Erfolgt die Beauftragung eines Gutachtens durch die Gesetzliche Unfallversicherung, werden bei der Erstellung desselbigen folgende Punkte nach und nach abgearbeitet: Im ersten Schritt muss der sogenannte Vollbeweis erbracht werden, um eine Belastung als ausreichend einzustufen. Dieser erfordert nicht nur eine Dokumentation in ausreichender Form, sondern auch die Berechnung der nötigen Dosis sowie eine Aussage dazu, ab wann dieser Zeitpunkt als erreicht gilt. Normalerweise wird dieser Vollbeweis durch den Technischen Aufsichtsdienst gesichert.
Ebenfalls Teil dieser Beweisführung ist eine Abgleich des vorliegenden Krankheitsbildes mit der dazugehörigen Beschreibung in der Berufskrankheiten-Liste. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang auch, ob die Symptome eventuell chronisch-rezidivierend auftreten.
In der nächsten Ebene erfolgt dann eine individuelle Prüfung der Kausalität. Dabei wird untersucht, ob es einerseits einen Zusammenhang zwischen der Belastung und der Entstehung der Krankheit gibt. Andererseits wird hinterfragt, inwiefern die Art der Belastung sowie der Umfang des Krankheitsbildes miteinander verknüpft sind. Weitere Fragen, die geklärt werden sollten, sind zum Beispiel, ob durch die Unterlassung bestimmter Tätigkeiten eine Besserung eintritt, ob möglicherweise außerberufliche Einwirkungen sportlicher Art etwas mit der Entstehung zu tun haben können, ob darüber hinaus weitere Ursachen in Frage kommen könnten und ob der Zwang besteht, die verantwortliche Tätigkeit zu unterlassen. Eine abschließende Bewertung erfolgt dann bezüglich der Minderung der Erwerbstätigkeit, durch eine medizinische und / oder berufliche Reha sowie im Rahmen einer Nachuntersuchung.

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