Eine medizinische Indikation für die Durchführung einer Brustverkleinerung liegt jedenfalls nur dann vor, wenn aufgrund der Mammahyperplasie bestimmte physische oder psychische Beschwerden auftreten. Gerade um diese Fakten und Zusammenhänge eindeutig zu klären, ist häufig die Erstellung eines Gutachtens nötig.

Wie und weshalb gerade ich, Dr. Thomas Scherg, Ihnen dabei behilflich sein kann, erfahren Sie weiter unten. Zunächst möchte ich Ihnen noch ein paar allgemeine Informationen zum Thema an die Hand geben.

Generell können unterschiedliche Gründe für eine Mammareduktion sprechen:

  • dermatologisch: Hautmazerationen an der Mamma-Auflagefläche, Schnürfurchen der BH-Träger, Ekzeme, Pilzbefall, Intertrigo
  • orthopädisch: Rückenschmerzen, Schulter-Nacken-Schmerzen, Rundrücken, Brustwirbelkompressionsfrakturen
  • psychologisch: Depression, Anpassungsstörung, Dysmorphobie
  • allgemein: Dysproportionalität der Körperform durch einseitige Mammahypertrophie bzw. Makromastie



Sie gelten somit als Indikation für eine Brustreduktion. Derartige gesundheitliche Probleme treten jedoch meist nicht nur einzeln, sondern sogar in Kombination auf. Dadurch wird die Belastung erfahrungsgemäß um ein Vielfaches verstärkt.

Natürlich gibt es trotz Vorliegen solch typischer Beschwerden immer wieder Fälle, in denen die Kosten für eine Brustverkleinerung trotz alledem nicht übernommen werden, zum Beispiel bei einer bestehenden Adipositas. Leidet die Patientin also an schwerem Übergewicht, muss zunächst eine Gewichtsabnahme erfolgen. Darüber hinaus sollte die Betroffene im ersten Schritt versuchen, über konservative Therapie-Methoden eine Besserung der Beschwerden zu erzielen. Ist eine solche Maßnahme noch nicht geschehen, gilt dies ebenso als Ausschlusskriterium. Für den Kostenträger ebenfalls relevant ist, dass pro Seite mindestens 500 g entfernt werden müssten. Zudem gelten die Leitlinien der VDPC (Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen), die auf einschlägigen Studien basieren und in denen entsprechende Normgrößen und Fehlentwicklungen definiert sind. Im Zweifelsfall wird das entscheidende Urteil vom Sozialgericht gefällt.

Ist die Kostenübernahme schließlich geklärt und entscheidet sich eine Patientin für den Eingriff, gibt es einige Punkte zu bedenken. Eine Mamma-Reduktion stellt eine umfangreiche Operation dar, die mit vielen Vorteilen, aber auch mit den einen oder anderen Nachteilen verbunden sein kann. Auf die wichtigsten Aspekte soll nachfolgend eingegangen werden.

Hierzu zählen in erster Linie:

  • gängige Operationsmethoden
  • voraussichtlicher Zustand nach dem Eingriff
  • mögliche Risiken und Komplikationen



Ästhetisch-plastische Chirurgen wenden für die Verkleinerung der Brust zahlreiche Schnitttechniken an. Dabei ist es stets das Ziel, möglichst wenig Narben zu verursachen. Allerdings hängt die individuelle Technik der Mammareduktion von der jeweiligen Anatomie und der Größe der Brüste ab. Vor dem Eingriff bespricht der behandelnde Arzt seine geplante Vorgehensweise mit der Patientin und passt diese an die individuellen Gegebenheiten der Brust an.

Folgende Operationsmethoden werden dabei am häufigsten durchgeführt:

Strömbeck-Methode, auch T- oder Anker-Methode genannt:
Die T-förmigen Narben, die der Methode ihren Namen verleihen, entstehen durch die typische Schnittführung des Operateurs. Er geht zunächst um den Brustwarzenhof herum, dann senkrecht nach unten und schließt den Schnitt mit einer waagrechten Linie unter der Brust ab. Nachdem das gesamte überschüssige Gewebe entnommen wurde, versetzt er zuletzt die gesamte Brustwarze nach oben.

Lejour- / Vertikal-Methode, Technik nach Hall-Findlay bzw. I- oder auch Pilz-Methode:
Bei diesem Verfahren ist der Ablauf ähnlich wie bei der T-Methode, nur dass der letzte horizontale Schnitt entfällt. Nachdem der Chirurg die Brustwarze nach oben versetzt hat, wird die Haut darunter ähnlich wie ein Vorhang zusammengezogen. Sind die hier entstehenden Narben zunächst etwas gewellt, sollten sich diese mit der Zeit von selbst glätten. Alternativ kann später eine Korrektur erfolgen.

L-Methode (Weiterentwicklung der T-Methode):
Hier fallen die Narben mit ihrer einschenkligen Form etwas kleiner aus als bei der T-Methode. Nach dem Rundschnitt um den Brustwarzenhof herum sowie dem anschließend senkrechten Schnitt nach unten führt der Chirurg den Schnitt nur ein- statt beidseitig horizontal fort. Die Brustwarze wird dann auf einer schmalen Linie komplett nach oben versetzt.

