Obliegenheiten als Fachbegriff der ärztlichen Begutachtung
Der Ausdruck Obliegenheit wird im Rahmen der medizinischen Gutachten-Erstellung häufig gebraucht. Bezeichnet wird damit eine Last oder auch Pflicht, für die besondere Bedingungen gelten: – Es besteht keine Möglichkeit, dass diese von der Gegenseite eingeklagt werden kann. – Im Falle der Nichterfüllung oder falls ein Verstoß vorliegt, können allerdings Nachteile entstehen. – Es kann zum […]
NON LIQUET — die Beweislosigkeit
Der Ausdruck „non liquet“ stammt aus dem Lateinischen. Wörtlich übersetzt bedeutet er: Es ist nicht klar. Im Bereich der ärztlichen Gutachtung wird damit die sogenannte Beweislosigkeit festgestellt, also die Nichtbeweisbarkeit von Tatsachen. Meistens geht diese Feststellung darauf zurück, dass bei den durchgeführten Beweis-Ermittlungen kein eindeutiges Ergebnis zur Aufklärung geführt hat, obwohl sämtliche Möglichkeiten ausgenutzt wurden. […]
Die Neutral-0-Methode: Entstehung und Bedeutung
Mit dem Begriff „Neutral-0-Methode“ wird eine bestimmte Vorgehensweise bei der Messung, wie beweglich einzelne Gelenke sind, bezeichnet. Die Entstehung der Methode, deren Anwendung bis heute sehr verbreitet ist, geht bis auf das Jahr 1936 zurück. Drei Jahrzehnte später wurden gemäß dieser bereits etablierten Messmethode Richtlinien formuliert, die seitdem als Empfehlung gelten und Anfang der Achtziger […]
Die Neufestsetzung der Höhe der Rente
Bei der Gesetzlichen Unfallversicherung – kurz GUV – ist die sogenannte Neufestsetzung ein gängiger Rechtsbegriff. Im Rahmen eines Neufestsetzungsverfahrens wird somit das Arbeitsentgelt, das der jeweiligen Rente als Kalkulationsbasis dient, den aktuellen Umständen nach neu berechnet. Hierfür sind laut Paragraf 90 des siebten Sozialgesetzbuches folgende Punkte ausschlaggebend: Die Höhe der Rente kann gemäß der Altersstufe […]
Versicherungsrechtliche Auswirkungen von Nachschäden
Das Wort „Nachschaden“ ist ein Rechtsbegriff, der in der GUV, der Gesetzlichen Unfallversicherung, Verwendung findet. Der Nachschaden tritt zeitlich nach dem Schaden auf, ereignet sich also nach dem eigentlichen Arbeitsunfall oder nachdem eine Berufskrankheit zum Versicherungsfall geworden ist. Zwischen den beiden Schäden gibt es üblicherweise keinen Zusammenhang, für die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit ist […]
Über die Mitwirkungspflicht von Versicherten
Die sogenannte Mitwirkungspflicht ist zum einen im Sozial-Recht (zum Beispiel in Paragraf 62 des ersten Sozialgesetzbuches) und im Haftpflicht-Recht (Paragraf 249 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches), zum anderen auch im Privaten Versicherungsrecht (unter anderem in Paragraf 23 des Versicherungsvertragsgesetzes) relevant. In sämtlichen genannten Rechtsbereichen ist damit die Verpflichtung einer geschädigten Person gemeint, mit der Behandlung durch […]
Relevanz der Mitwirkung für den Leistungsanspruch
Die „Mitwirkung“ ist ein Rechtsbegriff aus dem Bereich der Privaten Unfallversicherung, genauer gesagt ein Kennzeichen der Partial-Kausalität. Unter Mitwirkung wird in diesem Fall der Anteil verstanden, mit welchem eine Krankheit oder ein Gebrechen an dem Ausmaß der Folgen eines Unfalls beteiligt ist. Gemäß dem jeweiligen Umfang der Krankheit oder des Gebrechens erfolgt sowohl bei der […]
Messblatt-Verwendung — Beispiel: Handgelenk
Ärztliche Gutachter verwenden für die Dokumentation der Beweglichkeit von Wirbelsäule, Finger und Gliedmaßen bestimmte Standard-Messbögen oder -blätter. Am Beispiel des Handgelenks erfolgen die Eintragungen beispielsweise folgendermaßen: – Gemessen wird zunächst von der neutralen 0-Stellung aus Richtung Handrücken, dann Richtung Hohlhand. Der Eintrag könnte dann wie folgt aussehen: 50 – 0 – 60 – Ist die […]
Messblätter für die ärztliche Gutachten-Erstellung
Im Rahmen der Erstellung eines ärztlichen Gutachtens werden zuweilen Formblätter auf Grundlage der Neutral-O-Methode eingesetzt. Zweck der Verwendung dieser Messblätter oder Messbögen ist die Dokumentation der Beweglichkeit von den Gelenken der unteren und oberen Gliedmaße, der Finger sowie der Wirbelsäule nach standardisierten Vorgaben. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass der Gutachter sich hinsichtlich seiner […]
Die Merkzeichen „Bl“, „Gl“ und „TBL“
Diese drei Merkzeichen werden als Kürzel im Schwerbehinderten-Ausweis mit den folgenden Bedeutungen vermerkt: „Bl“ ist die Abkürzung für „Blind“. Hierzu zählen nicht nur komplett erblindete Personen, sondern auch alle, die auf beiden Augen gemeinsam über nicht mehr als 2 % Sehvermögen verfügen oder an einer dementsprechenden, dauerhaft bestehenden Beeinträchtigung der Sehschärfe leiden. Ihnen stehen als […]