Benelli- oder O-Methode:
Diese Operationsmethode gilt als absolut narbenminimierend, da nur an der natürlich vorhandenen Linie um die Brustwarze herum geschnitten wird. So entstehen lediglich kleine Narben, die kaum sichtbar sind. Gerade für Frauen, die zur Bildung von Keloiden neigen, ist dieses Vorgehen somit ideal. Jedoch ist die Vorgehensweise ausschließlich für geringe Reduktionen geeignet, weil nur sehr wenig Gewebe entfernt werden kann. Als weiterer Nachteil gilt, dass die Brust nach dem Eingriff eher platt geformt ist.

Natürlich gibt es noch einige weitere, weniger bekannte Techniken, wie zum Beispiel die Verkleinerung nach Höhler, bei der der Eingriff in Halbsitzlagerung mit angelegten Oberarmen erfolgt. Die Ribeiro-Methode dagegen kombiniert die Reduktion mit einer Straffung sowie zusätzlich mit einem Implantat aus körpereigenem Gewebe.

Mit welchen Schmerzen und sonstigen Beeinträchtigungen die Patientin im Nachhinein zu kämpfen hat, ist - wie jeder einzelne Körper auch - individuell völlig verschieden. Dies hängt zum einen davon ab, wie groß der durchgeführte Eingriff letzten Endes war, wie lang die Schnitte sind und wie viel Gewebe entfernt wurde. Zum anderen spielen aber genauso weitere Faktoren wie die gesundheitliche Vorgeschichte und die persönliche Veranlagung sowie die allgemeine körperliche Verfassung eine Rolle.


Normalerweise stellt sich der postoperative Zustand folgendermaßen dar:
Die Erholungsphase beginnt zunächst mit einer dreiwöchigen Schonung, die ein entsprechend angepasstes Verhalten bedarf. Konkret muss für einen Mindestzeitraum von sechs Wochen rund um die Uhr ein stützender BH getragen werden. Als Schlafposition wird die Rückenlage empfohlen und die Arme sollten nicht zu stark bewegt werden. Arbeitsfähig ist die Patientin, je nach Tätigkeit, frühestens ab der vierten Woche.
Völlig normal ist es, dass die Brust anfangs noch geschwollen ist und in den ersten drei Wochen Verfärbungen zu sehen sind. Üblicherweise kommt es zu leichten Wundschmerzen. Genauso kann die Empfindlichkeit der Brustwarzen sowie die Stillfähigkeit vorübergehend gestört sein.

Wie bei jedem größeren Eingriff birgt eine Mammareduktion aber natürlich auch ein gewisses Risiko, dass während der Operation oder im Nachgang Komplikationen entstehen.

Probleme, die nach einer Brustverkleinerung auftreten können, sind unter anderem:

  • Wundheilungsstörungen
  • Nachblutungen
  • Narbenwucherungen / gestörte Narbenbildung
  • Infektionen
  • Fettgewebsnekrosen (Absterben durch gestörte Blutversorgung)
  • dauerhafter Verlust der Still-Fähigkeit
  • verzogene Brustwarzen
  • Absterben der versetzten Brustwarzen
  • unerwünschte Form der Brüste (Assymetrie, Schielen oder Ptosis)
  • Thrombosen
  • Embolien


Manchmal kann es tatsächlich passieren, dass ein zweiter Eingriff beziehungsweise eine angleichende Maßnahme notwendig ist oder empfohlen wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Brüste nach der OP asymmetrisch sind.

Trotz all dieser zu bedenkenden Punkte, stellt eine Reduktion der Brust sicherlich für viele Frauen die einzige Option dar, um den unnötigen Ballast für Körper und Seele endlich loszuwerden.

Dr. Thomas Scherg – Orthopädischer Facharzt und Gutachter für Mammareduktionsplastiken
Sollten auch Sie bereits Ihre Entscheidung getroffen haben und auf der Suche nach einem Spezialisten für die Gutachtenerstellung sein, dann nehmen Sie noch heute Kontakt mit mir auf.
Gerne unterstütze ich Sie in meiner Rolle als Gutachter bei der Beantragung auf Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse. Deutschlandweit zähle ich zu den wenigen spezialisierten Ärzten, die orthopädische Fachgutachten für Patientinnen mit dem Wunsch nach einer Brustverkleinerung erstellen. Sofern die Notwendigkeit einer OP besteht, werde ich diese feststellen - und zwar unabhängig davon, in welcher Form Beschwerden auftreten oder zusammenspielen.
Meine zahlreichen einschlägigen Qualifikationen befähigen mich dazu, das Problem im Bedarfsfall von verschiedenen Seiten zu betrachten. Hierbei erweist sich nicht nur meine gutachterliche Erfahrung, sondern auch meine Tätigkeit im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie als überaus hilfreich. Als praktizierender Orthopäde bin ich darüber hinaus Spezialist für das Thema Statik-Betrachtung. Zudem kenne ich die dermatologische Problematik aus meinem Studium an der Dermatologischen Uniklinik am Biederstein in München. Dank meiner Zertifizierung als psychosomatischer Schmerzgutachter verfüge ich außerdem über ein sehr gutes Einfühlungsvermögen beim Auftreten psychischer Störungen.

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